Auf der Suche nach der Kante...

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Delta
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von Delta » 10.02.2015 17:58

peda hat geschrieben:Ganz ehrlich, wenn dir wer mit der Skikante voraus in den Rücken springt, hilft der Rucksack herzlich wenig - ich würde es an deiner Stelle trotzdem mal ohne Rucksack versuchen. Was mir auch noch aufgefallen ist, dass du deine Armee immer recht breit nach vorne streckst, kann natürlich sein, dass das nichts mit dem Rucksack zu tun hat, aber diese Armhaltung sieht man fast immer bei Rucksackfahrern, weil der Rucksack bei einer ordentlichen Handhaltung verrutschen würde.
Das stimmt natürlich. Allerdings ist der Gedanke besser als nichts... durfte schon auf der Piste zur Hand gehen bis der Hubi kam.

Aber ist notiert und wird ausprobiert!

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peda
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von peda » 10.02.2015 18:04

Delta hat geschrieben:Beim Carven ist eben das gleichmäßige Aufkanten das größte Problem und da muss offensichtlich mehr aus dem Sprunggelenk und den Knien kommen. Die Oberkörperpostion und der Knick in der Hüfte sehe ich abgesehen von zu wenig Vorlage nicht als so große Baustelle.
Aus meiner Sicht es Angst bzw. fehlendes Vertrauen darauf, dass der Außenski schon halten wird welches häufig dazu führt, dass der Innenski nur mitgeschleppt wird. Da hilft eigentlich nur üben, üben, üben auf relativ einfachen Pisten mit starker Schräglage - am Besten gemeinsam mit jemanden der einen darauf hinweist ob man es jetzt richtig oder falsch gemacht hat. Alternativ auch mal auf einem Ski carven - falls du dich nicht traust den 2. Ski komplett abzuschnallen hebe ihn einfach auf und versuche eine einfach blaue auf einem Ski runterzucarven. Auch dadurch kann man ein Gefühl für den Innenski entwickeln - am wichtigsten ist meiner Ansicht nach aber wirklich Übung um das Vertrauen in den Außenski zu gewinnen ...
Das mit dem Abstützen funktioniert bei geringen Geschwindigkeiten noch ganz passabel, falls du aber schneller fährst und der Außenski geht weg und du solltest es dich tatsächlich schaffen dich abzustützen, wird es dir erstmal das Kniegelenk bis auf Anschlag durchdrücken und im Besten Fall machst du einen High-Sider - im schlechtesten Fall reisst du dir alle Bänder im Knie ... bei höheren Geschwindigkeiten kann man nur über den Innenski retten bzw. korrigieren wenn dieser auch korrekt aufgekantet ist. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten mit zu niedrigen Fliehkräften kann es natürlich passieren, dass man hinfällt wenn der Außenski weggeht aber mit dem Risiko muss man einfach leben.

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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von TOM_NRW » 10.02.2015 19:01

Delta hat geschrieben:Die Oberkörperpostion und der Knick in der Hüfte sehe ich abgesehen von zu wenig Vorlage nicht als so große Baustelle.
Zu wenig Vorlage ist vielleicht etwas euphorisch. Es geht um die gesamte Position über dem Ski in allen Phasen des Schwungs. Eine deutliche Verbesserung in diesem Bereich ist imho die Basis für den Step zum carven. Ohne professionelles Feedback, wirst Du wenig Chancen haben, Dich kurzfristig hier zu verbessern. Da werden Dir auch Übungen zur Vorlage wenig helfen. Autodidaktisch daran zu arbeiten können nur Leute, die ein sehr gutes Körpergefühl haben.
Delta hat geschrieben:In den Rockys sind Skilehrer allerdings doch reichlich teuer, wobei der Tiefschnee vielleicht hilft noch mehr Gefühl für den Ski zu bekommen.
Erfahrungsgemäss bewirkt fahren im Tiefschnee in Deinem Technikstadium eher das Gegenteilige. Noch mehr Rücklage und noch mehr Drücken der Ski über die Ferse.

