bitte um kritische Videoanaylse Carving

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Legendx
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bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von Legendx » 16.02.2020 17:05

Hallo Zusammen,

ich heiße Lars, bin 27 Jahre alt und komme aus Essen. War in der letzten Woche mit einer Skifreizeit in Saalbach Hinterglemm unterwegs. Habe mit 10 Jahren angefangen Ski zu fahren.

Gerne hätte ich zum unten aufgeführten Video (Sek. 3 bis 24 und Sekunde 53 - Ende) eine kritische Berwertung, gerne auch ein ausführliches Feedback.



Vonmir selbst würde ich sagen, dass ich etwas zu steif bin. Daher werde ich mir nun als Ziel setzten,mich bis zum nächsten Skiurlaub mehr zu dehnen um gelenkiger zu werden.

Fahre übrigens die Atomic SL 9. Ich bin selbst 182cm groß, 70 kg schwer.

Also lasst einfach mal einen Kommentar da!

Viele Grüße
Lars

urs
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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von urs » 16.02.2020 19:05

Hallo Lars
Grundsätzlich kannst Du skifahren, darauf lässt sich aufbauen. Ein Tipp vorweg: lass den Rucksack lieber im Schliessfach.

Ich denke nicht, dass Steifheit ein grundsätzliches Problem bei Dir ist. Im Oberkörper bist Du mir eher zu unruhig, teilweise mit leichten Gegenbewegungen. Ich vermute hier eher zuwenig Körperspannung. Auffallend ist, dass Du praktisch durchwegs auf den Fersen fährst, Du hängst hinten im Schuh drin. So lässt sich der Ski schlecht steuern und die Beweglichkeit der Beine ist eingeschränkt. Eventuell vermittelt Dir dies den Eindruck, Du seist steif.

Die Armhaltung ist auch etwas wild. Oft hebst Du den Arm schon recht früh viel zu hoch und schlägst ab und an etwas unkordiniert auf den Schnee ein (der hat Dir doch nichts zu leide getan ;-)). Dies bringt zusätzlich Unruhe ins System und verstärkt auch die Rücklage.

Was kannst Du tun: Wie gesagt Rucksack weg (Du bist nicht auf einer Skitour). Danach an der Position arbeiten und das Gespür für die Kurveneinleitung über die Schaufel entwickeln. Dazu empfehle ich zwei Schritte zurück mit langsamer, konzentrierter Fahrt auf der blauen Piste. Mit Geschwindigkeit lässt sich leichter rumwürgen und mogeln. Konzentration auf Deine Füsse, Druck über den Zehenballen aufbauen und danach sauber auf dem ganzen Fuss stehen. Dabei hilft, mit offenen Schuhen fahren, was die Rücklage schnell bestraft. Du kannst auch mal ohne Stöcke fahren, dabei aber darauf achten, dass der Oberkörper und Arme ruhig bleiben. Auch dies nur auf leichten Pisten, weil im Steilen verleitet Fahren ohne Stöcke oft zu kontraproduktiven Kompensationsbewegungen. Fahren auf einem Ski mit gecarvten Kurven sowohl über die Innen- wie Aussenkante des Skies.

LG Urs

odenwälder
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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von odenwälder » 16.02.2020 19:12

Schaut doch nicht schlecht aus. Von mir ein Thema:

Schau dir mal deine Arme an, das geht viel ruhiger.

Anstelle einer theoretischen Diskussion machst du bitte Folgendes: Du stellst dich etwa hüftbreit auf etwas weiches (etwa ein Kissen), leichte V-Stellung. Dann machst du eine tiefe Kniebeuge und dann noch eine und noch eine (eine Anleitung dazu findest du hier https://www.youtube.com/watch?v=joykt7Jn0AY, wie es richtig tief geht hier https://www.marathonfitness.de/tiefe-kniebeugen/ , keine Gewichte). Dabei achtest du darauf, möglichst stabil zu stehen. Der Druck ist auf beiden Fußflächen gleichmäßig verteilt, die Knie bewegen sich nicht (nach innen oder außen). Wenn du das bewegung- und gleichgewichtstechnisch drauf hast, dann achtest du auf die Position deiner Arme. Da gibt es auch einen gewissen Freiraum. Du wirst merken, dass das von der Neigung deines Oberkörpers abhängt: Das geht mit weit vorgestreckten Armen und mit etwas mehr angelegten Armen (das ist genauso wie bei der Ausführung mit der Langhantel: Hantel auf der Schulter oder auf der Brust. Die Arme sind natürlich deutlich leichter, der Effekt ist aber im Prinzip gleich) Versuche stabil und sicher zu stehen: Keine Wackler, stabile Knie, stabiler Druck.

