Diabetes am Berg

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Commander57
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Diabetes am Berg

Beitrag von Commander57 » 27.11.2021 10:25

Moin!
Das Jahr 2021 war für mich ein ziemliches Sch...jahr. Nicht wegen Corona, sondern weil ich auch noch im Januar eine ziemlich niederschmetternde Diagnose erhielt und infolgedessen 2 schwere Operationen mit anschließender Rekonvaleszenz durchstehen musste. Da mir dabei ein Großteil der Bauchspeicheldrüse entfernt wurde bin ich jetzt ein Diabetiker Typ1. Jetzt stellt sich für mich die Frage, wie ich mich zukünftig beim Skifahren zu verhalten habe? Normalen Sport habe ich im Griff, aber wie sieht es am Berg aus, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist? Gibt es unter den Foristinnen und Foristen Diabetiker Typ1 und wie geht ihr den Skitag an? Gerne auch per PN.

Gruß
Frank

Verschoben von SKIFAHREN allgemein nach Verletzungen & Behinderungen am 27.11.2021 11:43 durch Uwe

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drachir
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von drachir » 27.11.2021 15:20

Hi Frank - in Bayern sag man:
A guada hoits aus – um an schlechtn is ned schad.

Mach alles, was geht. Bitte nicht in der Nordwand-Sofa rumhängen und aufs Sterben warten!
Für mich war z.B. 2020 das Horrorjahr: Schlaganfall mit drei monatigen Panikattacken. Nicht genug: zuletzt eine offene Herz-OP (Bypässe).
Im September war ich schon wieder mit meiner Frau beim Biken in den Dolomiten. Toblach - 3 Zinnen - Cortina. War super! A bisserl Strom am E-Bike habe ich schon verbraucht…
Gerade zurück aus La Gomera (Inzidenz 7 :-) und warte auf den Schnee. Dann geht’s weiter, weiter, weiter.
Liebe Grüße - Richard
* * * * * * * *
Gruß - Richard

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Commander57
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von Commander57 » 27.11.2021 16:38

Moin!
@drachir :Schön von dir zu hören!
Ja, es geht immer weiter, auch beim Ski fahren.
@Uwe : Danke für das Verschieben, hätte ich auch von selbst drauf kommen können.

Gruß
Frank

latemar
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von latemar » 28.11.2021 14:37

Du bist nicht alleine.
Für mich war auch ein Seuchenjahr.
Man muss einfach kämpfen und ich finde es ganz toll Deine Zeilen zu lesen.

Ich kann Dir nicht viel weiter helfen, aber es ist gut wie Du voran schaust.

Ich selbst weiß nicht, ob ich zum Skifahren komme, da ich noch an meinem Gleichgewicht arbeite, im übertragenen Sinne und auch im wahrsten Sinn des Wortes.
ich hoffe auf den März.

Fühle dich umarmt.

Gruß!
der Joe

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Commander57
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von Commander57 » 28.11.2021 17:38

Moin!
@Joe :Danke für deine Worte.
Diese Zeiten sind ein harte Prüfung, egal ob es sich um Corona handelt oder andere Umstände.
Aber wir dürfen nicht den Mut verlieren, Richard hat es vorgemacht und du und auch ich werden es genau so machen.
Ich plane die erste Tour für den Februar ins Zillertal und dann im März ins Montafon. Auch du wirst wieder in die Dolomiten fahren, da bin ich ganz sicher.

Gruß
Frank

Trygg2807
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von Trygg2807 » 10.12.2021 01:17

Hey!

Ich sitze im selben Boot. Lungentransplantation 2020 (supi) und dann deswegen im November 2020 Diabetes (nicht so toll). Jetzt solls das erste Mal seit Jahren wieder auf die Bretter gehen und ich bin unheimlich gespannt, weil halt wirklich alles anders ist als früher. Du kannst ja hier mal deine Erfahrungen schildern.

Lg Jenny

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Commander57
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von Commander57 » 10.12.2021 07:02

Moin!
@Trygg2807 : Wie ist denn dein Plan? Ich bin den ganzen Tag unterwegs und frage mich, wie ich es bewerkstellige, den Zuckerspiegel halbwegs normal zu halten. Das setzt eine kontinuierliche Messung voraus, ergo werde ich mir so einen Sensor setzen und nicht blutig messen. Für den Fall einer massiven Unterzuckerung habe ich dann ein Notfallset dabei und ein Mitfahrer ist in die Nutzung eingewiesen.
Ich hatte diesen Post gestartet, weil ich hoffte, Tipps zu bekommen, aber scheinbar ist das Problem nicht so verbreitet oder aber die Betroffenen halten sich zurück, wofür ich natürlich Verständnis habe.

