Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

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NeusserGletscher
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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von NeusserGletscher » 23.01.2020 09:03

^^ Mit einem stumpfen Messer kann auch ein Spitzenkoch nicht schneiden. Ich habe, bevor ich damit angefangen habe, selbst meine Ski zu schleifen, oft gehört, es läge an der Technik und man müsse stärker aufkanten, wenn der Ski auf blanken Stellen nicht greift. Das ist Unsinn. Denn 0.5° mehr oder weniger spielt für den Weg, den die Beine zurück legen müssen, überhaupt keine Rolle. Das ist bestenfalls eine rein akademische Betrachtung. Der Punkt ist einfach der, dass wenn die Kante zu weit hinter dem Belag zurückhängt, dann greift sie insbesondere auf hartem Untergrund immer weniger. Weil die Kante von der Tendenz mehr über den Schnee rutscht als in ihn rein zu schneiden.

Aus diesem Grund werden in der Mechanik Kanten mit einer "Fase" versehen, wenn man verhindern möchte, dass sich Werkstücke ineinander verkanten. Die Kunst beim Skifahren besteht nun darin, den für den Fahrer optimalen Kompromiss zwischen "Verkanten" und "Gleiten" zu finden. Und da spielt der Basiswinkel eine größere Rolle als der Winkel der Seitenkante oder Fahrkönnen und -technik.

Ich schreib das nur, weil nicht jeder Deine Eigenheit kennt, mich mich provoaktiven Äußerungen aus der Reserve zu locken und ggf. Dein Posting für bare Münze nimmt :wink:
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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von elypsis » 23.01.2020 09:51

NeusserGletscher hat geschrieben:
23.01.2020 09:03
Ich schreib das nur, weil nicht jeder Deine Eigenheit kennt, mich mich provoaktiven Äußerungen aus der Reserve zu locken und ggf. Dein Posting für bare Münze nimmt
Damit hast du mich angesprochen, oder? :D


NeusserGletscher hat geschrieben:
23.01.2020 09:03
Die Kunst beim Skifahren besteht nun darin, den für den Fahrer optimalen Kompromiss zwischen "Verkanten" und "Gleiten" zu finden. Und da spielt der Basiswinkel eine größere Rolle als der Winkel der Seitenkante oder Fahrkönnen und -technik.
Schau mal hier:
https://www.youtube.com/watch?v=mV5gfVdpo78
Das verstehe ich unter stärker aufkanten! :wink:
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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von gebi1 » 23.01.2020 10:56

Gutes und gepflegtes Material mag wichtig sein. Wenn ich aber sehe, dass der Typ neben mir, mit feschem SL, Norweger Team-Jacke, Rennhelm und anderem Schnickschnack auf der glasigen Stelle wegrutscht und ich mit meinem Völkl Two, der seit 6 Jahren keinen Service gesehen hat, kaum rutsche, dann ist's eben doch vor allem die Technik, die den Unterschied macht.

Ich weiss Peter, dass dir das Material und sein Tuning extrem Spass machen. Ich fahre lieber und mir ist der Kantenwinkel nicht so wichtig. Im Gegenteil, zu aggressiv abgestimmte Ski mag ich nicht, auch wenn sie auf hartem Untergrund eine besser Performance haben. Meistens hat man aber weichen Schnee und dann zählt vor allem das Gefühl und die Technik.

Bei vielen Männern ist's doch so, dass sie gerne angeben und den grossen Macker raushängen wenn's um Technik geht. Damit meine ich sicher nicht dich Peter, denn du bist alles andere als ein Blender.

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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von extremecarver » 23.01.2020 11:11

Hmmm, von 33 skitagen heuer hatte ich zweimal weiche Bedingungen, vielleicht 3-4 Mal guten Schnee, der Rest war ab mittags sehr härter abgerutschter Kunstschnee.
90 Prozent hat man eher harte Bedingungen....

Und während man driftend mit guter Technik auch ohne Kante jede Piste runterkommt (ich bin ein paar Mal mit Wasserski im Frühling nachmittags schwarze Pisten runter, also 20cm underfoot, alles ander als eine Kante vorhanden), geht das carvend auf zug einfach nicht.
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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von gebi1 » 23.01.2020 11:55

Wer auf Zug über glatten, sehr harten, bis eisigen Schnee fahren will, braucht tatsächlich entsprechendes Material. Mit Freerideski auf Zug carven geht bei Eis eh nicht, da ist ein kontrollierter Driftschwung angesagt.

Heuer haben wir viel hart. In den vergangenen Saisons aber eher weich und teilweise schon im Hochwinter Sulz.

