Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski brauch

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PK
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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von PK » 22.12.2010 10:47

beate hat geschrieben:Slalomski sind für Wedler grauenhaft. Durch das enge fahren und Fersendrücken haben sie dauernd die Schaufeln an- oder sogar übereinander! ....
Also das kann ich so als allgemein gültige Aussage nicht stehen lassen. Siehe Video unten.

Mein Freund fährt fast nur diesen "Wedlerstil" und das mit einem SL mit 12m Radius. Er ist vor ca. 3 Jahren von "Pommes" auf "Carver" umgestiegen und hat etliche Skitypen ausprobiert. Beim Slalomcarver blieb es schlussendlich...



Kleiner Nachtrag zum Ski:
Er fährt das Vorgängermodell meines SL12pb, ebenfalls mit 1,60m. Die Schaufelbreite dürfte damit ca. 11cm sein.
Zuletzt geändert von PK am 22.12.2010 11:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Poldy
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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von Poldy » 22.12.2010 11:00

ich empfehle auch einen slalom. warum ? 1. Die Wedelei m.E. auch mit einem "Sport" - oder Racecarver nicht einfacher, warum auch ? ( siehe Video im vorherigem Beitrag, dort wedelt es doch ganz fein...). 2. Ich hab noch niemanden getroffen, der sich dem Reiz der Bewegung beim geschnittenen Schwung ganz entziehen kann - und sich da ran zu tasten, ist mit einem Slalom einfacher, besonders, wenn Du vorher schon gut auf dem Ski gestanden bist ( ich wollte erst schreiben, dass es keine guten Skifahrer gibt, die nicht carven können, aber vielleicht wäre das sogar ein wenig engstirnig...das video hat mich irgendwie beeindruckt,man kann nicht sagen, das die Person, die gefilmt wird, nicht skfahren kann)

Gruss Poldy

skifossil
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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von skifossil » 22.12.2010 12:38

Poldy hat geschrieben: ( ich wollte erst schreiben, dass es keine guten Skifahrer gibt, die nicht carven können, aber vielleicht wäre das sogar ein wenig engstirnig...das video hat mich irgendwie beeindruckt,man kann nicht sagen, das die Person, die gefilmt wird, nicht skfahren kann)
Es gibt keine guten Skifahrer, die nicht carven können. Es gibt nur solche, die nicht wissen, dass sie es können.

Hingegen gibt es viele Carver, die keine guten Skifahrer sind.
Wer mit einem nahezu untaillierten Ski gut fahren konnte, der kann es mit einem stark taillierten Ski erst recht. Ob dies auch umgekehrt gilt? :D

PK
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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von PK » 22.12.2010 13:17

skifossil hat geschrieben: ... Wer mit einem nahezu untaillierten Ski gut fahren konnte, der kann es mit einem stark taillierten Ski erst recht.
Zu Florians (also mein Freund, der hier als Vorzeige-Wedeler herhalten muss :wink: ) Fahrkünsten muss ich zu seiner Ehrenrettung sagen, dass Er sehr wohl auch sehr gut "carven" kann. Wenn er will... :roll:
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Mi67
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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von Mi67 » 22.12.2010 14:00

Wenn man tiefer in die Frage einsteigt, dann sollte man zwischen Wedeln und Kurzschwung möglichst klar unterscheiden.

Slalomcarver unterstützen Kurzschwung sehr gut und (ver)leiten dabei zu stärker ausschlagenden und kraftsaugenderen Schwüngen, bei denen Aufkanten und Druckpunkte früh im Schwung gesetzt werden, so dass die Kurvenbäuche eine Fahrspur von mindestens 2-3 Meter Breite einschließen. Um eine starke auf-/ab-Bewegung im Rumpf zu meiden, wird für die Momente, in denen der Ski unterm Körper durchläuft eine leicht bis deutlich anhegockte Neutralposition (ergibt die Tiefentlastung) eingenommen. Wer auf klassischem Ski gelernt hat, den Ski etwas weiter vom Körper seitlich weglaufen zu lassen und dann früh und seitlich vom Körper den Kantendruck knackig zum Einsatz zu bringen, der kann auf einen Slalomcarver umsteigen und diese Technik nach geringfügiger Umgewöhnung in Sachen Neutralposition problemlos weiterführen. Lediglich die Neutralposition des Körperschwerpuntes rückt beim Carver im Vergleich zur leicht hinten abgehockten Position auf einem in Kurzschwung betriebenen Pommes-Slalomski wieder zentraler über den Schuh nach vorn. Die etwas breitere Skiführung und beidbeinige Belastung ergibt sich durch Schaufelbreite dann fast von alleine.

