Angst und ihre Folgen

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Mixery
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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von Mixery » 28.03.2015 21:50

goodie_1401 hat geschrieben:...
Ich weiß nicht wie man einem "Angstpatienten" helfen kann aber ich frage mich was genau denn dein Problem ist. Auf eisigen Pisten kann man abrutschen. Im dümmsten Fall fällst du und findest keinen Halt mehr. Dann rutscht man den Hang runter. Und dann? Bist du als Kind nie mit Pastiktüte einen Hang runter gerutscht? Was genau macht dir denn so ein Streß?

Vor dem Skifahren kann man sich übrigens auch etwas warm machen. Vielleicht hilft dir dabei ja erster "Feindkontakt". Einfach mal ohne Ski in den Schnee schmeißen. z.B. auf die Knie fallen lassen und dann nach vorne in den Schnee kippen.
Kannst du fallen? Welche Sportarten betreibst du sonst noch? Gehst du rodeln? Hast du ein Skateboard oder kannst du auf einem Bein Zähneputzen? Wenn du Balanceprobleme hat, dann könnte ggf ein Training in einem Kletterwald was sein!
Angst hat nichts mit Logik oder Rationalität zu tun. Daher bringen solche Vergleiche u.U. wenig. Ich bin z.B. auch im Alltag eher der Typ "Kontrollmensch", was beim Skifahren immer eine leichte Herausforderung ist. Rutschen über Eisplatten kann man evtl. auch kontrolliert, aber es fühlt sich halt keinesfalls so an und macht mir z.B. auch Angst. An guten Tagen fahre ich eine rote Piste schön in Fall-Linie in kurzen Schwüngen, an schlechten Tagen und/oder veränderten Rahmenbedingungen wie Sicht, Buckel etc. (im schlimmsten Falle beides ;) ) fahre ich Pflugbögen.

Ohne jemandem zu Nahe zu treten, aber wenn man keine Angstzustände kennt, besser mit Tipps dieser Art vielleicht etwas zurück halten.-Ich finde diese fast etwas anmaßend, bitte nicht falsch verstehen, waren nur meine Gedanken, als ich das gerade gelesen habe.

Das mit dem Tiefblick kenne ich z.B. auch. Auch rational nicht erklärbar, sonst könnte man mit Höhenangst überhaupt nicht Skifahren gehen. Ich glaube nicht, dass jemand der eine solche Piste schon öfter gefahren ist, grundsätzliche Probleme mit der Skitechnik hat. Aber da müsste jetzt auch ich den Hobbypsychologen spielen, die Gründe für die Angst sind meist außerhalb der Piste zu suchen. ;)

Gute Besserung auch von meiner Seite!

LG

Monika


spark
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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von spark » 08.04.2015 14:16

Danke fuer Eure Antworte, insbesondere auch die letzten beiden Antworten.
Monika, wie ist es denn bei dir und dem von dir genannten Tiefblick?

Hier ein kleines Update: Es könnte wohl doch sein, dass ich mir das Kreuzband gerissen habe. Ich warte jetzt auf einen MRT Termin. Wenn es stimmt, muss ich erstmal drei Monate warten, bis das Knie abgeheilt ist, dann OP, dann 6 Monate oder so Rhea.

Re Gruppenleiter:
Nein, ich denke, er hat keine Schuld und ich gebe ihm auch keine Schuld. Es steht jedem Teilnehmer frei, mit ihm zu fahren oder nicht. Ich entschied mich dafür.

"Mit Angst kann man nicht Skifahren. Wer Angst hat, steht nicht mehr richtig auf dem Ski, belastet die Kante nicht mehr richtig und verliert deshalb erst recht den Halt. "
Exakt und das ist bei mir passiert. Ein Schalter wurde umgelegt und ich war in Panik.
Ich habe mich noch mit einer Bekannten unterhalten, die seit 30 Jahren fährt, aber Skifahren erst mit 21 Jahren begann. Sie kennt das Problem ebenso. Bei Eis auf der Piste macht es klick oder steilen Hängen. Sie muss sich dann sagen, dass sie keine Angst hat und nicht im Kopf blockiert. Ihre Kinder fahren ganz anders.


Fuer mich persoenlich kann ich nur sprechen, dass ich meine, dass diese Angst erst dieses Jahr so richtig aufgekommen ist. Vielleicht weil ich dieses Jahr wirklich angefahren habe, auch fuer mich schwerere Pisten zu fahren. Oder es lag daran, dass ich in 2014 beim Wandern einen Unfall hatte, wo ich eben doch noch richtig Glueck gehabt habe. Ansonsten waere ich 10-15m einen Wasserfall runtergefallen und haette mich ernsthaft verletzt. Wochenlang spaeter bekam ich noch Angst, wenn ich zu nah am Flussufer stand und drohte, abzurutschen.

