Breite Ski

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NeusserGletscher
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Breite Ski

Beitrag von NeusserGletscher » 12.05.2018 10:03

gebi1 hat geschrieben:Ja es stimmt, ich bevorzuge breitere Ski, weil sie vielseitiger sind, aber ich betätige mich nicht als Missionar.
(Zitat aus einem anderen Thread entliehen)

In den letzten Jahren sind meine Ski immer länger und breiter geworden. Anfänglich war ich etwas skeptisch, aber mit der Zeit bin ich immer mutiger geworden und habe gängige Vorurteile über lange und breite Ski ignoriert:
  • breite Ski haben auf harter Piste weniger Kantengriff
    - das ist bei heutigen Konstruktionen nicht zwangsläufig so. Durch geeignete Konstruktionsmerkmale wie Titanal, Waben oder Carbon sind moderne breite Ski genau so torsionssteif wie schmale
  • breite Ski sind nur fürs Gelände
    - definitiv nicht. Breite wie lange Ski fahren genau so gut im Sulz oder in einer Buckelpiste und selbst auf morgendlich durchgefrorenem Schnee
  • breite Ski lassen sich schwerer aufkanten
    - mir hat nie eingeleuchtet, wieso diese theoretische Überlegung in der Praxis eine Rolle spielen soll. Nach meiner Erfahrung spielt das keine Rolle
  • breite und lange Ski drehen schwerer
    - durch neue Konstruktionen wie Rocker drehen die Ski leichter und spielen im Gelände trotzdem ihre Vorteile aus
Kurzum, vieles, was man aus früheren Zeiten über lange und breite Ski geschrieben hat, trifft meiner Ansicht nach heute auf moderne Konstruktionen einfach nicht mehr zu. Diese Saison bin ich praktisch durchgängig mit einem Ski mit 195 cm Länge und 115 mm Breite unter der Bindung gefahren. Ich hatte nirgend eine Situation, bei der ich der Meinung war, ein anderer Ski würde mir jetzt mehr Spaß machen. Zur Wahl standen noch SL, Racecarver und Allmountain.

Aus meiner Sicht gibt es zwei triftige Argumente gegen breite Ski: Man hat mehr Fläche die gewachst werden muss und die Trefferwahrscheinlichkeit für Steine wächst proportional zur Breite. :wink:
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Commander57
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Re: Breite Ski

Beitrag von Commander57 » 12.05.2018 11:12

Moin!
NeusserGletscher hat geschrieben:...... und die Trefferwahrscheinlichkeit für Steine wächst proportional zur Breite. :wink:
Klugscheißermodus an:
Das halte ich für falsch. Dein Ski ist an der Spitze und am Ende breiter als unter der Bindung und du triffst normalerweise mit der Spitze den Stein! Es sei denn du driftest oder fährst rückwärts oder springst.
Klugscheißermodus aus!

Gruß
Frank
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NeusserGletscher
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Re: Breite Ski

Beitrag von NeusserGletscher » 12.05.2018 12:48

Die meisten Schäden habe ich bei meinen Ski im Bereich der Bindung. Bei einem Kontakt im Bereich der Schaufel kann ich meist noch schnell reagieren und den Ski entlasten.
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gebi1
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Re: Breite Ski

Beitrag von gebi1 » 12.05.2018 12:51

Ich war nun mehrere Saisons vor allem mit breiten, bis sehr breiten Ski unterwegs. Die erste Hälfte der vergangenen Saison fast ausschliesslich mit einem Völkl Two (124 mm unter der Bindung, ca. 30 m Radius, Full Rocker). Der Pistenanteil war dabei sehr hoch. Der Two macht wirklich überall Laune. Auf der Piste mag er vor allem wenn man schnelle GS Kurven fährt. Kurzschwünge auf der Piste werden anstrengend. Im Tiefschnee ist er sehr leichtgängig. Obwohl eigentlich für ganz tiefen Powder konstruiert, ist der Two ein Alleskönner. Steine hat er schon viele geküsst und sieht auch entsprechend aus. Das tut der Funktionalität keinen Abbruch.

Nun kommt das Aber. Vergleiche ich ihn auf der Piste mit einem SL oder GS sind da Welten dazwischen. Darum habe ich nun auch wieder einen Pistenski im Köcher. Pistenski liefern einfach mehr Spass auf hartem Untergrund, Direkteres Fahrgefühl, mehr Carvingspass. Bei Freerideski bleibt halt alles etwas schwammig.

Mein Fazit: An Kombitagen nehm ich den Two her. Wenn ich auf der Piste heizen will, ist der Dynastar dabei. Oder ich nehm beide mit.

Und auf nächste Saison möchte ich noch einen FIS GS um bei harter Piste mal wieder so richtig Gas geben zu können.


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Re: Breite Ski

Beitrag von NeusserGletscher » 12.05.2018 15:52

^^ Ich sehe das ähnlich. Den SR 115 würde ich als Allmountain bezeichnen. Klare Präferenz im Gelände, aber er macht auch auf der Piste und in Buckeln Spaß.

Daneben gibts halt auch SL oder Racecarver / GS. Klar, das sind Spezialisten, die unter optimalen Bedingungen mehr rausholen. Aber das ist halt eine Frage der Abwägung, ob ich dafür am Tag noch mal in den Skikeller fahre und wechsle oder halt im Sulz mich mit einem zu harten Ski quäle. Wobei auch hier die neueren Konstruktionen das Fahrverhalten verbessert haben.

