Bitte um Analyse

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Peppis66
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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von Peppis66 » 20.02.2016 13:08

Hat jetzt zwar nix mehr mit dem eigentlichen Thread zu tun, aber trotzdem muss auch ich noch meinen Senf dazu geben:

1) Martin, Respekt! Ja, Du schießt m.E. ab und an übers Ziel hinaus, bist aber im Nachgang stets extrem selbstreflektiert, stellst die Dinge sachlich klar und erkennst, dass Du auch anders hättest (besser) reagieren können. Zu erkennen, das man nicht perfekt ist, das auch vor anderen einzugestehen und selbst zu schreiben, wie man es hätte besser machen können, das zeugt für mich von wahrer Größe.

2) Zum Thema Lehrplan und lernen: Ich verstehe einen Lehrplan nicht als Plan wie man lehren muss, sondern als Anleitung wie man es in den meisten Fällen erfolgreich tun kann. Gerade im Skifahren zeigt er gewisse technische Grundlagen auf, die man dann, situativ und je nach persönlichem Skill-Level in unterschiedlich ausgeprägter Form anwenden kann. Jeder der einen solchen Lehrplan als "ultimativ" erachtet, hat es nicht verstanden. Auch wenn ich z.B. den aktuellen DSV Lehrplan mit den früheren Werken vergleiche, geht es heute viel mehr um das Ergebniss und weniger um seitenweise Beschreibung von vielen Details in Wort und Bild, die am Ende zwar dazu führen, das man einen bestimmten Schwung perfekt ausführen, aber noch lange nicht wirklich Skifahren kann.

3) Lehren und lernen: Jeder Mensch lernt anders (Hören, Sehen, Fühlen, Verstehen), somit ist es ein absoluter Irrglaube, dass es die eine Übung/Vorgehensweise gibt, die bei allen funktioniert. Dabei gebe ich Dir recht, in diesem Bereich kommen mir Martina und Beate auch zu absolut rüber. Etwas mehr Gelassenheit würde den beiden m.E. hier gut tun. Aus fast 20 Jahren Erfahrung im semiprofessionellen Leistungssport bin ich mir sicher, jeder braucht eine andere Ansprache und einen anderen Weg. Das ist per Ferndiagnose aus dem Forum heraus absolut unmöglich. Martina und Beate verfügen hier, aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrungen, über einen reichhaltigen Wissensschatz, aber ab und an kann bei dem ein oder anderen auch ein anderer Weg zum Erfolg führen. Hierbei würde auch ich mir von den beiden mehr Toleranz wünschen. Auch bei mir kommen die Statements sehr absolut rüber. Evtl. liegt es aber auch nur an der Kommunikation - auch im Job treffe ich oft auf erfolgreiche Frauen, die in der Art und Weise wie sie kommunizieren sehr klar und deutlich (negativ ausgedrückt: hart und absolut) rüberkommen, dies aber meist ganz anders empfinden.

4)
Lernerfolg fast zur Gänze einer guten Beziehungsgestaltung geschuldet ist
Gerade deswegen muss der Lehrer nicht der beste und perfekte Techniker sein. Oft ist die Akzeptanz beim Schüler und der non-visuelle Input viel wichtiger. Auch deswegen würde ich mich bei dem hier auch oft zu beobachtenden SL-Bashing nicht mitmachen. Man sollte hier sehr vorsichtig sein etwas zu beurteilen, dass man hur aus 3 Minuten Fernbeobachtung gesehen hat. Und jeder der selber schon mal unterrichtet hat weiß, dass man bestimmt nicht den ganzen Tag detailverliebt darauf achtet, alles immer in allen Kleinigkeiten perfekt (vor)zumachen. Bei Kindern ist es ein ganz natürliches Verhalten, das zu tun, was jemand vorgibt, den man als Cool/Vorbild oder sowas in der Richtung sieht. Im Leistungssport geht es darum, dass der Trainer "etwas zu sagen" hat, aus dem der Athlet einen Mehrwert generieren kann. In beiden Fällen steht die technische Kompetenz erst an 2. Stelle - muss aber natürlich schon entsprechend vorhanden sein!

