Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

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extremecarver
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Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von extremecarver » 19.12.2013 13:14

So, ich bin ja gerade dabei meiner Freundin skifahren beizubringen. Angefangen haben wir ja vor 2 Jahren mit Raxski und sind jetzt zusätzlich auf klassische Ski umgestiegen.

Problem war/ist von Anfang an kaum Sportarten mit Vorerfahrung (also Eislaufen, Inlineskaten nur sehr wenig und selten - sprich sie kann noch nicht bremsen, bzw traut es sich einfach nicht. Von Hockeystopp weit entfernt) und generell keine Erfahrungen mit Geschwindigkeit beim Sport. Sie traut sich auch etwa nicht mit einem Fahrrad bergab auf Asphalt über 30km/h zu rollen, bzw beim mountainbiken was wir ein paar Tage bisher gemacht haben, auch noch komplett blockiert... Abgesehen davon recht sportlich (Hip Hop Tanzen 1-2mal die Woche, ab und zu Ballsportarten, ab und zu joggen, ab und zu Ergometer) und recht gutes Korpergefühl.

Auf Raxski bin ich derweil mit dem Lernfortschritt recht zufrieden. Sprich meine Freundin fuhr recht sicher am vierten Tag schwarze Pisten runter, solange nicht zu vereist. Und ab Tag 7 dann generell auch harte, vereiste, schwarze Pisten.. (Harakiri am 7. Tag zwar mit etwas Angst, aber doch relativ zügig und sicher..)... Das war im ersten Jahr.

Letztes Jahr sind wir durch meine Knöchelverletzung weniger zum fahren gekommen, unter anderem da ich letztes Jahr einfach die ganze Saison unmöglich einen Skischuh anziehen konnte - und daher wenn nur am Snowboard mit Softboots vorfahren konnte. Dazu fuhr dann meine Freundin Mitte März beruflich nach Chile - womit das Saisonende sehr früh kam. Prinzipiell waren wir etwa 50/50 auf Piste bzw Tiefschnee Unterwegs - und es klappte generell recht gut, bis auf halt noch immer recht langsame Geschwindigkeit da meiner Freundin etwas die Kraft fehlt, bzw sie einfach doch sehr ängstlich ist und keine gute Sichtorientierung hat. Angst prinzipiell noch im Tiefschnee wenns steiler wird, vor allem bei Kuppen.

Insgesamt ist sie daher bisher 17 Tage mit Raxski gefahren, und 7 Tage auf langen/normalen Ski..


Nur leider ging die letzten beiden Tage kaum mehr was weiter vom Lernfortschritt. Hier sind mal zwei Videos von Tag 6 am Nachmittag auf einer recht steilen roten Piste (je nach Gebiet würde sowas auch schwarz ausgezeichnet). Verhältnisse sind abgerutschter Schnee auf Kunstschnee/Naturschneemischlage - die deutlich härter ist als es im Video aussieht (die 7 Tage zuvor hatte es 10-15° Plus ohne Nachtfrost, und der Samstag war der erste kalte Tag).

(Bei beiden Videos könnt ihr unten am Settingsrad auf 720P oder 1080P umstellen für gute Qualität).



Gerade beim losfahren, bzw im flachen oft Rücklage. Dazu variiert die breite der Skiführung etwas viel, und sie wischt oft am Schwungende wegen noch etwas Rücklage den Schwung weg. Dazu einfach aus Angst oft zu viel aus der Falllinie zum Geschwindigkeit kontrollieren.

Das Video haben wir beim zweiten mal runterfahren der Piste gemacht - und da gehts schon etwas besser was typisch ist. Egal welche Piste - beim mehrmaligen befahren kommt einfach mehr Sicherheit:





Carven beibringen ist derzeit sehr schwer, weil sie sich kaum in die Falllinie traut. Sprich beim klassischen üben schräg wegfahren entlang der Kante, und dann halt immer steilere Anfahrt entlang der Kante rutscht sie aus Angst anfangs driftend los, um dann etwas auf der Kante den Radius zu erspüren. Aber ich schaffe es derzeit einfach nicht sie zu dazuzubringen dass sie sich traut geradeaus wegzufahren und dann in den Schwung zu lehnen. Aber wir haben das auch nur gut 25min bisher probiert (dann kam der Spruch, Oh das Wetter ist so schön - machen wir bei schlechtem Wetter weiter).

An Tag 4 und 5 auf langen Ski haben wir auch etwas mit Buckelpiste bzw Tiefschnee (gut Kniehoch) angefangen. Dass geht solange gut, bis sie das erste mal auf der Kante hängenbleibt oder leicht hinfällt - dann ist das selbstvertrauen weg und ich muss wieder zusehen wie ihre Technik zusammenbricht und sie sich aus Angst zurücklehnt und mit Pflug anfängt. Wenn das 3-4 Schwünge lang klappt, dann kommt meist schnell die Technik zurück - wenn nicht dann braucht es mehrere Abfahrten bis es wieder klappt. Ich denke grade mit Tiefschnee müssen wir also noch warten. Allerdings hatten wir an Tag 4 und 5 (30.11 und 1.12) auch einfach Top Pulverschneepisten. Tag 6 - also beim Video war es einfach viel härter und gerade zum Nachmittag hin dann halt auch ab und zu schon recht eisig.