Meine Ziele sind nun: a) Falls das Knie kaputt sein sollte, es wieder ordentlich gesund zu bekommen. b) Naechstes Jahr Skifahren ohne Angst.

freeriderin
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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von freeriderin » 08.04.2015 18:09

Ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass es NICHT das Kreuzband ist :-?

Machst du schon wieder Sport - natürlich schonend? Egal, was da am Knie war oder ist, ist eine gute Muskulatur wichtig.

TOITOITOI!!!

spark
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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von spark » 08.04.2015 23:29

freeriderin hat geschrieben: Machst du schon wieder Sport - natürlich schonend? Egal, was da am Knie war oder ist, ist eine gute Muskulatur wichtig.
Also, fuer Tipps bin ich da offen. Ich habe wieder mit Radfahren angefangen, also zur Arbeit und zum Einkaufen. Ein Auto besitze ich nicht. Das rechte Bein arbeitet zwar mehr, aber es geht mir um den Bewegungsablauf. Der funktioniert noch nicht so, wie ich gewohnt bin. Das Knie ist immer noch blockiert in der Beugung.
Ich dachte noch an Schwimmen (Kraul). Wandern kann ich wohl vergessen, oder?


Dani67
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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von Dani67 » 09.04.2015 09:56

Erstmals Gute Besserung!!!

Ich habe mir vor gut einem Jahr das Kreuzband gerissen und habe dann auch operiert.

Schwimmen, Kraul ist OK. da das Knie nicht geführt ist solltest Du vorsichtig sein, Brustschwimmen ist sogar sehr schlecht, diese Schnapperbewegung mag das Knie gar nicht.

Ideal bei mir war Radfahren. Auch Skifahren ging nach der Verletzung bis zur Operation bei mir problemlos.

Und ganz wichtig wie Kati bereits erwähnt hat ist das erhalten der Muskulatur, also nicht schonen sondern Aufbauen ist das Thema!!!

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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von beate » 09.04.2015 10:03

Dein Knie hat ein Trauma erlitten.
Versuch manuelle Therapie zu bekommen und mach extrem viel Koordinationstraining.
Du mußt jetzt versuchen, die Propriozeptoren im Knie (dies sind "Meldezentren" die vom Fuß ausgehend an Gehirn melden, ganz banal geschildert: "Achtung Unebenheit links, mehr rechts ausgleichen" etc), zu reaktivieren.
Die sind nach inm Trauma "beleidigt" und senden übervorsichtige Meldungen ans Gehirn. Aus diesem Grund gibt ein traumatisierten Knie zB bei bestimmten Bewegungen (Klassiker ist eine Bordsteinkante bewältigen), einfach nach.
Es gibt darüber shr viele gute threads im Forum, wenn du die Suchfunktion bemühst.
Du kannst alles machen, wobei du keine Schmerzen hast.
Beate

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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von freeriderin » 09.04.2015 10:38

Ja, aus meiner persönlichen Erfahrung: besser bewegen und mobilisieren als schonen und nix tun.
Allerdings habe ich selbst zum Glück noch nie eine schlimmere Verletzung gehabt.

Aus 2. Hand - in meinem Freundes- und Bekanntenskikreis hat es leider schon einige Knie erwischt - würde ich sehr vorsichtig das gleiche behaupten.

Hör auf deinen Körper und teste aus, was geht und was dir gut tut. Auch, wenn es mal ein bisschen unangenehm wird.

Ich an deiner Stelle würde mit Arzt und Physiotherapeutem (gegebenenfalls auf eigene Rechnung) besprechen, was sie raten. Und dem nicht unbedingt sklavisch folgen, sondern natürlich trotzdem auch auf deinen Körper hören.
Wenn irgendetwas zu sehr schmerzt oder wenn irgendetwas neue Beschwerden, Schwellungen, Entzündungen etc. hervorruft, dann ist das vermutlich nicht richtig gut :wink:

Wann ist denn der MRT-Termin?

Grüße!

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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von Bodo » 09.04.2015 11:47

Du hast ja schon eine Reihe guter Hinweise erhalten. Zum Wandern - unbedingt mit Stöcken gehen. Bergab nach vorne abstützen.

Gute Besserung
Bodo

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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von Pancho.Ski » 12.04.2015 10:28

Zu allererst:
Wünsche dir gute Besserung und vollständige baldige Genesung von den körperlichen Schäden!

Zum Thema Angst:
Es ist viel Wahres geschrieben worden, vor allem richtig ist, dass Angst bei jedem andere Mechanismen in Gang setzt, nicht rationell zu ergründen ist und eine Fern-Laien-Therapie über WWW schwierig ist.