5) Sendungsbewustsein: Ich denke, dass jeder hier im Forum der länger als x Jahre aktiv dabei ist und mehr als x Posts hat, ein eher stark ausgeprägtes Sendungsbedürfnis hat. Nur das "Empfangsbedürfnis" ist extrem unterschiedlich ausgeprägt :wink: :D

Sorry für das lange Geschwafel, war mir aber wichtig dies zu senden :wink:
Gruß
Harald

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von Skimonsta » 20.02.2016 13:46

Ok nachdem der Thread hier jetzt wahrscheinlich für alles benutzt wurde für das man ihn nutzen kann,die Stimmung wieder abgehkühlt ist und sich alle lieb haben, kommen wir jetzt bitte wieder zurück zum Thema? :D

TOM_NRW hat geschrieben:Hi,


- Du fährtst keine runden Bögen sondern über die Ferse gedrückte Richtungsänderungen
- teilweise hast Du eine komische Verdrehung im Körper
- der Stockeinsatz ist mir immer noch viel zu prägnant, tw. sieht es so aus als müsstest Du Dich sehr auf den Stockeinsatz konzentrieren
- tw. sieht es auch so aus als wären die Stöcke ein wenig zu lang
- Du hast tw. Schwierigkeiten die Position über dem Ski zu halten bzw. wieder einzunehmen / dies ist meiner Meinung nach auch dem zu schnellen Rhythmus geschuldet

Gruss Thomas
Ja
Ja
Ja
Ja und Ja. Richtig erkannt.

TOM_NRW hat geschrieben: PS: Du bist sehr mit Dir und Deinen Bögen beschäftigt und nimmst dadurch nicht das wahr, was vor Dir passiert. Die knappe Situation bei ca. sec 47 war schon deutlich vorher zu sehen. Da hätte es nicht zu einer gefährlichen Situation kommen müssen. Bedenke das Bitte bei der Wahl Deiner Fahrspur und Geschwindigkeit.
Hab mir schon gedacht, dass die Stelle angesprochen wird, hatte dann nur vergessen es schon präventiv zu kommentieren.

Ja war eindeutig mein Fehler. Hab gemerkt, dass es knapp war aber im Video sieht es nochmal krasser aus. So fahre ich sonst nie, war wohl zu sehr auf die Piste konzentriert und der angefrorene Kunstschnee + Videonervosität waren wohl der Grund.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass es keinesfalls wirklich gefährlich war. Aber sicherlich unangenehm für das Mädl von daher volle Zustimmung, dass so niemand unterwegs sein sollte. Tu ich wie gesagt eigentlich auch nicht.



gebi1 hat geschrieben:Schliesse mich Tom in allen Aussagen an. Du fährts keine einzige Kurve sondern drückst ausschliesslich die Skienden herum. Man könnte das auch als Dauerbremsen bezeichnen. Dieser seltsame Stockeinsatz irritiert sehr. Was soll die Funktion davon sein? Dahin scheint sehr viel unnötige Energie zu fliessen.


Ich bin überzeugt, dass jede/r einigermassen motorisch Begabte/r einen schönen geschnittenen langen und kurzen Schwung hinkriegt. Entsprechende Inputs, Korrekturen und Übungen kann dir nur ein/e Skilehrer/in geben.

Gruss
Martin
Ja ich bin mir auch nicht sicher warum ich dieses Fersendrücken auf einmal an den Tag gelegt habe. Fuhr sich aber irgendwie ganz angenehm und dann hab ich es übernommen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es sich irgendwie unnatürlich anfühl wenn ich während der Fahrt und in den Kurven die Zentrale Stellung über dem Ski einhalte. Liegt vielleicht daran, dassich die Hüfte nicht genug abknicke und meine Beine deshalb zu gerade sind? Wenn ich zu weit in die Knie gehe habe ich das Gefühl nicht mehr genug Druck auf die Kante bringen zu können.


Ich muss dazu sagen, die Pistenverhältnisse waren größtenteils eine Katastrohpe. Die Schneekanonen waren den ganzen Tag in Betrieb und es wechselten sich immer vereiste Platten mit Kunstschneeansammlungen ab die so klebten, dass es mich mehrmals fast vom Ski gerissen hätte beim Durchfahren und ich nur mit ziemlicher Rückenlage durchfahren konnte. Bei den Bedinungen habe ich mich nich getraut richtig auf der Kante zu fahren. In obertauern auf breiten, gut präparierten Pisten bin ich öfters gecarved (mit Händen auf den Knien und ohne Stöcke) und es hat auch Spaß gemacht, mein Problem war dann nur die Tempoanpassung (bin irgenwann zu schnell geworden).