Also jetzt mit Kurzschwung anfangen? Oder erstmal einfach weiterfahren, leichte Ballanceübungen, Stock aufheben im vorbeifahren, usw und die Technik sich festigen lassen und der Rest kommt von alleine? Seht ihr irgendwelche gröberen Fehler die mir nicht auffallen?

Skibelastung ist recht beidbeinig, Schwungauslösung recht gut, ab und zu etwas Rücklage, aber doch 2/3 der Schwünge meist zu Beginn doch mit genug Druck nach vorne. Klar fehlt noch komplett das ausnutzen des lockeren Schnees und planen der Linie, und Dynamik ist natürlich auch noch nicht da. Aber das sollte eigentlich mit der Zeit von selber kommen. Und die Körperrotation ist auch gut - kein zu starkes Gegenrotieren oder zu starkes Vorrotieren.

Evtl Gruppenunterricht? Von der Technik, Ballance, usw müsste sie eigentlich schon viel sicherer unterwegs sein. Es gibt doch zig Skifahrer mit viel gröberen Problemen die schneller und mit weniger Angst fahren. In einer Gruppe könnte sie evtl schneller Selbstvertrauen gewinnen.
Sie ist noch nie bei mittlerer Geschwindigkeit hingefallen - vielleicht fehlt das einfach damit sie sieht dass das nicht problematischer ist als wenn man beim ganz langsam fahren fällt. Generell ist sie überhaupt die letzten 4 Tage nur 2 mal gefallen und auch von Anfang an war es nie mehr als 2-3mal am Boden sitzen pro Tag - nur ein einziger "Sturz" seit Beginn - wo sie im Tiefschnee die Spitzen vergraben hat und dann Kopfüber in Schnee....


Die Skistöcke sind mit 115cm etwas zu lange. Wir werden gegen 105cm oder 110cm tauschen. Denke man sieht etwas im Video das die Armhaltung zu hoch ist, und evtl auch daher ab und zu Rücklage.

Die Ski sind Fischer Koa 88 in 160cm - also genauso groß wie sie. Radius gut 13-14m mit recht langem NoseRocker (Fischer "Freeride Rocker"). Daher denke ich der Ski ist evtl etwas lang - aber das muss sie schon schaffen. Mit 142cm langen K2 One Luv meiner Mutter mit 10.5m Radius - auf dem fuhr sie die ersten 3 Tage, fühlt sie sich zwar sicherer - meint auch schneller zu fahren - aber ist in Wirklichkeit genauso unterwegs - die gefühlte höhere Geschwindigkeit liegt wohl an der Instabilität eines 142cm Ski mit langem Rocker und kaum Torsionssteifigkeit. Mit dem KOA hat sie viel mehr Entwicklungspotenzial IMHO.
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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von peda » 19.12.2013 13:50