Unter "Wedeln" verstehe ich hingegen eine kraftsparende Fahrweise mit Hochentlastung, Fersenschub und ausgeprägtem Drift in der Falllinie. Dies ergibt eine enge Spur, bei der das Querstellen der Ski vorwiegend zum Tempoabbau genutzt wird. Entsprechend spät im Schwung wird ein Fersenschub und damit ein mehr bremsender als Richtungs-ändernder Druckpunkt gesetzt. Die Fahrspur zwischen den Kurvenbäuchen kann dabei enger als 2 Meter bleiben. Bei dieser Technik ist ein schmal bleibendes Skiende oder ein stärkerer Torsionsflex von Seiten des Skis unterstützend. Das bekommt man aber nicht mit einem rassigen Slalomcarver, sondern besser mit Allroundcarvern, kurzem GS-Racecarver oder allenfalls noch mit einen multi-Radius-Carver geliefert.

Also läge es nun am Threadersteller, zu sagen ob Kurzschwung oder Wedeln die Zielstellung für den neuen Ski ist.

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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von PK » 22.12.2010 14:09

Mi67 hat geschrieben:Wenn man tiefer in die Frage einsteigt, dann sollte man zwischen Wedeln und Kurzschwung möglichst klar unterscheiden. [...]
Um mal auf das von mir verlinkte Video zurück zu kommen ... was wird darin, Deiner Meinung nach, gefahren?

Kurschwung oder Wedeln?
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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von Mi67 » 22.12.2010 14:34

Meiner Meinung nach eine Mischform, da der Kantendruck (erkennbar am seitlichen Aufstauben) zwar schon früh einsetzt, aber die Richtungsänderung zumindest im flachen Abschnitt nur schwach ist und die Körperposition vergleichsweise gestreckt bleibt. Kurzum: der obere Körperteil betreibt Wedeln, unten erkennt man die Befähigung zum Kurzschwung. ;)

Er steht bei dieser Kraftspar-Variante stabil und neutral auf dem Ski; da wären also noch sportliche Reserven zu mobilisieren. :-D

Wenn der (Hinter)Sinn der Rückfrage war, zu zeigen, dass auch der Slalomcarver driftend kurz schwingen kann, dann: Punkt für Dich! :)
Allerdings: je runder die Kante, desto besser geht diese Fahrweise mit einem Slalomcarver. Er wird dabei eher gegen seine Eigenschaften als mit ihnen betrieben.

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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von Bodo » 22.12.2010 14:55