Aus meiner Sicht bestätigen kann ich die hier auch schon gemachte Aussage, dass Angst das beherzte Einsetzen der Kante - in der hier wesentlichen Herausforderung "steile vereiste Piste" -blockiert, das wiederum den Grip reduziert, was wiederum die Angst erhöht.

Das probate Gegenmittel gegen Angst ist aus meiner Sicht das Aufbauen von Vertrauen.

Sicher ist in den allermeisten Fällen die Schwachstelle der Fahrer / die Fahrerin und eher nicht das Material. Konkret bei der hier wesentlichen Problematik ist aber auch das Material durchaus wichtig. Ski sollten eine gewisse Mindestqualität haben und einen bestimmten Verschleißgrad nicht überschreiten, die Kanten sollten top in Ordnung sein. Hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Eine Nachbesserung in diesen Punkten (neue, zum Gewicht besser passende Ski, selber nachgeschliffene, immer scharfe Kanten) hat für mich steile und harte Pisten vom angstbehafteten "Eiertanz" fast zur spaßigen Herausforderung werden lassen. Man sollte hier zumindest einen ernsthaft prüfenden Blick auf das Material werfen, zur Probe vielleicht auch mal leihen, um zu sehen, ob vielleicht die eigenen Latten nicht schon durch sind.

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten würde ich zunächst durch das wieder Erlangen der körperlichen Fitness steigern. Gefallen hat mir persönlich(!) auch der schon hier geschriebene Rat, sich der Angstsituation langsam anzunähern, und immer mal "wohldosierte Häppchen leicht jenseits der Wohlfühlzone" einzustreuen.

In dieser Phase würde ich aber Situationen meiden, die Gruppenzwänge auslösen können.

Viel Erfolg! Das Handling von Angstsituationen gehört für mich zu diesem Sport dazu, ich glaube jeder hat damit auf seinem individuellen Level zu tun.

Für den einen ist es die erste richtige Abfahrt nach dem Übungshang, für den anderen vielleicht das Hahnenkamm-Rennen oder was weiß ich, individuell gefühlt ist es nicht so weit weg voneinander.

Das wird schon :-D

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Re: Angst und ihre Folgen

Beitrag von dentalux » 13.04.2015 09:43

spark hat geschrieben:"Mit Angst kann man nicht Skifahren. Wer Angst hat, steht nicht mehr richtig auf dem Ski, belastet die Kante nicht mehr richtig und verliert deshalb erst recht den Halt. "
Exakt und das ist bei mir passiert. Ein Schalter wurde umgelegt und ich war in Panik.
Angst und vor allem Panik ist ja eine überwiegend körperliche Reaktion.
Ich hatte mal einen Tauchlehrgang bei dem dieses Thema besprochen wurde. Das Problem bei aufkommender Panik werden Stresshormone freigesetzt. Diese führen dazu, den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen und hemmen rationales Denken!
Der Kopf sagt einem dann "alles nicht so schlimm - du schaffst das schon"; dennoch kann man das Gelernte nur schwer / gar nicht umsetzen.

Ein Beispiel vom Tauchen:
Ich musste auf 10m Tiefe die Maske abnehmen und frei blasen. Das ist eigentlich ein Routinevorgang und ich hatte es schon mehrmals gemacht. Dennoch spürte ich, kurz nachdem ich die Maske abgenommen habe, wie eine Panik in mir aufstieg. Man denkt dann fieberhaft nach, was man machen soll und hat dennoch Probleme dies auszuführen.
Damals hat es mir geholfen, dass die Tauchlehrerin mich lediglich an der Schulter berührte. Offenbar kann also körperlicher Kontakt Panikzustände abmildern und/ oder beenden.

Theorie / Fazit:
Bekannte / Freunde können Helfen, wenn sie sich in die Nähe der Person begeben und dieser gut zureden und sie berühren.

Um die Angst langfristig in den Griff zu bekommen, hilft meiner Meinung nach nur Üben. Dabei aber nicht gerade ein schweres Stück (womöglich unter Zeitdruck / Gruppendruck) in Angriff nehmen.
Besser dürfte ein großer überschaubarer Hang sein, in dem sich vereiste Stücke befinden. Dann könntest du versuchen über das vereiste Stück nicht zu langsam drüber zu fahren. Dabei nicht bremsen oder schlittern - einfach drüber hinweg und dann im nicht vereisten Teil bremsen und anhalten.
Ich könnte mir vorstellen, dass dies die Zuversicht in deine Ski und dein Können stärkt.
Je öfters man diese Situation übt, umso besser kann man hernach solche Eisplatten einschätzen und umso weniger Angst hat man davor.
Im Laufe dieser Übung könntest du auch Schwünge auf der Eisplatte und andere Bewegungen üben und so alle Varianten das "über Eis fahren" üben.

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