Beste Skimodelle für Old-School-Wedeln

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gebi1
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Re: Beste Skimodelle für Old-School-Wedeln

Beitrag von gebi1 » 06.03.2020 13:49

Urbächer hat geschrieben:
04.03.2020 19:42
Hi Anton06,
Ich, 65 Jahre jung, gehöre auch noch (und das sehr gerne) zur Generation Parallelschwung/Wedeln.
Carven möchte ich nicht - dieser Fahrstil gefällt mir definitiv nicht, denn die Fahrerinnen und Fahrer kommen auf der Piste daher wie Hubschrauber :lol: . Dies deshalb, weil sie den Stockeinsatz weder kennen noch gelernt haben. Die Stöcke hängen bei den Carvern einfach so in der Gegend rum...derweil sind diese beim Fahren doch so hilfreich! Von den reinen „Popowacklern“ auf der Piste, die Skifahren nur vom Hörensagen kennen, rede ich erst gar nicht.
Wegen der mittlerweile fehlenden Kraft schaffe ich nur noch selten eine Buckelpiste, aber Wedeln und Parallelfahren funktionieren noch wie zu meinen besten Zeiten.
Lies noch mal was du geschrieben hast. Du lässt dich hier auf abschätzigste Weise über Carver, Anfänger und weniger Begabte aus. Zudem schreibst du zwei mal, dass du wedelst. Schon gemerkt, das Forum nennt sich carving-ski.de?

Und warum nimmst du es persönlich, wenn ich schreibe, dass Wedeln scheisse aussieht? Das ist meine Meinung. Hättest du meine Beiträge gelesen, wäre dir aufgefallen, dass ich den klassischen Parallelschwung ästhetisch finde.
Aber vor lauter rumbrüllen scheint dir das entgangen zu sein. Sorry, Klaus, aber ich glaube du hast keinen Plan vom modernen Skifahren. Macht nix, lassen wir's hier. Weiterhin viel Spass beim Parallelschwingen.

urs
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Re: Beste Skimodelle für Old-School-Wedeln

Beitrag von urs » 06.03.2020 18:17

Urbächer hat geschrieben:
06.03.2020 12:53
Ist diese etwas breitere Kniestellung jetzt nur ein optisches Kriterium, oder bringt mich dieses auch fahrtechnisch nach vorne?
Hallo Klaus
Es bringt Dich auf jeden Fall weiter. Die leicht breitere Skiführung bringt mehr Stabilität, Du kannst auf Hindernisse besser reagieren, rutscht ein Ski weg, kannst Du das Gewicht kurzzeitig auf den anderen verlagern usf. Am wichtigsten scheint mir aber, dass Du erst so genügend Freiraum für die Fussarbeit bekommst, welche leider oft unterschätzt wird.

Wenn Du die fortgeschrittenen Beispiele anschaust, siehst Du, dass er den Ski bis über die Falllinie auf der Kante eindrehen lässt und erst danach mit dem Driften beginnt. Dazu muss er beide Skies unabhängig voneinander aufkanten. Er nutzt hier die Möglichkeiten der taillierten Skies gut aus. Mit alten Skiern und/oder geschlossener Skiführung ist das nicht möglich.

Weil Du Dich bisher vermutlich stark am Kontakt beider Knie orientiert hast, dürfte die Umstellung ungewohnt sein und zunächst einen Rückschritt bedeuten. Mittelfristig wirst Du mit mehr Sicherheit und entspannterem Fahren belohnt.
Gruss Urs

odenwälder
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Re: Beste Skimodelle für Old-School-Wedeln

Beitrag von odenwälder » 06.03.2020 22:31

urs hat geschrieben:
06.03.2020 18:17
Urbächer hat geschrieben:
06.03.2020 12:53
Ist diese etwas breitere Kniestellung jetzt nur ein optisches Kriterium, oder bringt mich dieses auch fahrtechnisch nach vorne?
...
Die leicht breitere Skiführung bringt mehr Stabilität, Du kannst auf Hindernisse besser reagieren, rutscht ein Ski weg, kannst Du das Gewicht kurzzeitig auf den anderen verlagern usf. Am wichtigsten scheint mir aber, dass Du erst so genügend Freiraum für die Fussarbeit bekommst, welche leider oft unterschätzt wird.
Ich sehe das genauso. Dazu kommt, dass die Gründe, für's Wedeln und die enge Skiführung längst weggefallen sind. Ich habe mal recherchiert, weil ich mich erinnern kann, dass schon zu der Zeit, als ich als Skifahren "richtig" (d.h reflektiert) gelernt hatte (Mitte/Ende der 80er) das Wedeln für meine Ausbilder (Bergführer, die uns als Jungmannschaft angeleitet hatten) nur was für Poser und ein echtes No-go war.

