Sichere Helme?

noubamofi
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Re: Sichere Helme?

Beitrag von noubamofi » 21.04.2019 20:10

HAt wer Erfahrung mit der Belüftung beim Sweet Protection rooster ? Im Vergleich zu fis Helmen. Hab mich grad mit dem alten Helm zu Tode geschwitzt ;) . Neuer kommt erst nex year :)

zzz
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Re: Sichere Helme?

Beitrag von zzz » 22.04.2019 03:50

Zum einen, eine Mütze ist wesentlich sicherer als ein Helm. Davon hat mich ein Kumpel überzeugt, der Entwicklungsingenieur in der Automobilindustrie ist. Der Beweis basiert auf einem ganz einfachen Experiment:

Du nimmst einen beliebigen Helm und eine beliebige Skimütze, und schmeißt beidem aus dem 10. Stock eines Hochhauses (nicht auf Passanten - bitte in den Hinterhof). Anschließend betrachtest Du das Ergebnis: Helm kaputt, Mütze heil... Also ist klar, was besser schützt, nicht?

Scherz!

Im Ernst:

Markenwaren in einem oberen Preisbereich, sofern kein Schnickschnack und Blingbling dran ist, sollte das Risiko beim Skifahren optimal minimieren. Wichtig ist:
- Dass der Helm sitzt (auch bei einem Sturz formschlüssig und sicher)
- Dass der Helm bequem ist (nur ein getragener Helm ist ein sicherer Helm)
- dass er UNVERÄNDERT verwendet wird (keine Kamera dran montieren usw.)
- dass er nach einem harten Aufprall ausgetauscht wird, egal wie sehr das finanziell weh tut

Klar muss auch sein: EGAL was Du für einen Helm trägst, die "Knautschzone" ist bestenfalls im knappen Centimeterbereich. Einen vollkommenen Schutz für Deinen Kopf bietet ein Helm niemals. In dem schmalen Bereich zwischen "passiert nichts" und "bleibender Hirnschaden" hilft ein Helm weiter.

Ich hatte zwei vier persönliche Helmseinsätze:
a) 1 x Motorroller
b) 1 x Inlineskaten (Fahrradhelm)
c) 2 x Skifahren

Zu a) bin nachts bei Grün über die Ampel, in einer T-Einmündung links abbiegen. Ein lügnerischer, mittelalter Motorradfahrer ist bei Rot drüber (kam von rechts). Ich habe mit geschätzt 15 km/h eine Vollbremsung gemacht, und bin dabei gestürzt. Der Kopf ist auf den Asphalt geknallt. Nix passiert.

Zu b) Bei einem Übersteiger hatte ich vergessen, dass die Bremsen dran waren. Mit verhakten Füßen bin ich aus der Kurve geflogen, und wie ein Brett umgefallen - auf den Kopf. Geschwindigkeit 21 km/h. 20 min ohnmächtig (alles laut GPS!), 2 Tage Krankenhaus, keine Erinnerung an den Unfall. Zwei Wochen später kam die Erinnerung in allen Details zurück. Diagnose_ leichtes Schädel-Hirn-Frauma. Mit anderen Worten: Nix passiert! Bzw... Das Radiusköpfchen im linken Arm war auch gebrochen. Alles wieder verheilt, Beweglichkeit des kompletten Armes ist 100%++ (durch Übung sogar noch besser als vorher). Irgendwelche Schützer hätten am Arm nicht geholfen: ich habe wohl beim Sturz reflexartig die Arme ausgestreckt - die waren der Belastung mechanisch nicht gewachsen.

Zu c)
Fall 1: Dachstein, Gletscher - Eispalast. Habe den Helm getragen (wo soll ich sonst damit hin?). Bin auf dem Boden ausgerutscht, weil ich Blödsinn gemacht habe ("Eiskunstlauf" mit Skischuhen) und bin auf den Hinterkopf geknallt. Habe mich erschrocken - aber nix passiert!
Fall 2: Leihski, dem Händler erzählt, ich fahre mittelmäßig - und der stellt meine Bindung regelkonform auf 6.... Ich fahre aber normal mit 8. Folgerichtig fliege ich bei einem harten Manöver aus der Bindung. Zeugen sagten: "Man konnte keinen Fahrfehler oder Sturz im Vorfeld erkennen. Die Bindungen seien einfach aufgegangen.... Jedenfalls bin ich bei ca. 60 km/h (meine übliche Geschwindigkeit an jener Stelle) volles Rohr auf dem Gesicht gelandet (Brille kaputt, Visier kaputt), blutige Nase, blutiges Kinn, leicht benommen. Doc sagte: leichtes Schädel-Hirn-Trauma, ich soll nicht viel lesen und TV schauen. ich habe viel gelesen und TV geschaut (sonst schaue ich kein TV). War alles OK. Bin am nächsten tag gleich wieder Ski gefahren.

Ohne Helm vermute ich: in allen drei Fällen wäre ich weg (Pflegefall oder tot). Von daher: keinen billigen Schrott kaufen - aber Spezifikationen beachten und Helm immer tragen.

Mehr kannst Du nicht tun, außer auf die entsprechende Sportart zu verzichten

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