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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von Matje » 11.02.2015 17:20

Delta hat geschrieben:Ansonsten danke für die vielen Rückmeldungen. Insgesamt schon das, was ich auch leider sehe... Insbesondere die vorhandene Rücklage und das nicht gleichmäßige Aufkanten bei gecarvten Schwüngen.
Servus,

also ich finde auch, das Du recht gut auf dem Ski stehst! Verstehe nur die Rücklagendiskussion nicht wirklich! Z.B. bei 0:06 stehst Du super auf dem Ski- ja sogar Lehrbuchreif! Bei 1:41-1:42min könnte es etwas zu viel absitzen(hinten rein drücken lassen) sein, aber ob das generell so ist....Dieses absitzen führt natürlich mal schnell zu Rücklage- ist aber selbst in dem Moment meiner Meinung nach noch keine!

Gruß Matthias
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von extremecarver » 11.02.2015 17:53

Also ich verstehe die Rücklagendiskussion auch nicht. Ist hier im Forum irgendwie so eine Marotte - erstmal auf Rücklage schimpfen (nach der Meinung hier hätten fast alle Rennfahrer Rücklage)...

Viel eher wundert mich dass dich niemand für deine Linienwahl im Bezug auf andere kritisiert - du fährst in der letzten Sequenz eindeutig dem vorfahrenden in den Weg nachdem du ihn überholt hast! Wenn der dich dann von hinten abräumt wäre das deine Schuld! Bitte pass mehr auf beim carven dass wenn du jemand überholst - im darauf nicht vor die Nase fährst. :oops:


Für mich passt der Druckaufbau nicht zusammen. Beim carven muss das gleichmäßiger über den gesamten Schwungaufbau kommen. Explosiver/Kurzer Druckaufbau - daran kann man arbeiten wenn alles passt - die meisten Skifahrer beginnen dann aber zu rutschen statt direkt zu carven.

Dazu ist vordrehen beim carven eine Stufe zu hoch für dich (dass kommt erst dann wieder - wenn man sich mit Renntechnik und vordriften beschäftigt) - sprich wenn du carven willst - dann lös den Schwun über Gewichtsverlagerung im Zuge des Druckaufbaus aus - nicht über drehen der Ski. Aber wie man das in den Kopf von Fortgeschrittenen reinbekommt - ist mir nicht ganz klar. Meine Frau spürt das teils gar nicht dass sie die Kurve über drehen im Unterkörper auslöst und damit zum Schwunganfang meist driftet. In der letzten Sequenz machst du das aber nicht.
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von Uwe » 11.02.2015 18:27

extremecarver hat geschrieben:Also ich verstehe die Rücklagendiskussion auch nicht. Ist hier im Forum irgendwie so eine Marotte - erstmal auf Rücklage schimpfen (nach der Meinung hier hätten fast alle Rennfahrer Rücklage)...
Rennfahrer können sehr gut Skifahren und sind sehr durchtrainiert. Sie NUTZEN die Rücklage.

Bei "lernenden Freizeitskifahrern" führt die Rücklage idR zu Problemen (z.B. ungleiche Belastung der Kanten, fehlender Kantengriff).

Das ist der - kleine aber feine - Unterschied ;-)
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von Matje » 11.02.2015 19:53

extremecarver hat geschrieben: sprich wenn du carven willst - dann lös den Schwun über Gewichtsverlagerung im Zuge des Druckaufbaus aus - nicht über drehen der Ski. Aber wie man das in den Kopf von Fortgeschrittenen reinbekommt - ist mir nicht ganz klar. Meine Frau spürt das teils gar nicht dass sie die Kurve über drehen im Unterkörper auslöst und damit zum Schwunganfang meist driftet.
Meiner Meinung nach besteht das größte Problem im Übergang von Steuerphase 1/2, also (kurz) vor der Falllinie! Hier wird dann bei Fortgeschrittenen oft mit dem aktiven drehen der Ski begonnen, vielfach weil sie auch Angst haben, zu schnell zu werden, Kontrollverlust!
Mir selbst hat dabei geholfen, sich (gedanklich/vorzusprechen) in dem Moment das kippen bewusst zu machen. Also statt Skienden drücken/drehen "einfach" Kniekippen! Das besonders auf mittelsteilen Pisten!