Ursprünglich wurde das Wedeln in den 50ern entwickelt, um im Slalom schneller zu sein als mit dem Rotationsschwung. Stefan Kruckenhauser gilt als der Vater der Technik Hier https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... -wird-bild findet man eine Bildsequenz, die sehr schön zeigt, wie das Wedeln damals funktioniert hat (rechts auf der Webseite, das dritte Bild von eben. Evtl. müsst ihr da erst auf "alle zeigen" klicken). Die extreme Verbiegung des Körpers gehört dazu. Mit dem damaligen Material ist das eine herausragende Leistung. Übrigens hat Kruckenhauser damals schon den Begriff Kurzschwingen für das Wedeln geprägt - Zum Wedeln gehört also der kurze Schwung, die parallele Skiführung, das Wegdrücken mit den Fersen und die Verwindung des Körpers. Dann kamen Toni Sailer und Brooks Dodge (der fuhr aus heutiger Sicht deutlich moderner). Mit Zunehmendem "Verkehr" auf den Pisten wurden die immer schlechter, so dass auch Kruckenhauser selbst schon Ende der 50er eine etwas breitere Skiführung forderte.
Das Ende vom Wedeln im Profisport kam in den 70ern mit den Sicherheitsbindungen und Plastikschuhen.Seit Ende der 60er wurde für Skirennfahrer der geschnittene Schwung (carved turn) propagiert - so neumodisch ist das Carving also gar nicht. Mit Wedeln war ab da nichts mehr zu gewinnen. Ich finde es eher erstaunlich, dass sich die fossile Wedeltechnik im Freizeitsport noch viele Jahrzehnte weiter retten konnte. Vermutlich hat sich da der Rennsport vom Freizeitsport abgekoppelt. Die Leute haben die Filme von Toni Sailer und Co gesehen und versucht das zu imitieren. Geschäftstüchtige Skischulen haben das ihre dazu beigetragen. Bis der geschnittene Schwung bei den Freizeitfahrern ankam wurde es die 90er.

Wedeln ist also nicht nur Old-School sondern Oldest-School. Mit altem Material (Lederstiefel und Seilzugbindung) finde ich es auch heute noch eine tolle Sache. Aber schon mit dem Material der 80er ist es einfach nur noch - naja, hier kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

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Pancho.Ski
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Re: Beste Skimodelle für Old-School-Wedeln

Beitrag von Pancho.Ski » 08.03.2020 15:15

Sitze grad in einer Hütte, mache gemütlich Pause...
...dann sehe ich dieses Bild und musste an dieses Topic hier denken.
67807012-D082-4197-9FA7-1CFE12E6749B.jpeg
Köstlich... das war damals en Vogue

(Bild leider um 90 Grad verdreht, auf dem Handy ist korrekt)

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Re: Beste Skimodelle für Old-School-Wedeln

Beitrag von odenwälder » 08.03.2020 17:46

Pancho.Ski hat geschrieben:
08.03.2020 15:15
Sitze grad in einer Hütte, mache gemütlich Pause...
...dann sehe ich dieses Bild und musste an dieses Topic hier denken.

Köstlich... das war damals en Vogue

(Bild leider um 90 Grad verdreht, auf dem Handy ist korrekt)
Super.

Ich hab auch noch was gefunden, sozusagen direkt an der Quelle
http://skiakademie.at/skiakademie/lehrw ... hichte.php

Ganz kurz: Wedeln war mit dem Lehrplan 1971 aus und vorbei. Danach kam Beugedrehen und Streckdrehen http://smucisca.net/slike/interski2011/033.jpg
http://smucisca.net/slike/interski2011/032.jpg
(die Bilder hier sind - glaube ich - noch die "scharfe" Form. Die extremen Hoch-Tief-bewegungen wurde dann mit dem Plan 1974 entschärft)

Wegen der Bewegungsbeschreibungen hier im Thread glaube ich, dass hier niemand der Beteiligten wedelt, sondern ein Parallelschwung mit (entschärften) Bewegungselementen aus Beugedrehen/Streckdrehen gefahren wird. Man darf als Oldschooler spätestens seit 1980 auch ganz offiziell aufkanten. :wink:

Damit bleibt mir als abschließende Skiempfehlung für's Wedeln:

Langlaufski (klassisch).

Damit kommt man mit einer modernen Ausrüstung dem 50er-Skifeeling am nächsten :D

Edit: Das Beugedrehen ist übrigens ganz offiziell immer noch da
http://skiakademie.at/skiakademie/lehrw ... chnik2.php
https://alpinskischule.at/programmdetai ... ining.html .

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