Erstmal vorab - sie fährt wirklich gut für die wenige Skitage, da kannst du stolz auf sie sein.
extremecarver hat geschrieben:(Harakiri am 7. Tag zwar mit etwas Angst, aber doch relativ zügig und sicher..)... Das war im ersten Jahr.
Das ist in meinen Augen grob fahrlässig und sorgt eher für Angstgefühle als dass es einen positiven Effekt hätte
extremecarver hat geschrieben:und es klappte generell recht gut, bis auf halt noch immer recht langsame Geschwindigkeit da meiner Freundin etwas die Kraft fehlt, bzw sie einfach doch sehr ängstlich ist und keine gute Sichtorientierung hat.
Für die wenigen Skitage fährt sie eigentlich recht anständig und auch die Geschwindigkeit ist passend (sogar eher flott genug) gewählt für ihre Technik - wenn sie mit der derzeitigen Technik und Unsicherheit schneller fahren würde, käme es wahrscheinlich relativ rasch zu gefährlichen Situationen mit anderen Skifahrern, da sie noch sehr konzentriert fährt und daher keine schnellen Ausweichmanöver fahren kann
extremecarver hat geschrieben:Gerade beim losfahren, bzw im flachen oft Rücklage. Dazu variiert die breite der Skiführung etwas viel, und sie wischt oft am Schwungende wegen noch etwas Rücklage den Schwung weg.
Für mich sieht es nicht danach aus als ob die Rückenlage die Ursache wäre, es sieht eher nach beabsichtigter Rücklage aus, da es ihr zu schnell wird und der Überblick fehlt. Meine Empfehlung: fahr mit ihr auf breiten blauen oder flachen roten Pisten wo sie ihre Schwünge zur Tempokontrolle etwas weiter ausfahren kann. Man sieht in den beiden Videos sehr gut, dass sie sich meist zurücksetzt wenn sie unsicher wird, entweder durch zu hohe Geschwindigkeit (Piste zu schmal für ihre derzeitige Technik) oder andere Skifahrer in der Nähe.
extremecarver hat geschrieben:Dazu einfach aus Angst oft zu viel aus der Falllinie zum Geschwindigkeit kontrollieren.
Meiner Meinung nach fährt sie für eine Anfängerin in den steileren Abschnitten zu viel in der Falllinie und kontrolliert dadurch das Tempo zu wenig - so wie es aussieht fährt eine gewisse Unsicherheit vor schnelleren Skifahrern von oben mit. Dadurch setzt sie ihre Schwünge oft früher an als es ihr eigentlich lieb ist - selber Tipp wie oben - fahre auf breiteren Pisten mit ihr, damit sie sich langsam rantasten kann.
extremecarver hat geschrieben:Egal welche Piste - beim mehrmaligen befahren kommt einfach mehr Sicherheit:
Das ist auch gut so, gerade wenn man unsicher ist sollte man das erste mal die Piste und ihre Schwierigkeiten langsam ansehen und dann bei wiederholtem fahren immer schneller werden.
extremecarver hat geschrieben:Carven beibringen ist derzeit sehr schwer, weil sie sich kaum in die Falllinie traut. Sprich beim klassischen üben schräg wegfahren entlang der Kante, und dann halt immer steilere Anfahrt entlang der Kante rutscht sie aus Angst anfangs driftend los, um dann etwas auf der Kante den Radius zu erspüren.
Erstmal selber Tipp wie oben - such dir eine breite flache blaue Piste. Anschließend versuch einfach einen Bogen auf der Kante vorzufahren - d.h. ca. 2-5 m gerade aus und dann über den Außenski stellen (für Anfänger ist es meist leichter den gesamten Druck auf den Außenski zu geben) und dann den Schwung so lange fahren bis die Skispitzen bergauf zeigen und sie von alleine zu stehen kommt. Das wiederholt ihr ein paar mal.
Falls sie Probleme damit hat den Außenski vollständig zu belasten kann es helfen den Oberkörper leicht nach oben zu drehen "um zu sehen ob jemand von oben kommt". Der Innenski kann am Anfang ruhig etwas "unkontrolliert" mitlaufen - du wirst wahrscheinlich ein leichtes nach vorne geöffnetes "V" sehen, da der Innenski leicht mitdriftet
Als nächste Übung danach würde ich folgendes empfehlen:
die gleiche Übung wie zuvor nur, dass sie kurz bevor sie stehen bleibt (d.h. wenn die Skispitzen leicht nach oben zeigen) versucht den nächsten "Carvingschwung" einzuleiten, durch die sehr niedrige Geschwindigkeit ist es vollkommen in Ordnung wenn sie sich erstmal auf dem Innenski leicht abstützt um über den neuen Außenski den Schwung einzuleiten - diesen 2. Schwung nun wieder so weit ausfahren bis so von alleine zum Stillstand kommt
extremecarver hat geschrieben:An Tag 4 und 5 auf langen Ski haben wir auch etwas mit Buckelpiste bzw Tiefschnee (gut Kniehoch) angefangen.
Buckelpiste und Tiefschnee haben meiner Meinung nach jetzt noch nichts zu suchen und verunsichern mehr als es bringt.
extremecarver hat geschrieben:Also jetzt mit Kurzschwung anfangen? Oder erstmal einfach weiterfahren, leichte Ballanceübungen, Stock aufheben im vorbeifahren, usw und die Technik sich festigen lassen und der Rest kommt von alleine? Seht ihr irgendwelche gröberen Fehler die mir nicht auffallen?
Ich würde sagen erstmal weiterfahren lassen, bis etwas mehr Sicherheit kommt. Sie fährt noch sehr konzentriert - noch muss sie die Bewegungen sehr bewusst ausführen und wenn du jetzt zu schnell weitermachst besteht die Gefahr der Überforderung. In Übungen wie Stock aufheben sehe ich wenig Sinn ...
extremecarver hat geschrieben:Evtl Gruppenunterricht? Von der Technik, Ballance, usw müsste sie eigentlich schon viel sicherer unterwegs sein. Es gibt doch zig Skifahrer mit viel gröberen Problemen die schneller und mit weniger Angst fahren. In einer Gruppe könnte sie evtl schneller Selbstvertrauen gewinnen.
Wie vorhin schon erwähnt halte ich die Geschwindigkeit für ihre Technik angemessen - nur weil viele andere wesentlich schneller unterwegs sind als es ihre Fähigkeiten erlauben muss sie es nicht doch auch tun?
extremecarver hat geschrieben:Sie ist noch nie bei mittlerer Geschwindigkeit hingefallen - vielleicht fehlt das einfach damit sie sieht dass das nicht problematischer ist als wenn man beim ganz langsam fahren fällt.
Stürze haben NIE einen positiven Effekt, verwirf den Gedanken also mal ganz schnell
extremecarver hat geschrieben:Die Skistöcke sind mit 115cm etwas zu lange. Wir werden gegen 105cm oder 110cm tauschen.
Gut dass du das selbst auch so siehst, hätte ich sonst auch geschrieben
extremecarver hat geschrieben:Die Ski sind Fischer Koa 88 in 160cm - also genauso groß wie sie. Radius gut 13-14m mit recht langem NoseRocker (Fischer "Freeride Rocker").
Der Ski passt meiner Meinung nach

Welche Skischuhe hat sie denn an? Evtl. sind ihr die auch etwas zu hart - zumindest habe ich im Video keinerlei Bewegung im Skischuhschaft gesehen.

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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von extremecarver » 19.12.2013 14:35

Würdest du 110er (das wäre denke ich die Standardgröße nach Ellbogen - zumindest früher) oder 105er Stöcke nehmen - oder gar 100cm? Ich bin ja immer eher für kürzere Stöcke (fahre mit 180cm nur 120cm Stöcke und 115er nur nicht, weil damit das anschieben dann doch nochmal deutlich uneffektiver ist in Verbindung mit Schlittschuhschritt)...


