Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Fragen zu Kante Schleifen, Belag Wachsen, Belag ausbessern etc.
Siehe auch Bericht zur Skiservice selbst gemacht (mit Videos)
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elypsis
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Re: Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Beitrag von elypsis » 01.04.2017 15:04

NeusserGletscher hat geschrieben:Das ist je nach Skityp und Fahrweise durchaus so
Hoppla! Wenn man deine Posts zu diesem Thema liest, kommt es generell so rüber, als käme man am Variieren des belagseitigen Winkels nicht vorbei. :wink:
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ingo#31
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Re: Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Beitrag von ingo#31 » 01.04.2017 20:14

Habe selber noch nie "Vario Winkel" auf der belagseitigen Kante gefahren. Kann mir gut vorstellen, dass der unterschiedliche Kantengrip- über die Gesamtlänge gesehen- sehr viel Gewöhnung bedarf. Bin mir sicher, dass es mir nicht gefallen würde.

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Re: Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Beitrag von NeusserGletscher » 01.04.2017 23:11

@Volker: Auch wenn ich es nicht in jedem Post schreibe, aber Kantentuning ist eine höchst individuelle Angelegenheit, die von Skityp, Fahrkönnen und dem gewünschten Kompromiss zwischen Grip und Drehfreudigkeit abhängt.

@Ingo: Wenn Du die Wahl zwischen weniger Grip auf der ganzen Länge oder weniger Grip an den Skienden hast, dann kann letzteres durchaus eine Überlegung sein, die Kante bei gleicher Schärfe stärker abzuhängen anstatt sie mit einem Kantengummi zu brechen.
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ingo#31
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Re: Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Beitrag von ingo#31 » 02.04.2017 18:59

NeusserGletscher hat geschrieben: @Ingo: Wenn Du die Wahl zwischen weniger Grip auf der ganzen Länge oder weniger Grip an den Skienden hast, dann kann letzteres durchaus eine Überlegung sein, die Kante bei gleicher Schärfe stärker abzuhängen anstatt sie mit einem Kantengummi zu brechen.
Ganz ehrlich? Ich will über die ganze Kante den vollen Grip. Darauf kann ich mich einstellen bzw. bin es gewohnt damit zu fahren. Allerdings fahre ich mit 0,7°-0,75° (gesamte Kantenlänge) und 88°. Kann mir aber vorstellen, bei sehr eisigen Pisten, dass z.B. 0,7° an Tip und Tail und unter der Bindung 0,5° doch mehr Halt geben könnte. Andererseits wird das Driftverhalten- speziell aus sehr hoher Geschwindigkeit- stark leiden. Wäre aber mit 0,5° durchgehend geschliffen, ähnlich bescheiden.....

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elypsis
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Re: Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Beitrag von elypsis » 03.04.2017 16:10

@Peter: Im Dezember 2016 hattest du deine persönliche Empfehlung für SL gepostet:
„0,5° und vorne wie hinten ca. 40 cm 0,7°, Kantenwinkel schnurz egal, ich merke da keinen Unterschied“

Wie gesagt, dieses Setup hatte ich mit meinem alten SL probiert. Er wird seit dieser Saison nur noch als Gästeski genutzt. Aber das Ergebnis war ernüchternd.


Grundsätzlich frage ich mich, wie man überhaupt auf dem Ski stehen muss, damit sich eine schärfere Kante unter der Bindung positiv bemerkbar machen kann. Als Hauptargument dafür wurde besserer Kantengripp auf harten Pisten genannt. Das leuchtet mir nicht ein, denn auf einem taillierten Ski arbeitet man konstant nach vorne, um Steuerdruck auf den Vorderski auszuüben. Außerdem ist es dabei grundsätzlich erst einmal egal, ob man carvt oder driftet.

Beim Carven leitet man so auf der Kante den Kurveneinzug ein. Je härter und steiler die Pisten sind, desto stärker und kräftiger muss aufkantet werden, damit man Geschwindigkeit und Radius auf der Kante über einen ganzen Turn hinweg halten kann. Abgesehen von dem Verhältnis Flex-Torsion eines Skis, ist dabei eine durchgängig konstante Kante gefragt. Fliegt man aus der Kurve, passiert das nicht, weil der Ski unter der Bindung keinen Gripp hat, sondern weil der Vorderski ihn verloren hat! In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass schärfere Kanten eher selten fehlende Technik wettmachen können.