Martina hat geschrieben:Du hast offenbar nicht verstanden, was ich sagen wollte. Das Armfuchteln ist ein Symptom. Es nutzt nichts, dort anzusetzen. Und du hast es auch nicht abgestellt, nur durch etwas anderes ersetzt.
Ich hab dich schon verstanden, war eher ironisch gemeint.
gebi1 hat geschrieben:
Dem TE wünsch ich viel Spass am Berg. Fahr so wie's dir passt aber arbeite an dir. Lass dich nicht beirren. Wähl deine/n Skilehrer/in mit bedacht und fahr niemanden über den Haufen!
Danke wünsch ich dir auch :wink:




Falls ich es dieses Jahr (hoffentlich) nocheinmal schaffe 1 Tag zu fahren werde ich mir den Vormittag wohl für etwas Technik frei halten und mal diverse Übungen ausporbieren die über die ich gestolpert bin um das Fahren auf der Kante und das Gefühl dazu zu etwas zu trainieren.

Ich glaube auch, dass die extreme Außenskibelastung die mir damals eingetrichtert wurde etwas hinderlich ist.


Zum Schluss eventuell noch eine Frage bezüglich des Materials, mir ist schon klar, dass es zweitrangig zur Technik und wahrscheinlich nicht essenziell fürs Lernen ist, aber da mir die Möglichkeit offen steht entweder meine eigenen Ski oder die von meinem Vater zu verwenden, welchen würdet ihr mir empfehlen jetzt erstmal zu fahren?

Mein Rossignol http://www.skipass.com/guide-matos/ross ... rsize.html
in 160er Länge

oder den K2 den ich auch im 2. Video fahre http://www.skipass.com/guide-matos/k2/raider-1.html
in 170?

Beide müssen nämlich auch unbedingt mal zum Service (Risse und kleine Löcher im Belag, Kanten sehr stumpf, Flugrost).


Beim K2 hatte ich das Gefühl im tieferen Schnee (fahre gerne die unpräparierten Strecken unter den Sesselliften und hüpfe über die Bumps) fahren sie sich besser, aber sie sind sehr, sehr weich.


Besten Gruß

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von TOM_NRW » 20.02.2016 14:06

Hi Skimonsta,

in meinen Augen ist es völlig egal, mit welchem Ski Du die nächsten Schritte angehst. Sicherlich ist es immer förderlich, dass die Kanten und die Beläge gut präpariert sind. Ansonsten spielt das Material auf Deinem aktuellen Skilevel nicht die entscheidende Rolle beim fahren auf der Piste.

Grundsätzlich ist es so, dass Du Skifahren kannst. Ich bin mir auch sicher, dass Du jederzeit die Kontrolle hast und die knappe Situation im Video definitiv der Situation geschuldet war, dass Du Dich sehr auf die Fahrt konzentriert hast. Von der Seite her, gibt es erst einmal gar keinen Grund an Deiner Technik zu basteln. Wenn Du aber besser werden möchtest, die Möglichkeiten Deiner Ski besser ausnutzen möchtest, dann macht es Sinn noch einmal 1-2 Schritte rückwärts zu gehen und an der Basis zu arbeiten.

Wenn wir zusammenfahren würden, würde ich Dich bitten erst einmal 1-2 Fahrten auf einem mittelschweren Piste in meiner Spur zu fahren. Ich würde dann mittellange Bögen (ca. 1,5 Pistenraupenspur-Breite) übertrieben rund vorfahren. An dieser Stelle müsstes Du Dich schon anstrengen die Spur zu halten, würdest aber schnell merken, dass ein Bogen nicht nur aus einer kurzen Richtungsänderung besteht. Von der Erkenntnis ausgehend, würde ich mit Dir an der Position über dem Ski, der Schwungeinleitung und der Schwungsteuerung arbeiten. Das Ganze nie mit zu kleinen Bögen, da Du dann zu wenig Zeit hast zu spüren, was in den einzelnen Phasen des Schwungs passiert. Wenn Du verinnerlicht hast, wie sich ein runder Bogen gedriftet oder sogar auf der Kante gefahren anfühlt, dann kann man in die Variation des Rhythmus gehen (längere oder kürzere Bögen).

PS: Dein "Problem" hat nichts zu tun mit den Pistenverhältnissen. Auf einer glatten, perfekt präparierten Piste fällt es Dir nur leichter die Dinge zu kaschieren. Auch keine Rolle spielt die "extreme Aussenskibelastung" die Du in einem vorherigen Kurs gelernt hast. Die wendest Du meiner Meinung nach gar nicht an.

LG Thomas

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von moni.ski » 20.02.2016 14:25

Tom hat Recht. Es macht bei dir sicher mehr Sinn an der Basic. Vor allem alpine Grundposition und an der richtigen Schwungeinleitung zu arbeiten. Wenn du dir das eh alles selber so angelernt hast dann hast du ein gutes Gefühl, dann wird das Umlernen für dich auch nicht so das Thema sein. Aber ich denke du bräuchtest mal jemanden der dir das genau zeigt wie ein Schwung richtig eingeleitet wird.