Harakiri - vor allem weil damals echt sehr hart (Im Frühling noch bevor es auftaute im Schatten) wollte sie unbedingt mit und das gute war - ab dem Zeitpunkt hatte sie quasi Null Angst mehr egal auf welcher Piste mit Raxski - weil sie wusste dass es die schwerste Skipiste im Zillertal ist (durch Werbung usw). Ich blieb damals recht knapp unter ihr, dass war ihr zu eng als blieb ich 10m unter ihr - wobei ich wusste wenn sie wegrutscht muss ich aus dem Weg und sie nach unten durchrauschen lassen. An dem Tag ist man mit wegrutschen gleich zum Ende der Piste runtergesegelt - haben genug Fälle aus dem Lift gesehen...
Irgendwie hoffe ich auf so ein Erlebnis mit Ski für sie. Fahren wir Morgens auf blauen Pisten, dann tut sie sich schwer. Dann eine rote oder schwarze und zurück zur blauen, und auf einmal geht alles wunderbar.


Im zweiten Video fährt sie wirklich recht unüblich entlang der Falllinie - das war wohl weil sie fürs Video schnell fahren wollte. Das erste ist typsicher für ihre Fahrweise von der Linie her.


Die Pisten hier im Osten sind alle recht schmal. Die im Video ist quasi die zweitbreiteste am Hochkar...
Wir fahren jetzt ins Zillertal am Freitag Abend, da wird sie sich mit viel mehr Skifahrern deutlich umstellen müssen. Evtl hilft das ja auch bei der Übersicht vs fast leere Pisten wie bisher mit langen Ski. Ich hoffe das macht ihr nicht eher Angst. Mit Raxski dreht man ja quasi auf Null Fläche - doch auch da hat es 2 Tage gedauert bis sie mit vollen Pisten so halbwegs klarkam (halbwegs - weil egal was mehr als 50m schaut sie nicht voraus - obwohl ich da immer wieder versuche Übungen mit ihr zu machen. Beim autofahren ist es mir daher mit ihr auch immer etwas ungut. Da hat sie sich beim lernen auch sehr schwergetan und kam mit einigen Lehrern überhaupt nicht klar - wenn die ihr zu direkt die Fehler vorgeworfen haben - wars mit der Fahrstunde vorbei im Kopf).
Wie schon geschrieben - sie hat sehr gutes Körpergefühl - aber NULL Übersicht, und das ist bei jeder Sportart gleich bei ihr. In der Kindheit einfach nichts gemacht um übersicht zu lernen und sowieso recht schlechte Augen (also nur mit Kontaktlinsen fahren).

Neue Übungen kann sie etwa immer sehr schnell umsetzen und zeigen guten Erfolg (bisher halt einfach Sachen wie Stöcke über Kopf halten, Stöcke im Rücken halten, ohne Stöcke fahren, mit Händen auf Hüfte oder Knie fahren, Stöcke nach vorne, und Übungen im Stand bzw beim sehr langsamen fahren). Gar nicht gut ging im sehr flachen Schuss fahren in Hocke versuchen. Da bricht sie schon bei 10km/h ab.


Ihre Skischuhe sind Salomon Quest 80 Women- daran sollte es nicht liegen. Das ist ein recht weicher aber doch immerhin halbwegs sportlicher Schuh mit 100er Leisten (im Gegensatz zum Quest Access Männermodell mit 104mm Elefantenvolumen) und ich hab lange dabei gebraucht sie eine Größe runter zu reden beim kaufen - sprich der passt sehr gut. Hab mal überlegt ob ich sie einen halben Tag im Hiking Modus fahren lasse - um ihr Gleichgewicht zu schulen. Muss es dann nur mit Tixo festkleben damit es nicht umklappt in Skimodus.


Dass mit mehr befahren mehr Sicherheit kommt, gerade bei Anfängern ist klar. Bei ihr ist es aber überdeutlich ausgeprägt. (wobei ich bisher kaum Anfänger unterrichtet habe, und wenn schon dann am Snowboard - und es waren fast alle Burschen mit viel zu viel Mut und Selbstüberschätzung).


Naja - und generell hab ich halt schon immer wieder mal was neues mit ihr gemacht, und ihr viele Herausforderungen gegeben, daher ist der Fortschritt auch da. Nur jetzt grade stockt es ein bisserl (am Tag 7 - also am Tag nach den Videos lagen 10cm Neuschnee auf den Pisten die dann zu buckeln wurden - und es gab kaum Fortschritt). Am Tag 5 dagegen bei Top Bedingungen, super Pulverschneepisten am Aineck/Katschberg fuhr sie dagegen schon wirklich sicher und fehlerfrei die Schwarze Katschbergpiste runter - wusste aber zum Glück nicht dass sie schwarz ist. Wenn sie weiß die Piste ist schwarz - dann hat sie viel Angst. Weiß sies nicht - und ist sie fast noch so schwer - dann gehts meist ohne Probs runter.


Mit der Rücklage ist IMHO so irgendwie eine Doppelsache. Mit ein wenigst Angst kommt sie in Rücklage, dann drehen die Ski recht unkontrolliert und rutschen hinten stark durch (da ist der Freeriderocker auch noch verstärkend "Schuld"), und die Rücklage verdoppelt sich aus Angst und ihr System bricht mit Pech zusammen.