Gruß
Frank

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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von Trygg2807 » 10.12.2021 08:50

Also ich habe auch sonst den libre 2 mit einer Entwickler-App, die kontinuierlich den BZ anzeigt. Mein Plan ist wahrscheinlich, das Basal vorsichtshalber für den ersten Tag zu halbieren und dann werde ich voraussichtlich sowieso mit kleinem Rucksack und Fresspaket fahren. Ich habe da Null Erfahrung, zuhause bin ich nur auf dem Laufband, da passiert überhaupt nichts. Bei mir ist eher langwierige leichte Bewegung problematisch, also Shoppen, Putzen etc. Wie sich ein ganzer Skitag auswirkt, werd ich sehen. Ich bin eventuell nächste oder übernächste Woche schon am Berg, werde dann berichten. Ganz alleine, ist natürlich ein gewisses Risiko. Und sonst halt Traubenzucker und Limo bis der Arzt (nicht) kommt.
Kleine Ergänzung noch: ich werde die Zielwerte etwas hochsetzen und auch den Alarm vom Sensor deutlich höher setzen als normal. Eine Unterzuckerung irgendwo allein im hintersten Eck einer Piste muss dann doch nicht sein.

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Commander57
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von Commander57 » 10.12.2021 18:21

Moin!
@Trygg2807 :Das hört sich doch nach einem guten Plan an.
Ich brauche Gott sei Dank nur Basalinsulin. Den Libre2 werde ich auch nutzen und entsprechend Verpflegung dabei haben.
Im Februar geht es mit Freunden auf die Piste, da kann ich sehen, wie sich das alles verhält. Im März dann allein. Mal sehen, wie das funktioniert.

Gruß
Frank

Dslmuc
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Re: Diabetes am Berg

Beitrag von Dslmuc » 15.12.2021 16:20

Hi Frank und alle,

da schaue ich nach 2 Jahren mal wieder ins Forum und sehe den Thread hier. Erstmal sorry für Dich, dass Dir das passiert ist.

Ich bin seit 30 Jahren Typ 1 und immer damit am Berg. Ist eigentlich kein Thema mehr, man hat den Diabetes ja immer dabei.

Viellicht ein paar Tipps für den Anfang:
- Insulindosis halbieren macht am Anfang Sinn. Lieber mal hohe Werte in Kauf nehmen (bei mir 180 - 200) und dann bei mehr Erfahrung die Insulindosis anpassen (Wie korrigierst Du eigentlich hohe Werte, wenn Du nur Basal nimmst?)
- Ich hab immer 2-4 Energy Riegel in der Tasche (Achtung nicht Eiweiss, sondern Energy). Und nicht die Tütchen mit der Flüssigkeit, sondern die Riegel. Wer einmal ein undichtes Tütchen in der Tasche hatte, weiss wovon ich rede :-)
- Auf der Hütte versuche ich eher Low carb zu essen. Dann muss man nicht so viel Korrektur Insulin spritzen und die Gefahr des Unterzuckers ist geringer. Cola und Skiwasser lasse ich halt weg, trinke Wasser (Gähn) oder ein Bier. Aber schon auch mal einen Knödel.
- Sport ist sowieso das beste für den Zucker. Sport baut insulin-unabhängig Zucker ab, gerade wenn Du nur basal spritzt sollte der Körper das sehr gut hinbekommen.
- Das Notfall Kit (wo im Notfall die Leber animiert werden soll, Zucker auszuschütte) hatte ich jahrelang dabei, aber nie gebraucht. Jetzt weiss ich schon nicht mehr, wie das heisst :-)
- falls Apres Ski: Aufpassen mit Schnaps. Viel Schnaps haut Dir 4-6 Stunden später den Zucker extrem krass runter. Da musst Du echt mit >250 einschlafen, wenn nicht höher. Also ich spreche jetzt nicht von nur 2-3 Schnaps, sondern mehr.
- bei einer Skitour (also beim Aufstieg) brauche ich extrem viel extra Essen. 2 Semmeln habe ich immer extra dabei, auch wenn ich sie nicht immer beide esse).

Vielleicht alles nicht 100% medizinisch korrekt und natürlich auf mich zugeschnitten, aber eben lange Erfahrung. Gerne mehr Info bei weiteren Fragen. Ich schau nicht so oft rein, aber bei PN sollte ich eine Notification bekommen und antworte schnell.

Ich hab übrigens schon 5 Skitage diese Saison :-)

Viele Grüße ,
Dirk

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