Wenn du das drauf hast kommt's: Jetzt machst du ein - zwei Squats mit etwas angewinkelten Armen (Carving-Grundhaltung) und bei der nächsten Wiederholung ruderst du mit den Armen so wie im Video.
Merkst du was? Du musst den durch die Armhaltung veränderten Schwerpunkt durch Anspannung deiner Muskulatur ausgleichen und der Druck ist nicht mehr gleichmäßig auf dem Fuß.

Lerneffekt: Die Position deiner Arme dient zur (Mikro-)Steuerung deines Schwerpunkts. Wie du beim Squat gelernt hast, dienen deine Arme dazu, bei der Bewegung des Oberkörpers den Schwerpunkt zu stabilisieren. Der Arm dient beim Carven NICHT dazu, den Stock in den Schnee zu rammen um dann drum rum zu fahren. (Stockeinsatz kann bei anderen Fahrtechniken in anderem Gelände durchaus sinnvoll sein, aber nicht bei dem was im Video zu sehen ist).

Empfohlene Übung für zuhause:
-Kniebeugen mit der Langhantel oder Kettelbell (dabei kräftigst du deine Beine und deinen Rumpf, was natürlich nicht schadet ). Dabei lernst du, deinen Schwerpunkt gerade auf und ab zu bewegen (und nicht etwa einen Bogen nach hinten zu machen)
-Alles was man so mit Wackelbrett oder Slackline tun kann. (du wirst schnell merken, dass das Rudern mit den Armen vor dem Fall kommt, aber nicht hilft, das Gleichgewicht zu stabilisieren :D )

Edit: Ich seh grad, der Urs war schneller.

Kex
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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von Kex » 16.02.2020 20:18

Ich Versuch mich auch nochmal an der Analyse

Nicht persönlich nehmen aber ICH denke dass du für dein Können zu schnell fährst Lars

Ich Versuchs mal kurz zu halten also
Hör mit dem Arm gefuchtelt auf lass die Arme dauerhaft vorne und mache den Stockeinsatz schön gefühlvoll den Schnee nur leicht antippen
Der Stockeinsatz ist aber bei allen Schwüngen außer sehr sehr großen sinnvoll
Mach die Schwünge schön rhythmisch und gleichmäßig
Halte den Oberkörper stabil und etwas Tal orientierter Etwas mehr Hüftknick könnte dir auch nicht schaden

All das obige ist aber völlig belanglos wenn du nicht in die Knie gehst (was du in dem Video überhaupt nicht tust)
Und mit deinem Körperschwerpunkt nach vorne gehst
Mit dem ganzen Körper aktiv zu Beginn jedes Schwungs nach vorn gehen und NICHT nur mit dem Kopf nach vorn und dafür mit dem hintern noch weiter hinter so wie jetzt
Und wie gesagt die in die Knie gehen !! Das bedeuten Knie nach vorne unten drücken
du solltest zu jeder Zeit deutlich den Druck am Schienbein spüren und der Winkel zwischen Schienbein und Ski sollte deutlich weniger als 90 grad betragen
Zu viel gibt es hierbei erstmal nicht für dich

Das Becken darf auch gerne Lotrecht oder nein mir fällt grad auf Lotrecht wörtlich genommen natürlich nur wenn man den Hang waagrecht „dreht“
Also besser ausgedrückt darf das Becken gerne entlang einer Graden Linie welche im rechten Winkel zum Hang steht über den Füßen sein oder auch noch weiter vorn