Ach so - ich hab ihr fürs Zillertal mal die Bindung 2.5cm nach vorne montiert vom Zentrumspunkt. Hoffe dass es ihr hilft weil der Ski dann leichter dreht. Denke mal 2.5cm sind noch locker im Rahmen - da der Ski zwar offiziell einen Woman Mount Point hat - aber als eigentlich Topmodell der Pistenorientierne Allmountainski von Fischer doch schon sehr sportlich ausgelegt ist (laut Fischer Level 7 bis 9 von 10 (was natürlich für Hobbyfahrer gilt und die Anfängerski haben auch schon 4-7).
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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von peda » 19.12.2013 14:58

extremecarver hat geschrieben:Würdest du 110er (das wäre denke ich die Standardgröße nach Ellbogen - zumindest früher) oder 105er Stöcke nehmen - oder gar 100cm?
Ich glaub 110er sind für Anfänger gut, da man vor allem wenn man es nicht so gut kann öfter mal anschieben muss und auch beim Kurzschwung üben ist es leichter wenn die Stöcke etwas länger sind, sonst kommt man schneller mal aus der Balance
extremecarver hat geschrieben:Fahren wir Morgens auf blauen Pisten, dann tut sie sich schwer. Dann eine rote oder schwarze und zurück zur blauen, und auf einmal geht alles wunderbar.
Das ist durchaus normal, da eine kleine Herausforderung mehr Selbstvertrauen gibt und vor allem Anfänger die sich schwer tun ihre eigene Technik und Tagesverfassung einzuschätzen vergleichen häufig den Erfolg an für sie schwierigen Stellen zu guten Tagen.
extremecarver hat geschrieben:Die Pisten hier im Osten sind alle recht schmal. Die im Video ist quasi die zweitbreiteste am Hochkar...
Wir fahren jetzt ins Zillertal am Freitag Abend, da wird sie sich mit viel mehr Skifahrern deutlich umstellen müssen.
Ja, ich weiß, dass man nicht immer ideale Bedingungen vorfindet, aber im Zillertal solltet ihr ja durchaus auch breitere Hänge finden können
extremecarver hat geschrieben:weil egal was mehr als 50m schaut sie nicht voraus - obwohl ich da immer wieder versuche Übungen mit ihr zu machen. Beim autofahren ist es mir daher mit ihr auch immer etwas ungut.
Das kann ich jetzt schwer beurteilen, aber zu einem Teil spielt da sicher die Unsicherheit mit rein, wenn die Bewegungen etwas automatischer ablaufen, wird sie mehr schauen. Ob sie dabei auch tatsächlich mehr Überblick bekommt ist eine eine andere Frage aber so lange sie sich dabei sicherer fühlt.
extremecarver hat geschrieben:wenn die ihr zu direkt die Fehler vorgeworfen haben - wars mit der Fahrstunde vorbei im Kopf.
auch wenn es jetzt etwas vorurteilhaft klingt aber das ist leider bei vielen Frauen der Fall, man muss das mast als kleine Tipps verstecken - von direkter Konfrontation mit Fehlern halten die meisten nicht viel
extremecarver hat geschrieben:Neue Übungen kann sie etwa immer sehr schnell umsetzen und zeigen guten Erfolg (bisher halt einfach Sachen wie Stöcke über Kopf halten, Stöcke im Rücken halten, ohne Stöcke fahren, mit Händen auf Hüfte oder Knie fahren, Stöcke nach vorne, und Übungen im Stand bzw beim sehr langsamen fahren). Gar nicht gut ging im sehr flachen Schuss fahren in Hocke versuchen. Da bricht sie schon bei 10km/h ab.
Die Carvingübung die ich vorhin beschrieben habe könntest du auch mal ohne Stöcke und mit Händen auf den Knien und Blick nach oben ("schauen ob jemand kommt") versuchen - das hilft auch etwas gegen die Rückenlage, dabei kann sie durchaus mal bewusst versuchen den Schaft nach vorne zu drücken - generell kann man auf flachen Pisten mit Anfängern fast alle Techniken mit Händen auf den Knie üben - kannst du evtl. auch als Vorstufe zur Hocke versuchen
extremecarver hat geschrieben:Ihre Skischuhe sind Salomon Quest 80 Women- daran sollte es nicht liegen. Das ist ein recht weicher aber doch immerhin halbwegs sportlicher Schuh mit 100er Leisten
Der Schuh ist wirklich ziemlich gut, aber vor allem für Anfänger (besonders an kalten Tagen) recht hart. Der Schuh ist sicher der richtige um sich weiter zu verbessern, da er mehr Kontrolle über den Ski bietet als ein Anfängerschuh, trotzdem würde ich evtl. mal für 1 oder 2 Tagen weichere Schuhe ausleihen, damit sie ein Gefühl dafür entwickelt wie sich das Verhalten des Skis bei Bewegungen aus dem Knöchel heraus verändert - nur zum Vergleich: meine Freundin ist ebenfalls sehr zierlich (~55 kg) und fährt einen Jugendrennschuh mit 90 Flex und der ist obwohl sie ziemlich gut Ski fährt eher auf der härteren Seite
extremecarver hat geschrieben:und ich hab lange dabei gebraucht sie eine Größe runter zu reden beim kaufen - sprich der passt sehr gut.
hast du gut gemacht , die Zeit war sehr gut investiert :)
extremecarver hat geschrieben:Hab mal überlegt ob ich sie einen halben Tag im Hiking Modus fahren lasse - um ihr Gleichgewicht zu schulen. Muss es dann nur mit Tixo festkleben damit es nicht umklappt in Skimodus.
einen Versuch wäre es wert
extremecarver hat geschrieben:Nur jetzt grade stockt es ein bisserl (am Tag 7 - also am Tag nach den Videos lagen 10cm Neuschnee auf den Pisten die dann zu buckeln wurden - und es gab kaum Fortschritt).
Das ist völlig normal auf dem Level, da muss man das erlernte erstmal etwas festigen, sonst muss man sich einfach auf zu viele Dinge gleichzeitig konzentrieren
extremecarver hat geschrieben:Ach so - ich hab ihr fürs Zillertal mal die Bindung 2.5cm nach vorne montiert vom Zentrumspunkt. Hoffe dass es ihr hilft weil der Ski dann leichter dreht.
Ich hab mir das vorhin schon gedacht wusste aber nicht wieviel Erfahrungen du mit Skibindungen hast und wollte es deshalb aus Sicherheitsgründen nicht erwähnen, aber wenn du es kannst und schon gemacht hast umso besser :)