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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von extremecarver » 23.01.2020 12:50

Doch, sieh dich Mal im big mountain comp segment um. So 95-100mm underfoot und über 190er Länge. Halt die richtigen Prügel. Die müssen auf Eis auch perfekt halten, aber Kraftaufwand ist sehr hoch. Und K2 hat da keinen einzigen Ski.

Immer noch die Referenz die dynastar Legend Pro
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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von NeusserGletscher » 23.01.2020 17:13

elypsis hat geschrieben:
23.01.2020 09:51
Das verstehe ich unter stärker aufkanten! :wink:
So fährst Du aber nicht, wenn der Ski auf glattem Grund wegrutscht. Weil Du an den Punkt, an dem die Kante greift und Du stärker aufkanten kannst, gar nicht heran kommst, wenn die Kante zu wenig aggressiv ist. Ein sehr guter Fahrer kann sich da noch über seine Technik retten, aber wie Extremcarver schon geschrieben hat, auf Zug fahren ist mit einer zu stark abgehängten Kante auf blanken Stellen schwierig bis unmöglich.

Was auch immer wieder gerne vergessen wird ist, dass ich mit meinen knapp 100 kg und 2 Meter Länge mehr Kantengriff brauche als ein 175cm / 75 kg Skifahrer. Einen Kronleuchter hängt man auch nicht mit dem gleichen Dübel auf wie die Papierlampe aus dem Baumarkt.

Kantentuning ist halt eine sehr individuelle Sache und wers halt wenig aggressiv mag, weil er mehr abseits der Pisten unterwegs ist, dann ist das auch OK.

Und eigentlich ist Kantentuning nicht mein Hobby. Aber wenn die Roboter nur 08/15 liefern und dies nicht für meine Ansprüche reicht, dann hilft halt nur, die Kanten selbst zu präparieren. Zur Not kaufe ich mir irgendwann noch einmal eine Bandschleifmaschine und ritze die Struktur mit einem Handgerät in den Belag.

Denn nach dem ich einmal den Unterschied zwischen einem auf meine Fahrweise abgestimmten Setup und dem 08/15 Schliff aus dem Roboter gespürt habe, möchte ich einfach nichts anders mehr fahren. Ist halt wie Kunstfleisch aus dem Labor vs. Filet vom Eringer Rind. :wink:
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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von Pancho.Ski » 24.01.2020 08:53

NeusserGletscher hat geschrieben:
23.01.2020 09:03
^^ Mit einem stumpfen Messer kann auch ein Spitzenkoch nicht schneiden.
Auf der anderen Seite:
„A fool with a tool is still a fool...“

Will sagen, es braucht beides. Gutes Werkzeug und die Fähigkeiten.

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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von elypsis » 24.01.2020 09:20

NeusserGletscher hat geschrieben:
23.01.2020 17:13
So fährst Du aber nicht, wenn der Ski auf glattem Grund wegrutscht. Weil Du an den Punkt, an dem die Kante greift und Du stärker aufkanten kannst, gar nicht heran kommst, wenn die Kante zu wenig aggressiv ist. Ein sehr guter Fahrer kann sich da noch über seine Technik retten, aber wie Extremcarver schon geschrieben hat, auf Zug fahren ist mit einer zu stark abgehängten Kante auf blanken Stellen schwierig bis unmöglich.
Mein lieber Peter, davon habe ich NICHT gesprochen!

Wo kommt eigentlich diese Angst her, auf glattem Untergrund (gemeint ist wohl Eis, oder?) verloren zu gehen? Ganz ehrlich, in diesem Winter ist mir das bei vielleicht 30 Skitagen bisher ganze dreimal passiert, von kleineren eisigen Stellen überrascht zu werden! Nur, geworfen hat es mich nicht und es hat mich auch nicht dazu gebracht, mein Kantensetup neu zu überdenken. Aber genau das ist halt der Punkt, dass ich eingangs sagte, Männer seien gegenüber Frauen wesentlich technikaffiner!

:wink:
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Re: Kantenwinkel Redster S9 / 2018/2019

Beitrag von extremecarver » 24.01.2020 09:29

Ich habe dieses Jahr schon zig skitage um 13-14:00 Uhr abgebrochen, weil es Null Spaß macht wenn die Kante bei jedem 5. Schwung etwas Wegrutscht. Ganz abgesehen davon dass dies einem die Technik versaut. Und da auf den harten Pisten nach 13-14.000 Höhenmeter die Kanten fertig sind, nehme ich entweder eine Feile mit, oder Zwei paar Ski. Sonst müsste ich bisher bis auf 2-3 Tage immer um 13:00 aufhören (da hab ich meist eben die 13-14K HM zusammen)
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