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von Skimonsta » 20.02.2016 14:55

Danke Thomas, der Beitrag hilft mir sehr :)

Die Frage bezüglich des Skis habe ich eher gestellt da ich erstmal nur 1 zum Service bringen möchte (mein Vater hat leider die Lust verloren).

Ich glaube wie gesagt auch überall "fahren" zu können aber möchte mir verbessern und wenn ich jemanden schön über die Piste schwingen sehe denke ich mir immer: Das willst du auch! Von daher möchte ich mich nicht auf meinem Level ausruhen sondern weiterentwickeln (und dementsprechend wie du sagst die Möglichkeiten der Ski auch nutzen).

Gruß

PS: ich hätte noch eine Frage zu dem Video ab 6:46: Fährt er auch teilweise über die Ferse gedrückt oder sind das nur extrem schnell geschwungene Schwünge? https://youtu.be/8drtdtVkPMs?t=6m46s

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von TOM_NRW » 20.02.2016 17:04

Skimonsta hat geschrieben: PS: ich hätte noch eine Frage zu dem Video ab 6:46: Fährt er auch teilweise über die Ferse gedrückt oder sind das nur extrem schnell geschwungene Schwünge? https://youtu.be/8drtdtVkPMs?t=6m46s
Das sind keine Schwünge. Gleiches Thema wie in Deinem Video. Schaue Dir doch mal das Video von Chris alias LincolnLoop an. Der dort gezeigte Kurzschwung finde ich richtig gut (entspricht meiner völlig subjektiven, persönlichen Zielform des Kurzschwingen), wobei ich Dir aktuell nicht raten würde zu sehr auf das Kurzschwingen Wert zu legen. Bei mittellangen Bögen wirst Du schneller merken, was Dir heute an Technik fehlt.

https://www.carving-ski.de/lehrplan/fahr ... videos.php

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von mirquez » 20.02.2016 18:07

gebi1 hat geschrieben: 2. Ist mir die Vorstellung man könne Skifahren mittels Lehrplänen regeln und verwalten ein Greuel und macht mich gelegentlich wütend. Als Lehrer, Sozialpädagoge und Erwachsenenbildner bin ich zu oft mit der Frage über Sinn und Unsinn von Lehrplänen konfrontiert. Ob man Lernen planen kann und wie das allenfalls zu geschehen hat sind offene Fragen, diese können nicht abschliessend beantwortet werden. Die Intellektualisierung der Bildung ist aber sicher der falsche Weg. Er führt zu viel Papier und hat kaum Wirkung. Was es braucht sind Menschen mit Persönlichkeit, Charisma, Empathie, Lust und Freude. Klar braucht es eine Idee über den Gegenstand des "Lernstoffs" aber hier gibt es kein Richtig und Falsch. Allenfalls geeignet resp. weniger geeignete Methoden. Rechthaberei, wie sie hier im Forum manchmal praktiziert wird ist völlig fehl am Platz. Es gibt ja einen Grundsatz: "Lernt der Schüler nicht, liegt der Lehrer/Trainer falsch!"

Skifahren ist in erster Linie Freude und Lust an Bewegung in der Natur. Jede/r hat davon ein anderes Bild und unterschiedliche Bedürfnisse. Die einen streben technische Perfektion an, andere wollen sich Messen, für die einen ist es Lifestyle oder eine lustvolle Beschäftigung mit der ganzen Familie. Bei allen Unterschiedlichkeiten - es bleibt, dass Skifahren ein Luxus für Wenige ist und darin nur für eine verschwindend kleine Minderheit das Lebenszentrum darstellt. Anders gesagt - Skifahren ist zwar toll aber völlig unwichtig. Darum ist diese - aus meiner Sicht zu verbissen und zu ernsthaft geführte Diskussion um Lehrpläne und die ideale Körperhaltung (usw.) falsch. Sie widerspricht dem Grundgedanken, dass das Skifahren Freiheit vom Alltag sein soll um 180°. Es gibt 1000 Wege wie man ein "guter" Skifahrer werden kann. Da helfen Lehrpläne kaum weiter. Dass man einen Unterricht methodisch und didaktisch aufbereiten muss steht nicht zur Diskussion.

3. Sehe ich leider, dass die pädagogischen Kompetenzen von Skilehrer/innen oft mehr als bescheiden sind. Das Vermitteln von Wissen und Fertigkeiten findet im Rahmen einer professionell gestalteten Beziehung statt. Alle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Lernerfolg fast zur Gänze einer guten Beziehungsgestaltung geschuldet ist. Dies trifft insbesonders auf Kinder zu - die Hauptkundschaft von Skischulen.