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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von extremecarver » 19.12.2013 15:11

Naja, können und richtig machen ist so eine Sache. Hab aus versehen einmal komplett mit am 4er Bohrer durchgebohrt - ist jetzt halt mit Epoxy wieder gerichtet... Hoffe meine Freundin siehts nicht... :-)

und der eine Vorderbacken steht leicht schräg - da ist mir irgendwie die Geduld ausgegangen (war schon seit 3 Stunden am Ski und Boards präparieren da ich dazu immer zu meinen Eltern wegen Werkbank muss und dann halt viel zusammenkommt) aber so ein bisserl macht nur optisch was aus...
- ich hab halt keine Lehre zum bohren und mir ist der Bohrer leicht verrutscht.


Mit den Skischuhen muss ich mal schauen. Bei den Stöcken tendier ich aber eher zu 105 - dann muss sie halt gleich Schlittschuhschritt für Flachstücke sich angewöhnen, und in den Beinen hat sie vergleichsweise eh mehr Kraft als in den Armen (macht keine Sportart wo sie die Arme trainieren würde).

Danke auf jeden Fall mal für die Tipps!


Das mit der Tempokontrolle über ausfahren der Piste und dass das noch nicht gut klappt, liegt sicherlich auch an den Raxski. Weil da kann man ja durch zurücklehnen in der Falllinie, oder zumindest entlang der Falllinie das Tempo kontrollieren. Mit Raxski zum lernen war aber sicherlich gut, da sind die Erfolge einfach viel schneller als bei langen Ski, und der Umstieg ging recht schnell (wir haben 2x 1.5 Stunden am Idiotenhang gebraucht - einmal im Pitztal, und einmal Hohe Wand Wiese in Wien, danach ging es dann gleich auf blaue und rote Pisten am Stuhleck). Vor allem hab ich mir daher fast komplett das Pflugfahren mit ihr sparen können. Nach gut 2 Stunden auf langen Ski war kein/kaum Pflug mehr nötig.


Da sie selber wegen Skiunterricht fragt - was würdest du empfehlen. Einfach einen Standard Fortgeschrittenengruppenkurs, oder falls möglich Gruppenskikurs mit Zielsetzung carven lernen?
Denke ein Wechsel beim Lehrer - also nicht immer nur ich wie bisher - ist sicherlich auch mal ganz nett für sie und mich... Denken an 3 Tage im Zillertal für Kurs von 8. Hier im Osten in den Tagesskigebieten gibts ja kaum Gruppenkurse für ihr Niveau an den Wochenenden daher wärs mal eine Abwechslung und ich käme auch mehr zum fahren... Derzeit fahr ich ja fast immer zusammen mit ihr (halt je nachdem wie sicher sie ist fahre ich vor oder carve den Hang runter und warte auf sie - und hab sie nur ein paar mal für 1 Stunde alleine fahren lassen.
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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von peda » 19.12.2013 16:30