Nochmal in ganz kurz: Vor Vor Vor

Mit mehr Übung kriegst du dann auch ganz automatisch eine bessere Balance auf den Skiern

Ich hoffe du verstehst das gesagt nicht als niederschmetternde Standpauke sondern als Motivation dich zu verbessern
Du scheinst mir schonmal kein bewegungs Legastheniker zu sein
Also nur Mut

Grüße

urs
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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von urs » 16.02.2020 21:02

Kex hat geschrieben:
16.02.2020 20:18
Der Stockeinsatz ist aber bei allen Schwüngen außer sehr sehr großen sinnvoll
Wieso? Mich persönlich stört er beim Carven, beim Parallelschwung je nach Situation, beim KS hilfreich.
Kex hat geschrieben:
16.02.2020 20:18
Halte den Oberkörper stabil und etwas Tal orientierter.
Wieso taloffen?
Kex hat geschrieben:
16.02.2020 20:18
Und wie gesagt die in die Knie gehen !! Das bedeuten Knie nach vorne unten drücken
du solltest zu jeder Zeit deutlich den Druck am Schienbein spüren
...
Nochmal in ganz kurz: Vor Vor Vor
Das ist mir zu brachial und kann auch eine Sackgasse sein, spätestens im Tiefschnee. Ich geh mit Dir einig, dass Lars, um aus der Rücklage zu kommen, erstmals mehr Vorlage einnehmen soll. Skifahrern ist aber dynamisch und bedarf einer guten Balance, was nicht gleichbedeutend mit Vorlage ist. Die Feinarbeit liegt in den Füssen und im Sprunggelenk basierend auf einer guten Position über dem Ski.

LG Urs

Kex
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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von Kex » 16.02.2020 23:08

[/quote]
Wieso? Mich persönlich stört er beim Carven, beim Parallelschwung je nach Situation, beim KS hilfreich.
Die einfache Antwort darauf wäre Weil es die Lehrmeinung ist
Um etwas darüber hinaus zu gehen möchte ich sagen ich finde ihn auch bei diesen mittleren Radien hilfreich und gut
Hast du schonmal versucht ein paar absolut symmetrische Kurven zu fahren ? Ist ziemlich schwer finde ich da hilft er schon mit der Gleichmäßigkeit
Den nächsten Punkt kann ich ehrlich gesagt gar nicht genau erklären aber die Handbewegung der Außenhand nach vorne innen gegen Ende des Schwungs bringt einem noch den „Kick“ und bringt die sprizigkeit in den Schwung

[/quote]
Wieso taloffen?

Auch hier wäre die einfache Antwort weil es Lehrmeinung ist
Ich empfahl es auch eher kurz am Rand und teilweise einfach deshalb weil der Lars im Video einfach sehr unruhig mit dem Oberkörper ist
Ich fände zwar eine ausführliche Diskussion über die ich sag mal Talloffenheit sehr interessant weiß aber nicht ob wir diesen Thread dafür kapern sollten da diese Thematik doch recht weit an den aktuellen Themen des TE vorbei geht


Das ist mir zu brachial und kann auch eine Sackgasse sein, spätestens im Tiefschnee. Ich geh mit Dir einig, dass Lars, um aus der Rücklage zu kommen, erstmals mehr Vorlage einnehmen soll. Skifahrern ist aber dynamisch und bedarf einer guten Balance, was nicht gleichbedeutend mit Vorlage ist. Die Feinarbeit liegt in den Füssen und im Sprunggelenk basierend auf einer guten Position über dem Ski.

LG Urs
Hmm vielleicht bin ich deshalb so kacke im Tiefschnee 😅😂
Ich denke gerade was die Rücklagen Thematik angeht muss man erstmal mit Überkorrektur arbeiten
Von Natur aus kommt man beim Skifahren sozusagen automatisch in Rücklage wenn man nicht aktiv dagegen arbeitet
Deshalb finde ich zu viel Vorlage (ich kenne auch ein paar Menschen die durchaus der Meinung wäre dass es das eigentlich nicht gibt) erstmal weniger schlimm als Rücklage
Aber wie du ja selbst schreibst muss Lars erstmal noch deutlich vor die „Feinarbeit“ oder Feinabstimmung muss man dann sicher deutlich differenzierter angehen
So weit sind wir aber nocht nicht

Grüße
Ben

Edit : ich kapier die Zitat Funktion wohl nicht
Hat jemand einen Tipp?

