Welche Bindung an Fischer Ranger 102

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chrbhm
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Welche Bindung an Fischer Ranger 102

Beitrag von chrbhm » 23.01.2023 11:36

Um dir bestmöglich zu helfen, beantworte bitte folgende Fragen:

Wie alt bist du? Männlein oder Weiblein? Wie lang und wie schwer?
49, männlich, 186cm lang und 85kg schwer.
Wie sportlich bist du; welche andere Sportarten betreibst du, wie oft?
Joggen, Rennrad, Klettern und Krafttraining. Je nach Saison 2-3x pro Woche
Wie lange und wie oft (pro Jahr) fährst du schon Ski?
Seit einer längeren Pause seit 6 Jahren wieder, ca. 2x im Jahr mit jeweils 5-10 Skitagen Tagen
Bitte beschreibe kurz deine (bisherige) bevorzugte Fahrweise (z.B. Pistenfarbe, Schwungart, Geschwindigkeit)
schwarz und schnell, Carven und Kurzschwung
Mit welcher Fahrweise bzw. bei welchen Bedigungen hast du Probleme?
Tiefschnee
Welche Technik fährt du überwiegend (sauber gecarvt bis nur gedriftet)?
Carven am morgen, driften wenn die Schenkel brennen
Arbeitest du bewusst an deine Technik, bzw. nimmst du Skiunterricht?
Ja. Regelmäßig
Für welches Einsatzgebiet (Piste/nur bischen neben der Piste im Neuschnee/richtig Tiefschnee abseits der Pisten=Freeriden/Tourengehen) und für welche (künftige) Fahrweise soll der neue Ski geeignet sein?
Abseits der Pisten
Welcher Skityp (siehe hier) könnte zu dir passen?
Für die konkrete Frage "E"
Wie ist dein Ski-Level? (Bitte mit dem Ski-Level Tool ermitteln)
77
Wohin willst du dich skifahrerisch entwickeln, was würdest du gerne als nächstes lernen, üben, können?
Tiefschnee und Freeriden
Welche Ski bist du bisher gefahren?
Kürzlich Elan Wingman, zuvor diverse Atomic Redster Modelle, Racetiger SL, ich besitze einen Atomic Redster S9
Bist du schonmal bewusst z.B. Slalom- , Race-, Allmountain- oder sonstige Carvingski gefahren (siehe Skitypenbeschreibun), und hast einen Unterschied zwischen den Skitypen gespürt?
Ja und ja.
Welchen davon fandest du gut? Warum?
Den Atomic Redster S9, weil ich damit schön carven konnte und ebenfalls der Kurzschwung gut funktioniert.

Hallo zusammen,
zur Sache und zu mir. Ich fahre seit geraumer Zeit Ski und habe mir vor zwei Jahren einen Atomic Redster S9 angeschafft, den ich auch gerne zum Ballern auf der Piste fahre. Meistens geht es mit dem ersten Lift hoch und dann fahre ich bis die Schenkel brennen. Danach wird es gemächlicher. Mittlerweile fahre ich auch gerne neben den Pisten oder etwas weiter abseits. Hierfür habe ich mir dieses Jahr für einige Tage einen Elan Wingman 86 ausgeliehen und im tieferen Schnee (egal ob bereits zerfahren oder jungfräulich) auch viel Spaß hatte. Nun habe ich Blut geleckt und will mehr.

Nicht zuletzt wegen der guten Berichte hier im Forum über den Fischer Ranger 102 würde ich mir diesen nun gerne in 183cm als Zweitski für den Spaß im Gelände zulegen. Ich bin jedoch unschlüssig wegen der Bindung und weil leider nur ein Online-Kauf in Frage kommt (Komme aus Hamburg und arbeite derzeit in Litauen) brauch ich mal etwas Hilfe.

Ich besitze einen (Alpin-) Schuh Salomon X-Max 120 und denke, ich werde zunächst im Wesentlichen vom Lift aus ins Gelände gehen. Gesehen habe ich viele verschiedene Bindungstypen und -hersteller. Einige davon bieten 'Shift' Systeme an. Nun meine Fragen:

Welches System würdet Ihr empfehlen? Etwas hybrides oder lieber klassisch, einfach und bewährt?
Was ist überhaupt 'Shift' ? Was sind die Vor- und Nachteile?
Macht es Sinn, bei dem Fischer Ranger 102 über einen (Neben-)Einsatz als Tourenski nachzudenken oder ist der mit ca. 2kg pro Ski schlichtweg zu schwer?

