Völkl Two ein Fazit

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gebi1
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Ski: Völkl Two, Line Sick Day 110

Völkl Two ein Fazit

Beitrag von gebi1 » 10.05.2017 10:44

Nach einer (durchzogenen) Saison, in der ich sehr viel mit dem Völkl Two unterwegs war, möchte ich ein Fazit ziehen und darüber Berichten, dass auch extrem breite Freerideski alltagstauglich sein können.

Hier findet ihr alle relevanten Daten zum Two https://www.voelkl.com/skis/freeride/freeride/two.html ich hab den Grünen aus der Saison 15/16, montiert ist ne Baron, damit auch noch ein paar Höhenmeter möglich sind. Montagepunkt ist +2 (2 cm vor dem empfohlenen Punkt), Länge 186 cm bei einem Körpergewicht von +/- von 78 Kg und 181 cm Grösse.

Ich haben den Two als Ersatz für den K2 Pettitor gekauft, weil ich mir von der Fullrockerkonstruktion ein noch spielerisches Handling im unverspurten Powder erhoffte. Da ich über etliche andere Ski verfüge, stand die Alltagstauglichkeit nicht im Vordergrund. Da sich dann aber die ganze Saison als sehr bescheiden präsentierte und fette Powdertage fast ganz ausblieben, begann ich den Two auch an Pistentagen und bei allerlei anderen Bedingungen zu fahren.

Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass sich alle Ski irgendwie auf der Piste fahren lassen und da auch mehr oder weniger Spass machen. Wer von einem Freerideski mit 124 mm unter dem Fuss die selben Pisteneigenschaften wie von einem SL erwartet, wird natürlich enttäuscht. Der Two verfügt über einen mittelharten Flex, seine Wendigkeit bezieht er aus der Fullrockerkonstruktion, das heisst der Ski liegt in der Mitte plan auf dem Schnee, die Rocker an Tip und Tail steigen dann gleich nach der Bindung sehr steil an. Die breiteste Stelle ist sowohl am Tip, wie am Tail stark zurückgenommen (Taper), das verkürzt den Radius von über 28 m beim Aufkanten auf gepresstem Schnee deutlich.

Piste
Hier überrascht der Two sofort. Wer technisch sauber fährt, und gut carven kann, erlebt ein kleines Wunder. Der Ski ist superwendig. Er reagiert auf kleinste Steuerimpulse und fährt sich fast wie ein SL, wenn man genügend Druck auf die Schaufel bringt. Lange Carvingturns gelingen ebenfalls gut, auch hier muss mit viel Druck auf die Schaufel gefahren werden. Der Gewaltsrocker flattert etwas. Da der Flex nicht ganz so weich ist wie bei vergleichbaren Modellen, hält sich das Geflatter in Grenzen. Da das Umkanten eines so breiten Ski mehr Kraft kostet, ist ein reiner Pistentag etwas ermüdend. Bei sehr hartem Schnee zeigt der Two einen überraschend bissigen Kantenhalt. Das hätte ich von einem Fullrocker so nicht erwartet. Reiner Kunstschnee macht aber erwartungsgemäss wenig Spass. Hier schaffen kontrollierte Rutschphasen Abhilfe. Bei zerfahrenen Pisten brettert der Two einfach über alles hinweg. Schlechte Pistenverhältnisse scheinen nicht zu existieren. Im tiefen Sulz ist er eine Wucht und lässt spielerisches "surfen" zu.

Zerfahrenes Gelände
Da gibt es bessere Ski (z.B. der Shiro). Vor allem Harsch ist nicht so seins. Hier fühlte ich mich mit dem Two immer unsicher, hatte das Gefühl die Schaufeln fahren jeder Spur nach. Konzentration und eine gute Portion Speed ist gefragt dann geht's besser. Im zerfahrenen Pulver oder bei feuchtem Schnee hingegen zeigt sich der Two gutmütig und macht alles mit. Schnelle lange Turns wie auch kurze Radien gelingen gut. Durch den Fullrocker lässt sich der Ski sehr spielerisch fahren, querstellen, driften. besonders da wo's eng wird macht er viel Spass und ist ein zuverlässiger Begleiter. Dank Twintip gelingen Butters im Powder gut. Wer gerne viel rückwärts unterwegs ist/landet kann ihn auch mit gutem Gewissen auf +4 oder +5 fahren.

Unverspurter Powder
Dafür ist er gemacht! Grenzenloser Spass! Unsinkbar und auch für Powderanfänger einfach zu fahren. Man kann gar nicht anders als mit dem Two im Powder zu spielen, zu surfen und zu driften. Wer es gerne ganz schnell mag, wählt lieber einen andern Ski. Der Two ist ganz klar ein Powderspielzeug und kein Brachialgeradeausski.

Aufstieg
Schwer und mit der Baron noch schwerer. Wer ungeübt ist beim Aufsteigen, beisst sich am breiten Two die Zähne aus. Im steilen Gelände wird's dann zum Teil kritsch, so dass ich den Two lieber am Rucksack hatte und zu Fuss aufgestiegen bin. Ich verwende dafür dieses Fell https://www.bergzeit.ch/contour-hybrid- ... s-skifell/ Das war noch vom Pettitor und ist einem normalen Fell in allen Belangen unterlegen. Zudem ist das Gefummel beim Ab- und wieder Auffellen ziemlich lästig. Der Two ist keine Tourenoption. Vermutlich würde ich heute ne Griffon/Jester drauf machen.

Fazit
Der Two wurde im Laufe der Saison mein Begleiter für alles und überall. Er ist sicher keine Allmountain- oder Alleinskiempfehlung, kann aber bedenkenlos überall und bei allen Bedingungen gefahren werden. Spass garantiert!

Dieses Video zeigt sehr schön für was der Two (und der One) vor allem gemacht sind https://www.youtube.com/watch?v=K7H9yCC3R98

Gruss
Martin


Holliday
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Re: Völkl Two ein Fazit

Beitrag von Holliday » 15.05.2017 19:12

Schön, solche Testberichte zu lesen. Sehr geiles Video.

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