Als Quintessenz würde ich sagen, dass niemand mehr Angst vor breiten oder langen Ski haben muss. Im Gegenteil, die ausgereiften modernen Konstruktionen kann man durchaus als Allmountainski länger und breiter fahren, als dies noch vor 10 Jahren üblich war.

Übrigens, im direkten Vergleich zwischen dem SR 95 und SR 115 hast Du Recht, der SR 95 taucht im Gelände mit der Schaufel leicht ab, wenn man zu viel Schaufeldruck gibt. Der SR 115 schwimmt dagegen fast von alleine auf, da muss man gar nichts mehr tun.
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Re: Breite Ski

Beitrag von zuUnkreativ » 14.05.2018 09:02

NeusserGletscher hat geschrieben:
12.05.2018 10:03

[*]breite Ski lassen sich schwerer aufkanten
- mir hat nie eingeleuchtet, wieso diese theoretische Überlegung in der Praxis eine Rolle spielen soll. Nach meiner Erfahrung spielt das keine Rolle
Ich bin ebenfalls Anhänger von breiten Ski, da ich Ausflüge jenseits der perfekt präparierten Piste schätze und mir auch der übelst zerfahrene Acker mehr Spaß macht, als die plane Piste. ABER: Ich finde schon, dass sich breite Ski schlechter umkanten lassen als schmale.
Aber freut mich, dass die Breitski-Fraktion mehr Zulauf bekommt. Nur wer die verschiedenen Skiarten gefahren ist, kann im Anschluss sagen, was einem gefällt.

Und @@Commander57 zwar leuchtet mir dein Klugscheißermodus ein. Allerdings sprechen die Belagseiten meiner Ski eine andere Sprache ;-)

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Re: Breite Ski

Beitrag von zzz » 14.05.2018 09:25

NeusserGletscher hat geschrieben:
12.05.2018 10:03
(...)
Aus meiner Sicht gibt es zwei triftige Argumente gegen breite Ski: Man hat mehr Fläche die gewachst werden muss und die Trefferwahrscheinlichkeit für Steine wächst proportional zur Breite. :wink:
Und....

- lange Ski sind innerhalb des PKW deutlich schwerer unterzubringen - vor allem bei den morgendlichen Fahrten zu den Pisten (sofern allen Sicherheitsbedürfnissen Genüge getan wird)
- lange Ski sind auf dem Weg vom Auto zum Skilift (und andersrum) mit zunehmender Entfernung mühsamer
- lange Ski sind zwar flotter in der Halterung einer Kabine untergebracht (z.B. schon 1 m bevor die Kabine die Einstiegszone erreicht), aber mit zunehmender Breite (des Tails) ist die Treffsicherheit ein Problem, und wenn es nicht gelingt, marschiert man entlang der ganzen Länge der Einstiegszone an den Wartenden vorbei.... Und durch das höhere Gewicht hat man dann abends "Bizeps"....

Im Ernst: aus praktischen Überlegungen heraus ist mein Limit 180 cm. Um die Breite habe ich mich nie gekümmert, ich habe mich meist nur bei Pistenski umgesehen, und da ist die Breite nicht das GANZ große Thema. Auf dem nächsten Skibasar schaue ich mal auf Deine Anregung hin, ob es etwas Interessantes zum Ausprobieren gibt. Die reinen Freerider und Co. würde ich aber nicht kaufen - ich muss nicht so tun, "als ob", und dann doch nur auf der Piste bleiben (oder knapp daneben). Ich würde aber etwas mehr Auftrieb auf zerfahrenem Sulz sehr schätzen.

Übrigens, mir scheint auch (ohne Gegenprüfung, rein von der Optik her), dass die Stöckli gegenüber den anderen Marken für die scheinbar selbe Zielgruppe (also jene Stöckli, die im Laden mit den anderen Ski im gleichen Stapel stehen) auch erkennbar breiter sind. Und - die von Stöckli bauen ja auch keinen Mist.

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Re: Breite Ski

Beitrag von HoTTrod » 14.05.2018 10:03

für die Bedingungen, die ich am häufigsten habe:
harte bis sehr harte (teils eisige) Piste, präpariert und gewalzt , mit der Pistenoberfläche eine klare Tendenz zur Fußreflexzonenmassage, würde ich immer den SL dem breiteren ski vorziehen.
Aber vielleicht ist mein BBR auch in die Jahre gekommen und auch nicht das richtige Pistenmonster..der läuft halt viel besser bei weichen Bedungungen und abseits der Piste..
LG Jens

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Re: Breite Ski

Beitrag von zuUnkreativ » 14.05.2018 16:45

zzz hat geschrieben:
14.05.2018 09:25

Und....

- lange Ski sind innerhalb des PKW deutlich schwerer unterzubringen - vor allem bei den morgendlichen Fahrten zu den Pisten (sofern allen Sicherheitsbedürfnissen Genüge getan wird)
- lange Ski sind auf dem Weg vom Auto zum Skilift (und andersrum) mit zunehmender Entfernung mühsamer
- lange Ski ...
Der perfekte Ski für dich:
http://www.bergsteigen.com/news/kurzer- ... x-klappski
Lässt sich auch in einem Kleinwagen problemlos transportieren. Einziges Problem: Er passt nicht in deine (neue) Skitasche. Dafür in jede handelsübliche Sporttasche oder sogar in den Koffer.

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Re: Breite Ski

Beitrag von ingo#31 » 14.05.2018 18:41

Klappski..........Klappstuhl.......Klappt nicht :D

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