Edit 2: ich glaub es wird besser

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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von urs » 17.02.2020 06:56

Kex hat geschrieben:
16.02.2020 23:08
Wieso? Mich persönlich stört er beim Carven, beim Parallelschwung je nach Situation, beim KS hilfreich.
Die einfache Antwort darauf wäre Weil es die Lehrmeinung ist
Hier in CH zumindest nicht, ausser beim KS ist der Stockeinsatz fakultativ. Beim Carven benutze ich ihn nicht, was mich nicht daran hindert, den Schwung mit dem Aussenarm zu unterstützen. Bei dem Gefuchtel von Lars wäre meine Empfehlung, ihn mal komplett wegzulassen, um Ruhe ins System zu bringen.
Kex hat geschrieben:
16.02.2020 23:08
Wieso taloffen?
Auch hier wäre die einfache Antwort weil es Lehrmeinung ist
Ich empfahl es auch eher kurz am Rand und teilweise einfach deshalb weil der Lars im Video einfach sehr unruhig mit dem Oberkörper ist
Entspricht nicht der CH-Lehrmeinung ausser für KS. Um Ruhe in den Oberkörper zu bringen, genügt es m.E. mit der Kurve mitzugehen. Eine gute Übung ist, die Stöcke vor dem Körper immer in Fahrtrichtung zu halten.
Kex hat geschrieben:
16.02.2020 23:08

Das ist mir zu brachial und kann auch eine Sackgasse sein, spätestens im Tiefschnee. Ich geh mit Dir einig, dass Lars, um aus der Rücklage zu kommen, erstmals mehr Vorlage einnehmen soll. Skifahrern ist aber dynamisch und bedarf einer guten Balance, was nicht gleichbedeutend mit Vorlage ist. Die Feinarbeit liegt in den Füssen und im Sprunggelenk basierend auf einer guten Position über dem Ski.
Hmm vielleicht bin ich deshalb so kacke im Tiefschnee 😅😂
Ich denke gerade was die Rücklagen Thematik angeht muss man erstmal mit Überkorrektur arbeiten
Von Natur aus kommt man beim Skifahren sozusagen automatisch in Rücklage wenn man nicht aktiv dagegen arbeitet
Deshalb finde ich zu viel Vorlage (ich kenne auch ein paar Menschen die durchaus der Meinung wäre dass es das eigentlich nicht gibt) erstmal weniger schlimm als Rücklage
Aber wie du ja selbst schreibst muss Lars erstmal noch deutlich vor die „Feinarbeit“ oder Feinabstimmung muss man dann sicher deutlich differenzierter angehen
Bei Lars ist die Rücklage sicher die grösste Baustelle, und die Schienbeine am Schaft zu spüren ist ein guter Indikator, aber nur die halbe Miete. Es sagt wenig aus über die Arbeit mit Sprunggelenk und Füssen. Für mich der beste Indikator für eine gute Position sind die Fusssohlen. Trotz Rücklage zeigt Lars ein Gespür für den Ski und das Gleichgewicht, da muss er nicht bei Null beginnen. Aber letztendlich muss er selber herausfinden, was ihm besser taugt.
LG Urs

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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von TOM_NRW » 17.02.2020 09:09

Hi,

bitte unbedingt auch das Greifen mit der Hand in den Schnee unterlassen. Das erreichst Du nämlich nicht durch hohen Aufkantwinkel und Hüftknick sondern durch komisches Absitzen nach hinten.

Ansonsten stehen hier schon viele gute Tips.

LG Thomas

Legendx
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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von Legendx » 17.02.2020 19:07

Ich danke euch vielmals für die ganzen Tipps und Ratschläge! Leider fahre ich erst wieder im nächsten Jahr Ski, aber dann weiß ich nun dank euch worauf ich achten muss!