Auf flachen Pisten kann man das(sollte) auch üben, aber hier ist eben schnell mal die "Gefahr" des umfallens über den Innenski(zu zeitig, zu früh hineingelegt) gegeben oder auch Scherstellungen zu produzieren... Auf sehr steilen Pisten, wo man sich schon trauen muss, ist es eh zwecklos, das zu probieren.
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von Martina » 11.02.2015 19:58

Matje hat geschrieben: Verstehe nur die Rücklagendiskussion nicht wirklich! Z.B. bei 0:06 stehst Du super auf dem Ski- ja sogar Lehrbuchreif! B
Ok, das ist das Bild um 0:06:
[ externes Bild ]

Für mich - und für jedes mir bekannte Lehrbuch - ist das Rücklage.

Du hast recht, Rücklage wird oft angesprochen. Für mich ist dies berechtigt:
Steht man nicht ausbalanciert (muss nicht zwinged Rücklage sein, ist es aber meistens) ist es nicht möglich, die Ski angemessen zu kontrollieren. Das bedeutet nicht, dass man nicht in der Lage ist, Kurven zu fahren und zu carven. Aber die Möglichkeiten sind begrenzt, die Technik funktioniert nicht mehr, sobald die Verhältnisse anspruchsvoller werden.

Eine ausbalancierte Position ist für mich die Grundlage einer guten Skitechnik. Ist man in der Lage, eine solche immer wieder herzustellen, kann es durchaus sinnvoll sein, diese Position vorübergehend zu verlassen, um bestimmte Effekte zu erreichen. Aber dies sollte eben bewusst passieren - siehe Rennlauf.
Ich halte Beispiele aus dem Rennlauf nur in seltenen Fällen für hilfreich beim Niveau von uns "Alltagsfahrern". Hier nicht.

Dies ist auch der Grund, warum ich gegen Rucksäcke beim skifahren lernen bin: Mit Rucksack ist eine ausbalancierte Position eine andere als ohne. Ein erfahrener, guter Skifahrer ist in der Lage, dies auszugleichen und ohne Rucksack wieder anders zu stehen. Dazu kommt die oben erwähnte Bewegungseinschränkung, die in diesem Video gut zu sehen ist (nach vorne gereckte Arme).


Und nun doch noch eine Einschätzung der Fahrweise im Video:
Du bist mutig und hast schon recht viel von den Bewegungsabläufen beim skifahren verstanden. Allerdings kompensierst du in den Aufnahmen diverse Unsauberkeiten mit Tempo. Tempo mogelt Fehler weg. Wenn du dich zu einem wirklcih guten Skifahrer entwickeln möchtest - und die Möglichkeit hast du vermutlich - würde es dir helfen, erst mal in einfachem Gelände langsam und extrem sauber zu fahren (ohne Rucksack!, auch ohne Stöcke). Ich denke, du bräuchtest Rückmeldung bezüglich deiner Haltung. Wenn die Grundhaltung "eingemittet" ist (was nicht lange dauern muss), dann würde ich diese Grundhaltung mit schwierigeren Bedingungen (Schneehaufen, harte Pisten, grössere Steilheit etc.) herausfordern und dazwischen der grundlegende Bewegungsablauf immer wieder in einfachem Gelände festigen. Immer wieder überprüfen, ob deine Fahrweise auch in langsam funktioniert.
Du tust dich offensichtlich leicht mit lernen, aber deine Fahrweise kann sehr leicht dazu führen, dass du dir ungünstige Dinge angewöhnst.

Matje
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von Matje » 11.02.2015 20:24

Also ich muss zugeben, so wie es auf deinen Standbild ausschaut, habe ich gedacht, das kann doch nicht sein! Weiß nicht auf die Schnelle, wie ich das Standbild hinkrieg....? Aber im Wechsel von 0:05/Anfang 0:06(Skifahrer befindet sich optisch noch(weit) vor dem Liftmasten!) ist auf keinen Fall Rücklage zu sehen! Zu dem Zeitpunkt ist er direkt seitlich von Kamera, während er bei dem Foto von Dir schon mehr seitlich/hinten zu sehen ist.....
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Re: Auf der Suche nach der Kante...

Beitrag von TOM_NRW » 11.02.2015 20:30

@Matje: Das sehe ich genauso wie Du. Es geht um die Position auf dem Ski im Verlauf des Schwungs. Der TE steht nicht immer hinten sondern neigt in seinem Bewegungsmuster zum hinten absitzen.

Ich denke, Martina hat die Problematik sehr gut aufgezeigt.

Thomas

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