extremecarver hat geschrieben:Naja, können und richtig machen ist so eine Sache. Hab aus versehen einmal komplett mit am 4er Bohrer durchgebohrt - ist jetzt halt mit Epoxy wieder gerichtet... Hoffe meine Freundin siehts nicht... :-)
Je nachdem was du dabei durchbohrt hast kann das aber ziemliche Auswirkungen auf die Fahrbarkeit des Skis haben. Wenn du sie wirklich noch damit fahren lassen willst schau dass das gut abgedichtet ist, wenn da Feuchtigkeit reinkommt quillt das auf und du kannst den Ski noch früher wegschmeissen
extremecarver hat geschrieben:und der eine Vorderbacken steht leicht schräg
Wenn dir etwas an ihrer Sicherheit liegt würde ich sie damit nicht fahren lassen, da sich dadurch die Auslösemomente der Bindung gravierend verändern können. Mal abgesehen davon, dass du bei einem Skiunfall durchaus Probleme mit der Versicherung bekommen kannst, da das in meinen Augen fahrlässig ist
extremecarver hat geschrieben:Weil da kann man ja durch zurücklehnen in der Falllinie, oder zumindest entlang der Falllinie das Tempo kontrollieren.
Und schon hast du dir selbst die Erklärung für die Rückenlage geliefert
extremecarver hat geschrieben:Vor allem hab ich mir daher fast komplett das Pflugfahren mit ihr sparen können. Nach gut 2 Stunden auf langen Ski war kein/kaum Pflug mehr nötig.
Ich bin sowieso kein Freund vom Pflug fahren weil der nur ganz schwer wieder wegzukriegen ist wenn man sich das als Anfänger angewöhnt - hätte aber wahrscheinlich Fun-Carver anstatt der Raxski genommen
extremecarver hat geschrieben:Da sie selber wegen Skiunterricht fragt - was würdest du empfehlen. Einfach einen Standard Fortgeschrittenengruppenkurs, oder falls möglich Gruppenskikurs mit Zielsetzung carven lernen?
Solls ein Gruppenkurs werden oder Einzelunterricht? Es hat beides seine Vor- und Nachteile, beim Carvingkurs darfst du halt nicht erwarten, dass sie dann überall carvt, sie wird dann wahrscheinlich hauptsächlich ziemlich flache blaue Pisten fahren wollen, weil sie nur dort das für sie angenehme Carving-Tempo halten kann.

PS: Vor allem bei Frauen habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie beim Carven am Beginn Angst haben vor hohen Aufkantwinkeln ("da kann ich ja nichts mehr machen wenn der Ski wegrutscht") dadurch werden die Radien größer, die Geschwindigkeit höher und sie brechen die Schwünge aus Angst vor der Geschwindigkeit ab

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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von Martina » 19.12.2013 19:06

Ein Hinweis am vorab:
Einerseits schreibst du stolz, dass du dir mit ihr das Pflugfahren fast komplett sparen hast können. Andererseits schreibst du, sie hat Probleme mit der Tempokontrolle und ist unsicher.
Jetzt rat mal, wofür der Pflug vor allem gut ist?




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Aufgrund der beiden Videos habe ich den Eindruck, da fehlt es nur an Sicherheit, also an Übung und Routine.

Deswegen: viel fahren, und zwar in Gelände wie dem Gezeigtem und einfacher. Keine Buckelpisten, keine Steilhänge, kein Tiefschnee.
Warum?
Sie ist unsicher, also braucht sie Sicherheit und keine weitere Herausforderung.
Durch die Unsicherheit zeigt sie Ansätze zu Fehlerbildern. Meist werden diese eher verstärkt, wenn das Gelände schwierig ist. Da aber das "Gesamtbild" grundsätzlich ok ist, braucht sie vermutlich v.a. Sicherheit, damit sich die positiven Elemente etablieren und nicht die Fehlerbilder.
Neue technische Elemente braucht sie im Moment nicht. Sie ist beschäftigt mit dem, was sie grad übt.

Sie fährt für ihr Niveau - das übrigens für den 6. Tag wirklich ok ist - schnell genug und traut sich auch genügend in die Fallinie, um die Ski 'drehen zu lassen'. Wenn sie sich zu wenig in die Fallinie traut, dann ist die Piste zu steil gewählt!

Wie bremst sie, wenn sie keinen Pflug kann?
Der Ansatz zur Rücklage kommt vermutlich von der Unsicherheit und wird durch die zu langen Stöcke ev. noch befördert. Ich würde die Stöcke für etliche Abfahrten ganz weglassen. Sie klammert sich dran fest, das kann sich in Zukunft negativ auswirken.

Also: fahren, fahren, fahren - und zwar gemütlich - auch wenn dir das vielleicht erst mal etwas langweilig vorkommt.
Unterricht würde ich an ihrer Stelle nehmen, wenn sie weitere zwei Wochen gefahren ist. Und auch nicht reinreden, ich denke, das führt im Moment eher zu Verwirrung.

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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von extremecarver » 20.12.2013 09:39

Je nachdem was du dabei durchbohrt hast kann das aber ziemliche Auswirkungen auf die Fahrbarkeit des Skis haben. Wenn du sie wirklich noch damit fahren lassen willst schau dass das gut abgedichtet ist, wenn da Feuchtigkeit reinkommt quillt das auf und du kannst den Ski noch früher wegschmeissen
Ich glaub dieser Gedanke stammt noch aus sehr alten Zeiten als die Holzkerne nicht so wie heutzutage mit Unmenden Epoxydharz daherkamen...
Ich hab schon gut 10 Ski oder Snowboards recht stark bearbeitet und den Holzkern freiliegen lassen - etwa ein Swallowtail in mehrere Boards reingeschnitten. Da gabs nie auch nur irgendwelche Probleme mit Feuchtigkeit. ..
Dazu habe ich schon in einigen Boards Inserts ergänzt mit so komischen Hakendingern von unten rein in Belag. Das einzige was daruntter gelitten hat waren die Gleiteigenschaften (Metal und ungerade Fläche auf Schnee, hat halt mehr Widerstand als perfekt planer Belag).
Kan schon sein dass sowas mal vorkommt, aber sehr selten..