Hallo Thorsten,

mal ohne wissenschaftliche Analyse meine Erfahrungen: Als so um die Jahrtausendwende die Carver ins Gespräch kamen waren wir zum Skifahren in Kärnten. Beim Skiverleih auf dem Möllentaler Gletscher hab ich für mich und meine Frau Carver ausgeliehen. Als wir sie zurückbrachten fragte der Verleiher: "Na wie ging´s". Ich: "Gut, aber keine Ahnung, nach einem Jahr Pause wären bei Superbedingungen auch meine 203m Kästle gut gegangen. Aber wir müssen ja noch zum Gletscherexpress mit den alten." Bei der Abfahrt hab ich festgestellt, unsere Skier gehn auch, aber die anderen machen einfach mehr Spaß. Wir sind dann gleich in ein Skigeschäft und haben uns jeder ein paar Allrounder geleistet, ich den Head cyber X60. Der war genial bis ich in Frankreich einen ELAN hyper HCX angeschnallt bekam, sone Art netter Funcarver. Ich war begeistert, also musste sowas her, wurde dann ein Elan SLX. Den habe ich bis 2008/2009 gefahren. Ich bin anfänglich technisch so gefahren wie immer, hatte aber vielmehr Spaß. Bis mir, ich glaube das war noch mit dem Head, ein Skilehrer den wir für einen Tag engagiert hatten sagte: "Du fährst ganz gut, aber warum hampelsten so rum?" Ich bin Umsteigeschwünge gefahren. Er hat mir das mit Aufkanten gezeigt. Ging eigentlich ganz einfach. Jetzt fahre ich einen altergerechten gemütlichen Allrounder, den Fischer Progressor 8, der irgendwie aber auch was vom SL-Carver hat. Der langen Rede kurzer Sinn, einfach ausprobieren, fahren lassen sich die Carver alle besser als die geraden Dinger.


Gruß Bodo

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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von PK » 22.12.2010 19:15

Mi67 hat geschrieben:Er steht bei dieser Kraftspar-Variante stabil und neutral auf dem Ski; da wären also noch sportliche Reserven zu mobilisieren.
Die hat Er. Und wie er die hat... 8) :D
Mi67 hat geschrieben:Wenn der (Hinter)Sinn der Rückfrage war, zu zeigen, dass auch der Slalomcarver driftend kurz schwingen kann, dann: Punkt für Dich! :)
Nein. Mir gings nur darum wie sein Fahrstil in anderen Augen wirkt. Für mich ist es zwar auch nicht mehr der typische "Umsteiger", aber trotzdem (noch) das klassische Wedeln...
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Re: Guter Skifahrer noch nie Carver gefahren. Welchen Ski br

Beitrag von Mi67 » 22.12.2010 22:19

Die Abgrenzung zwischen Wedeln und Kurzschwung kann und wird in der Realität meist fliessend sein. Die Zielstellung als Vision und Bewegungsideal sollte daher um so schärfer formuliert werden. Vieles, was hier bereits als Kurzschwung durchgeht, hat noch mehr oder weniger deutliche Wedel-Komponenten in der Bewegungsausführung. Erst wenn der Kantendruck der Piste angepasst so früh, kurz und seitlich als möglich angewendet wird, ist die Bremscharakteristik des Schwunges maximal unterdrückt und man ist beim echt sportlichen Kurzschwung angelangt. Jegliche Freiheitsgrade und Bewegungs- bzw. Temporeserven, die man noch wahrnimmt, sollten dabei in die Verbreiterung des Fahrweges investiert werden, wobei die innere Visualisierung immer weiter aus der Fahrlinie abweichend gesteckter Slalom-Tore die Bewegungsidee unterstützen können. Ein Wedler räumt alle gedachten Stangen ab, nur einem sportlichen Kurzschwinger gelingt es, sie zu umzirkeln.

Insofern sind auch die Beispielvideos hier im Forum (Lehrplan-Bereich) in Sachen Kurzschwung von sehr unterschiedlicher Qualität für die Prägung einer Bewegungsidee. Selbst wenn man z.B. die Steilheit des Hanges und die gewollte Tempokontrolle gutschreibt, ist das allererste Beispielvideo im Lehrplan-Sektor des Forums mitnichten ein Kurzschwung, sondern zu witgehenden Teilen ein Wedeln. Im 2. Video sieht das Ganze (bei vermutlich einfacheren Bedingungen) schon deutlich besser aus, obwohl Schulter-Arm-Ebene keine Körperspannung ausweist. Das dritte Video ist sowohl im Schulter-Arm-Bereich, als auch in der Beinbreite unharmonisch. Ein positives Beispiel für einen Carvingski-unterstützten Kurzschwung findet man z.B. hier (http://www.youtube.com/watch?v=v6fNtSglJtk) gegen Ende des Videos.

vG, Michael

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