Martin
Hmm... Martin so wie du es sagst geb ich dir recht. Aber ich finde die Medaille hat eine Rückseite: Ein Spitzentrainer braucht keinen Lehrplan, weil er immer auf anhieb wo Probleme liegen, was man dagegen tut.... Er weiß aber auch immer ganz klar wo das Ziel liegt, und hat viel Zeit langfristig auf dieses mit seinem Athleten hinzuarbeiten.

Jetzt gibt es aber a) nicht nur perfekte Trainer, sondern welche die diesen Weg erst beginnen, und b) Hat nicht jeder unendlich Zeit mit seinem Schützling (der Athlet ist in diesem Fall Kunde) zu arbeiten. Da hilft dann ein Lehrweg, mit aufbauender Methodik und Etappenzielen. Dadurch hat einerseits der angehende Skilehrer ein erstes Rüstzeug, und zweitens kann man leichter von einem Trainer zum anderen wechseln.

Ganz allgemein noch (ich hatte mich vorher ausgeklinkt als es hier zu hitzig wurde): Sorry - ich war wohl der Stein des Anstoßes in dem Fall mit meinem Kommentar zum bergfex Video. Warum ich mich zu diesem Kommentar hinreißen hab lassen: Ich seh einfach keinen Grund mehr diese offene Position zu unterrichten. Ich war selbst Opfer dieses Irrwegs und hab es viel zu spät hinterfragt. Seit ich diese Gegenrotation hinter mir gelassen habe mach Skifahren aber nochmal deutlich mehr Spaß! Und da es ein Lehrvideo ist, kann man sehr wohl das dort vermittelte Idealbild hinterfragen.
Im Allgemeinen bin ich da bei Martina mit ihrem "Form follows function"-Ansatz. Jede bewusste Bewegung muss irgendeinen Sinn haben, sonst kann man sich die Mühe sparen. Und ja - Skifahren soll Spaß machen, alles andere ist irrelevant. Aber wenn ich dann vl draufkomme dass ich in bestimmten Bedingungen Schwierigkeiten habe gibt es halt nur zwei Optionen: Entweder ich meide diese Bedingungen, oder ich versuche meine Technik zu verändern.

Ich denke aber was dich stört ist vor allem dieses dogmatische. Der Volleyball-Nationaltrainer hat einmal bei einem Vortrag gesagt: Die richtige Technik ist die, die funktioniert. Das mag für verschiedene Leute sehr unterschiedlich sein.

lg

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von Skimonsta » 20.02.2016 19:28

TOM_NRW hat geschrieben:
Skimonsta hat geschrieben: PS: ich hätte noch eine Frage zu dem Video ab 6:46: Fährt er auch teilweise über die Ferse gedrückt oder sind das nur extrem schnell geschwungene Schwünge? https://youtu.be/8drtdtVkPMs?t=6m46s
Das sind keine Schwünge. Gleiches Thema wie in Deinem Video. Schaue Dir doch mal das Video von Chris alias LincolnLoop an. Der dort gezeigte Kurzschwung finde ich richtig gut (entspricht meiner völlig subjektiven, persönlichen Zielform des Kurzschwingen), wobei ich Dir aktuell nicht raten würde zu sehr auf das Kurzschwingen Wert zu legen. Bei mittellangen Bögen wirst Du schneller merken, was Dir heute an Technik fehlt.

https://www.carving-ski.de/lehrplan/fahr ... videos.php
Danke die habe ich mir natürlich schon alle angeschaut ;)

Ich hatte nur gefragt da ich mir das Video in einemanderen Zusammenhang nochmal angesehen hatte. Und da wir bei mir die Thematk hatten hat es mich interessiert ob er auch diesen Fehler macht (für die Carver sind ab Minute 2:48 auch schöne Schwünge dabei), das war mir vorher nämlich gar nicht aufgefallen.

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von TOM_NRW » 20.02.2016 22:17

Die lange Schwünge ab 2:48 sind aufgrund des wackeligen Videos nicht gut zu erkennen. In SlowMotion oder auf Standbildern sieht man aber das, was hier gerade ausführlich diskutiert wird: viewtopic.php?f=22&t=18696

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Re: Bitte um Analyse

Beitrag von Mathi » 21.02.2016 15:21

Hallo Martin!

Ich stimme Dir zu! Danke, dass das hier mal jemand geschrieben hat, was ich lange im stillen für mich behalten habe.
Und auch was Harald schön diplomatisch geschrieben hat trifft es sehr.

Gruß Mathi

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