Wenn dir etwas an ihrer Sicherheit liegt würde ich sie damit nicht fahren lassen, da sich dadurch die Auslösemomente der Bindung gravierend verändern können. Mal abgesehen davon, dass du bei einem Skiunfall durchaus Probleme mit der Versicherung bekommen kannst, da das in meinen Augen fahrlässig ist
Naja der Vorderbacken steht zwar ganz leicht schräg - aber da es eine breite Freeridebindung ist - kommt beim Einsteigen noch keine Spannung drauf. So sensibel sind die Bindungen da nicht. Klar wäre es mal interessant zu sehen - wenn mans einspannt auf einem Messgerät. Aber ich bin 100% sicher dass sich da nichts mehr wie 0,2-0,3z maximal als Unterschied ergeben. Das ist nicht signifikant.


Danke auch an deine Analyse Martina!
Bezüglich den Tipps: gut ich werde es dann jetzt mal ein paar Tage ruhiger angehen lassen ohne neue Herausforderungen. Sind eh noch ein paar Freunde mit im Urlaub wo das Fahrniveau eher niedrig ist soweit es mir erzählt wurde.

Stöcke werden wir Morgen dann mal einfach den ganzen Tag weglassen.


Bezüglich Pflug - naja angefangen haben wir schon damit - nicht im Sinne von im Pflug geradeaus - sondern halt um die Kurven zu fahren am Idiotenhang aber durch die Vorerfahrung mit Raxski ging sie nach gut 2 Stunden zum Parralelschwung über. Und auf Raxski fährt man halt ganz ohne Pflug und stattdessen mit Gewicht auf die Fersen. Sie kann etwas Pflug fahren - aber nur zur Liftzufahrt oder im flachen. Ab mittlerer Steilheit kann sie Pflug nicht mehr geradeaus fahren - aber ich denke das ist nicht so wichtig. Mir ist die Tempokontrolle durch driften/schrägstellen lieber. Umsteigen und Schwungeinleitung via Pflug ist sie dann im steilen auf beides von selber draufgekommen - erklärt habe ich es nicht. Somit passierts auch nur sehr selten.

Bremsen durch schrägstellen konnte sie schon von Raxskis. Da hat es Anfangs aber echt sehr lange gebraucht bis das flüssig ging. War die ersten 10 Tage eher so ein sehr engen Schwung fahren als ein schnelles drehen. Naja und es könnte auch jetzt noch besser sein. Sprich ein kleiner Schwungansatz ist immer noch dabei. In der Fallinie fahren und dann weiters exakt in der Falllinie bremsen durch schnelles schrägstellen geht noch nicht perfekt - aber das wird auch von Tag zu Tag langsam besser - ich hab da jetzt nicht mehr extra Übungen dazu gemacht. Aus der Kurve heraus zu bremsen durch überdrehen kann sie gut genug. Es ist eher so dass ich ihre Schwünge oft als zu eckig empfinde, sprich sehr oft zum Schwungende nochmal Geschwindigkeit durch hinten wegwischen/überdrehen rausnehmen, dagegen kurz nach überfahren der Falllinie im Schwung zu wenig Tempokontrolle.
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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von Martina » 20.12.2013 10:34

Ein sinnvoller Pflug kann helfen:

- das Tempo zu dosieren und somit im etwas steileren Gelände trotzdem runde Kurven zu fahren.
- Sicherheit zu vermitteln ("Ich kann immer bremsen und dabei stabil stehen bleiben").

Ich halte das am Anfang für sehr wichtig. Du schreibst selbst, sie bremst durch Überdrehen. Und wozu führt das? Zu Rücklage und Gleichgewichtsverlust. Halte ich für ganz schlecht.
Ein fortgeschrittener Anfänger kann noch nicht durch Dosierung des Kantwinkels und unter-/überdrehen das Tempo dosieren, zumindest nicht, ohne dass die Position (das Ggw) verloren geht. Da halte ich den Pflug für eine bessere Wahl, eingesetzt dann, wenn er notwendig ist.

(das sind natürlich alles generalisierende Aussagen)

Falls sie bisher immer mit Stöcken gefahren ist, dann wird sie sich erst mal deutlich unsicherer fühlen ohne. Also bitte nicht gleich komplett wegnehmen.
Zur Entwicklung des Gleichgewichts und einer guten Position ist es m.E. wichtig gleich am Anfang immer oder zumindest sehr viel ohne Stöcke zu fahren. Nimmt man einem Anfänger nach einigen Skitagen plötzlich die Stöcke weg, dann kann das sehr verunsichern.

Das nächste Bewegungselement, dass du mal mit ihr durchgehen kannst, wäre übrigens beugen/strecken. Aber erst, wenn sie sicherer geworden ist.

Wenn man bei den Raxski auf den Fersen steht, dann halte ich diese für ein völlig ungeeignetes Mittel, um mit Skifahren anzufangen. Ihre Haltung kommt dann wohl eher davon als von ihrer Unsicherheit. Und die Unsicherheit kommt vielleicht von der Haltung...

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Re: Was / wo sollten wir jetzt weiterüben?

Beitrag von peda » 20.12.2013 11:24

Martina hat geschrieben:Wenn man bei den Raxski auf den Fersen steht, dann halte ich diese für ein völlig ungeeignetes Mittel, um mit Skifahren anzufangen. Ihre Haltung kommt dann wohl eher davon als von ihrer Unsicherheit. Und die Unsicherheit kommt vielleicht von der Haltung...
:zs:

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