Ich denke, dass ich die Skischuhe viel zu fest eingestellt habe. Daher hatte ich nicht den entsprechenden Freiraum und ich komme daher in Rückenlage bzw. kann mich schlechter in die Schuhe drücken.

Was mir auch fehlt ist definitiv eine ordentliche muskulatur in den Beinen um richtig in die Knie zu gehen. Daher werde ich nun meinen unteren Körper intensiver trainieren, um in nächsten Jahr agiler zu sein. Mir fehlt hier einfach an Kraft. Danke @odenwälder für die Links und die vorgeschlagenen Übungen!

Das rumgefuchtel mit den Armen/ Stöckern war mir auch so nicht bewusst. Danke für den Tipp @Kex

Ich muss aber auch sagen, dass ich damals nur ein Tag in der Skischule war und ich mir den Rest mit der Zeit selber angeeignet habe.

Über die ganze kritik bin ich schon stark verwundert, finde es aber um so besser, wie viel Verbessungspotenzial ich habe und auch unbededingt umsetzten möchte. Vielleicht schnappe ich mir im kommenden Jahr mal für zwei Tage einen Skilehrer, der mir genau wie Ihr es getan habt, Tipps gibt.

Ich wollte einfach mal von Außenstehenden analysiert werden und das habt ihr echt klasse gemacht! Nochmals vielen Dank für die ausführlichen Ratschläge und Tipps.

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Re: bitte um kritische Videoanaylse Carving

Beitrag von odenwälder » 20.02.2020 11:12

Falls du Interesse daran hast, im Sommer dein Training ein wenig aufs Skifahren auszurichten kannst du dich auf zwei Punkte konzentrieren: Balance und Kraft.
Balance ist eigentlich ganz einfach, da geht alles was Spaß macht und die Koordination fördert (Slackline, Rollerblades ...)

Krafttraining ist aus folgendem Grund wichtig: Im Job wird der Körper entweder einseitig (bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten) oder so gut wie gar nicht (Bürojobs) belastet. In Deinem Alter ist das noch kein Thema, aber Ü30 fangen dann die Probleme an mit Rücken usw. langsam an. Bei Schreibtischtätern ist durch die Sitzhaltung meistens die rückseitige Muskelkette (z.B. Gluteus, Bizeps femoris) schwächer als der Gegenpart (z.B. Quadriceps, M. Iliopsoas), die dann evtl. auch noch verkürzt sind.

Diese Dysbalance ist neben Balanceproblemen (die hier im Forum meistens angesprochen werden) ein ganz wichtiger Punkt, weshalb es Skifahrern oft schwer fällt, die neutrale Position länger als ein paar Schwünge zu halten. Aufgrund der Dysbalance ist nämlich eine leichte Sitzhaltung die "natürliche" Haltung geworden - es ist einfacher sich nach hinten abzuhängen und die stärkeren Muskeln zu belasten als neutral zu stehen. (Das sieht man übrigens auch, wenn man Joggern zu sieht. Da gibt es diejenigen, die aufrecht daherkommen und einen luftigen, leichten Schritt haben und dann gibt es diejenigen, denen man am liebsten einen Stuhl hinstellen möchte). Für jeden Schreibtischtäter heisst das, dass das Training darauf abzielen muss, diese Dysbalance durch Krafttraining zu beseitigen und Verkürzungen wieder abzustellen. Netter Nebeneffekt: Eine Stärkung des Gluteus gibt einen Knackar*** und sieht auch am Strand gut aus.

Was ist also zu tun? Training um die Beweglichkeit zu verbessern (Yoga, Pilates, was auch immer) und Krafttraining. Für Skifahrer (aber auch alle Schreibtischtäter ganz allgemein) wären wichtige Übungen die Kniebeuge (am besten mit Langhantel oder alternativ als Goblet Squat mit einer Kettlebell) und Kreuzheben. Da du als junger Mann dabei bald 100 kg bewegen können wirst, lass dir die Übungen unbedingt von einem Trainer zeigen - die Bandscheiben werden es dir danken.

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