Viele Grüße und schonmal danke vorweg
Christian

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Re: Welche Bindung an Fischer Ranger 102

Beitrag von Roboter » 23.01.2023 17:48

Servus Christian,
die Ranger-Serie, darunter auch der 102, wurde auf diese Saison (22/23) hin verändert - laut Blistergearreview (ein sehr kompetentes Online-Magazin, wie ich finde) soll das doch relativ deutlich spürbar sein. Angeblich ist er jetzt (noch) zugänglicher und fehlerverzeihender, dafür weniger stabil und „poppig“. Die in diesem Forum aufzufindenden Erfahrungsberichte zum alten 102FR (auch von mir) könnten deshalb überholt sein (und sind es wahrscheinlich auch). Das würde ich (ich hab auch 85+ kg) in meine Überlegungen einbeziehen. Als vielseitige, wenngleich etwas direktionalere, stabilere, dafür weniger „lebendige“ Alternativen könntest dir vielleicht ja auch einen Nordica Enforcer 104 Free oder einen Blizzard Cochise anschauen.
Zum Thema Bindung:
Es gibt derzeit (soweit für mich überblickbar) 3 Hybrid-Systeme, und zwar
1. Salomon/Atomic/Armada Shift (Z10 oder 13)
2. Marker Duke PT (Z12 oder 16)
3. CAST (in Verbindung mit Look Pivot 15/18).
So eine Bindung - der doch erhebliche Mehrpreis - zahlt sich meines Erachtens nur dann aus, wenn du konkret planst, mit dem Ski auch aufzusteigen. Dafür bräuchtest du auch Schuhe mit PIN-Einsatz, Felle und (wenn du ins Gelände willst) eine LVS-Ausrüstung. Und dann hättest du halt schon ein Paket mit nicht unerheblichem Gewicht. Für kurze Aufstiege für Gelände-Abfahrten sicher geeignet, für längere Touren eher nicht.
Die besten (aber auch teuersten) „klassischen“ AM-Bindungen sind mMn die Look Pivots 15 oder 18, fast alles aus Metall. Ich habe wegen (jedenfalls meiner Ansicht nach) 2 Fehlauslösungen von einer Marker Griffon 13 auf eine Look Pivot 18 (gabs im Superangebot) gewechselt - ich hab die Marker nicht testen lassen, ein Materialfehler ist somit nicht belegt. Da ging’s dann halt auch ein bisschen um Gefühl und Einbildung. Auch mit Tyrolia Attack2 14, Armada Warden 13 MNC Demo und Shift hatte ich bislang keine Probleme („gefühlte“ Fehlauslösungen). Gut dürften auch die Salomon STH 16 oder 13 sein. Am Ende ist‘s bei mir halt auch immer ein bisschen eine Preisfrage, welche Bindung es gerade günstig gibt.
LG und viel Spaß im Schnee
R

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saschad74
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Re: Welche Bindung an Fischer Ranger 102

Beitrag von saschad74 » 24.01.2023 14:14

Hallo Ihr beiden,

hier 'mal meine 2 Cent zu der Frage...

Christian, um Deine Frage zu beantworten (oder zumindest Denkanstöße zu geben) müsste man erstmal wissen, wie oft Du mit den Ski im Gelände zu fahren denkst pro Jahr. Dann auch noch, ob Du schonmal mit Fellen aufgestiegen bist, ob Dir das liegt und Du Dir vorstellen könntest, das in Zukunft öfter zu machen. "Einfach so" eine Salomon/Atomic Shift draufzumachen, dazu würde ich nur raten, wenn Geld nicht so wichtig ist.

Robert, den Mehrpreis für LVS-Ausrüstung zum "Tourenbindungspaket" hinzuzurechnen, finde ich schwierig. Wenn Christian jetzt schon regelmäßig im Gelände fährt, bräuchte er die Ausrüstung eigentlich schon jetzt. Ja, ich sehe auch die Realität in den Skigebieten, aber wenn schon, denn schon.

Alternativ zu den zwei genannten Möglichkeiten wäre vielleicht noch denkbar, den Ski erst einmal mit einer (gebrauchten, daher günstigen) Rahmenbindung auszustatten. Dafür braucht man keine neuen Schuhe (für kleine Aufstiege reicht es, die oberen Schnallen vom Alpinschuh aufzumachen) sondern als einziges "Extra" dann halt noch Felle und man kann erst einmal schauen, wie oft man das macht, ob sich das lohnt etc.

Ich selbst fahre seit einigen Jahren zum Freeriden in der Regel die Kombination aus massiver Fischer-Powderlatte (siehe Profil), Rahmenbindung (Guardian) und Alpinskischuh (diese Saison ersetzt durch einen Freerideschuh mit Inserts, allerdings in erster Linie wegen nachlassender Passform). Das ist schweineschwer und trotzdem gehen damit Aufstiege von wenigen hundert hm durchaus passabel. Solltest Du feststellen, dass Du mehr/häufiger aufsteigen willst, wäre es kein Riesenproblem, die Bindung zu tauschen.

Gruß,
Sascha

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Re: Welche Bindung an Fischer Ranger 102

Beitrag von Roboter » 25.01.2023 08:27

saschad74 hat geschrieben:
24.01.2023 14:14
Robert, den Mehrpreis für LVS-Ausrüstung zum "Tourenbindungspaket" hinzuzurechnen, finde ich schwierig. Wenn Christian jetzt schon regelmäßig im Gelände fährt, bräuchte er die Ausrüstung eigentlich schon jetzt. Ja, ich sehe auch die Realität in den Skigebieten, aber wenn schon, denn schon.
Da stimme ich dir zu.