Um driften zu können, müssen die Skienden entlastet werden. Nur so erreicht man, dass der Ski drehbar wird. Auch das ist nur über den Druck auf den Vorderski machbar. Nur jetzt geht es nicht darum, den Ski auf die Kante zu stellen. Diese wird vielmehr im Wechselspiel mit der Belagsfläche zu einem steuernden und/oder kontrollierenden Momentum – Stichwort: Steuerschwung. Aber auch hierbei ist, wie mein Versuch gezeigt hat, ein gleichmäßiges und scharfes Kantenbild dem „Vario-Winkel“ überlegen.


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Re: Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Beitrag von NeusserGletscher » 03.04.2017 20:25

elypsis hat geschrieben:Beim Carven leitet man so auf der Kante den Kurveneinzug ein. Je härter und steiler die Pisten sind, desto stärker und kräftiger muss aufkantet werden, damit man Geschwindigkeit und Radius auf der Kante über einen ganzen Turn hinweg halten kann
Das ist reine Theorie. Schau Dir mal von WC-Rennen die Zeitlupenaufnahmen an, wie oft es denen den Ski verschlägt und dieser trotzdem sofort wieder auf der knallharten Pisten greift. Da ist nichts mit Schwungeinleitung von der Schaufel und Kantenhalt über die gesamte Taillierung. Zum Teil springen die sogar in die neue Kurve und der Ski setzt erst kurz vor der Falllinie wieder auf dem Schnee auf. Versuch das mal mit einer auf 1.5° abgehangenen Kante. Viel Spaß. :wink:

Meinen SL habe ich wie beschrieben geschliffen, weil es für mich in durchgängig 0.5° purer Streß war. Aber ich würde nie einen Ski weniger aggresiv schleifen wenn es nicht nötig ist. Material kann man halt leicht ab- aber nur schwer wieder auftragen. Daher taste ich mich immer von oben an das gewünschte Ergebnis heran. Aus purer Bequemlichkeit habe ich aber Experiemente mit Winkeln unter 0.5° eingestellt. Die Ski halten zwar super, aber das ist nichts für einen Flachlandtiroler wie mich und schon gar nicht für einen ganzen Skitag.
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Re: Kantenservice richtig gemacht - Frage für den Anfang

Beitrag von elypsis » 10.04.2017 09:14

NeusserGletscher hat geschrieben:Das ist reine Theorie. Schau Dir mal von WC-Rennen die Zeitlupenaufnahmen an, wie oft es denen den Ski verschlägt und dieser trotzdem sofort wieder auf der knallharten Pisten greift. Da ist nichts mit Schwungeinleitung von der Schaufel und Kantenhalt über die gesamte Taillierung. Zum Teil springen die sogar in die neue Kurve und der Ski setzt erst kurz vor der Falllinie wieder auf dem Schnee auf.
Diese Zeitlupenaufnahmen sind definitiv spektakulär. Sie einfach zu genießen, ist eine Option. Hast du schon einmal ein WC Rennen auf SRF 2 verfolgt, das von Hüppi & Russi kommentiert wurde? Dieses Duo zeichnete u. a. aus, dass sie nicht nur unterschiedliche Athleten in Superzeitlupe in den gleichen Passagen gezeigt haben, sondern auch deren Fahr- oder Technikstil zu diesem Zeitpunkt erklärt haben. Dabei war meistens sehr anschaulich zu sehen, warum es dem einen bspw. den Ski verschlagen hat und dem anderen nicht. Als häufigste Fahrfehler wurden von „zu wenig nach vorne gearbeitet“, „ausgehoben und in Rücklage gekommen“ und „falsche oder zu geringe Kantenbelastung“ angeführt. Fakt ist eben auch in dieser Liga, dass die angestrebte Skiführung die ist, die im Schnee stattfindet. Alle Aktionen, die zu den spektakulären Akrobatikeinlagen führen, sind nichts anderes als die Versuche, Fahrfehler zu kompensieren. Und damit begegnen sich Theorie und Praxis auf Augenhöhe! :D
NeusserGletscher hat geschrieben:Versuch das mal mit einer auf 1.5° abgehangenen Kante. Viel Spaß. :wink:
Davon war in diesem Zusammenhang nie die Rede!


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