Eine kleine Ergänzung noch zur Frage von Christian, was die Shift eigentlich ist:
Die Atomic/Salomon/Armada „Shift“ - der Name des Modells - ist (wie auch die Marker Duke PT) eine Hybrid-Bindung aus Touren- und Alpin-Bindung. Im Aufstiegsmodus wird der Zehenbacken zur PIN-Bindung und erlaubt bei Verwendung mit Schuhen mit PIN-Einsätzen einen leichteren Aufstieg im Vergleich zu einer Rahmenbindung. Aufsteigen ist nur mit Schuhen mit PIN-Einsätzen möglich.
Im Abfahrtsmodus wird der Zehenbacken zum normalen Alpinbacken, der Fersenautomat ist auch ein Alpin- und kein Pin-Teil. Das hat zur Folge, dass sich die Abfahrt anfühlt wie mit einer normalen Alpinbindung und nicht wie mit einer PIN-Bindung. Auch die Z-Auslösewerte sind DIN-zertifiziert.
Du kannst die Bindung im Abfahrtsmodus mit allen ISO-zertifizierten Schuhsolen - Alpin, GW, Tour, WTR - nutzen. Aufstieg setzt wie gesagt Pin-Einsätze voraus. Weitere Voraussetzung ist, dass die Schuhe an Zehen und Ferse einen ausreichend breiten Steg aufweisen, weil die Shift in der Abfahrt ja nicht den PIN-Modus nützt. Das hat zur Folge, dass man bestimmte Tourenschuhe mit „zu kurzer Nase“ bzw zu kurzem Steg im Fersenbereich nicht verwenden kann. Das betrifft bestimmte dedizierte Tourenschuhe wie zB Atomic Backland oder Dynafit-Modelle mit „Speednose“ (zB Hoji Tour).
Ein Nachteil der Hybrid-Modelle im Vergleich zu klassischen Tech-Bindungen beim Aufstieg ist halt das deutlich höhere Gewicht.
Im Endeffekt musst du abwägen, was du machen willst, was dafür geeignet ist, worauf du deine Prioritäten legst (zB leichter Aufstieg oder Abfahrt wie mit Alpinbindung) und wie viel Geld du investieren willst. Kompromisse werden immer nötig sein.
LG R

chrbhm
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Re: Welche Bindung an Fischer Ranger 102

Beitrag von chrbhm » Gestern 08:17

Hallo ihr beiden,

bis jetzt habe ich die Bewertungen und Berichte ("more versatile"; "smoother"; "for a wider ranger of drivers") eher hingenommen, als zu hinterfragen. Insofern schaue ich noch mal kritisch weiter und werde den Enforcer und den Cochise als Alternativen unter die Lupe nehmen.

Vielleicht schaffe ich es einen davon zum Ausprobieren aufzutreiben. Der "Haben-wollen"-Druck ist allerdings ziemlich hoch... :-D

Bezüglich der Bindung bin ich jedenfalls um einiges schlauer, vielen Dank für die Infos. Ich tendiere hier schon eher in Richtung Alpin-Bindung, denn über kurz oder lang werde ich mir auch Tourenski zulegen. Obwohl es dann natürlich auch denkbar wäre, die breiten Latten mit den Tourenschuhen fahren zu können...

Der nächste Ski-Urlaub ist im März und ich werde berichten, wie es weitergeht.

Viele Grüße
Christian

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Re: Welche Bindung an Fischer Ranger 102

Beitrag von gebi1 » Gestern 15:05

Ich würde eine Rahmenbindung (Marker, Tyrolia) draufmachen. Wenn sich der Ski beim Fahren bewährt, mal Felle besorgen und ein kleines Voralpentürli machen. LVS, Sonde, Schaufel, erste Hilfeset sind auch da Pflicht). Vielleicht kennst du jemanden der Touren macht oder du schliesst dich einer Gruppe an. Bei uns in der Schweiz gibt es den Alpenclub (SAC) der hat regionale Sektionen, die Tourenangebote machen. Auch Kurse und Touren/Freeride Ferien werden da organisiert.

Wenn du merkst dass das Spass machst, kannst du dich weiter mit der Materialfrage befassen und weisst auch schon besser was du willst und was nicht.

Vom Blizzard Cochise würde ich dringend abraten. Wer keine Tiefschneeerfahrung hat, kommt damit nicht klar. Tiefschneeski, mit denen du klar kommen könntest und die auch auf der Piste funktionieren: Blizzard Rustler 10 & 11, Elan Rippstick 106 & 116, Fischer Ranger Serie, K2 Mindbender 116C, Line Sakana & Pescado (die neue Blade Optic Serie ist etwas anspruchsvoll geraten), Nordica Unleashed 108 & Enforcer 104 oder 110, Die Rossi Sender Serie, Salomon QST 106 & Blank, Völkl Revolt 121 (sauschwer und saugeil).

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