Freeride-Camp am Arlberg

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Christoph-Wien
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Beitrag von Christoph-Wien » 29.02.2008 12:39

Ich muß Herbert zu 100% Recht geben. Das mit dem Verfahren in dem Gebiet, das der Bergführer wie seine Westentasche kennen muß, stimmt sehr nachdenklich.

LG Christoph

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LincolnLoop
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Beitrag von LincolnLoop » 29.02.2008 12:53

Herbert Züst hat geschrieben:ich habe aber noch nie gehört, dass einem patentierten Führer so etwas "passiert" ist.
Bei den üblichen Bergführerrouten, bei denen man ohne größere Aufstiege im Liftbereich unterwegs ist, wird sich normalerweise auch niemand verfahren. Gerade wenn man - wie hier passiert - aufgrund eher schlechter Schneeverhältnisse auf Pulversuche ist und deshalb von den üblichen Routen abweichen muss, kann das aber passieren. Zu glauben, wenn man im Gelände einen Bergführer dabei hat, sei das so sicher wie normalerweise Pistenfahren, ist Illusion.
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Herbert Züst
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Beitrag von Herbert Züst » 29.02.2008 13:19

Bei den üblichen Bergführerrouten, bei denen man ohne größere Aufstiege im Liftbereich unterwegs ist
Gerade Bergführer- Routen sind ja nicht in der Nähe eines Liftes und da braucht man auch keinen Führer nur etwas Verstand. Wenn ich einen Führer buche und bezahle, erwarte ich auch eine den Umständen etsprechende Sicherheit. Das ist des Führers Job, sonst mache ich die Tourenvorbereitung lieber selbst. Ich bezwifle jedoch, dass hier seitens des Führers überhaupt eine seriöse Tourenvorbereitung gemacht wurde. Der Führer kann froh sein, dass kein Unglück geschehen ist, vor Gericht würde er echte Schwierigkeiten bekommen.

Gruss Herbert
Herbert

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Beitrag von Hendrik » 29.02.2008 13:29

Er hat ja auch gar nicht geführt, sondern ist nur (den falschen) Spuren gefolgt:
südi hat geschrieben:Harry hatte Arnold seine Spur vom Vortag als Orientierung genannt. Aber er hatte wohl eine andere erwischt und so sind wir zu tief gelandet.
Skifahren statt surfen!

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Beitrag von südi » 29.02.2008 20:10

LincolnLoop hat geschrieben:
Herbert Züst hat geschrieben:Nein und nochmals Nein!
Doch! Fehler können passieren. Es ist nicht richtig, von einem Bergführer eine 100% sichere Route zu verlangen. Als fahrlässig hätte ich es empfunden, wenn er (gegen besseres Wissen) mit der Gruppe eine überfordernde Abfahrt gewählt hätte, was durch den Rückaufstieg verhindert wurde.
P.S.: Die 45° hatte ich (ungeschrieben) als adrenalinempfundene Übertreibung bzw. an der falschen Geländeform gemessen erachtet. Meiner Meinung nach ist es für jemanden, der noch nie auf Fellen gegangen ist, einen 45°-Hang aufzusteigen.
Ach herrje, ich hätte eure posts eher lesen sollen. Da war ich wohl in meinem Blog nicht präzise genug :roll: .

Der Hang war natürlich nicht komplett so steil. Meine Messung bezog sich nur auf einen recht kleinen Teil des Hangs, den wir allerdings aber auch durchqueren mussten. Zudem habe ich nur wenige Sekunden in Anspruch genommen, um zu messen. Und das bei (aus Sicherheitsgründen, wollte ihnen schließlich nicht nachlaufen müssen) in den Schlaufen gelassenen Stöcken. Eine Wasserwaage hatte ich schließlich auch nicht dabei. Da kommen schon auch mal Messungenauigkeiten von locker 5 Grad zusammen. Die Wahrheit präzise gemessen dürfte zwischen 40 und 45 Grad liegen.

Ich weiß natürlich, dass in diesem Bereich jedes Grad zählt und auch für die Hangbeurteilung eine grosse Rolle spielt. Ich wollte halt einen Anhaltspunkt für die Steigung geben und nicht nur schreiben, dass es sehr steil war. Konnte ja nicht wissen, dass ihr darauf so anbeist.

Ich habe diesen betreffenden Teil meines Blogs überarbeitet und diesen steilen Teil des Bergs präziser beschrieben. Ich hoffe es ist jetzt frei von Missverständnissen und wirkt weniger dramatisch. Nicht, dass mir noch einer unseren lieben Arnold als gewissenlosen Bergführerschurken anzeigt. :D :D Der Arnold war schon OK, das mit dem Verfahren hat von unserer Gruppe ihm keiner übel genommen. Wie Chris schon geschrieben hat, er wollte für uns halt das Maximum an Powder herausholen. Die Alternative zum Aufsteigen wäre übrigens gewesen, von einem Felsen etwa drei Meter in relativ steiles Gelände zu springen. Uns fiel die Entscheidung sehr leicht... :D :D

liebe Grüsse

Wendelin

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'uwe'
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Beitrag von 'uwe' » 29.02.2008 21:16

@ Herbert, Hendrik und Südi,

vielen Dank für die Aufklärung. Da bin ich aber froh ;-). Die FKK-Nordwand http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=185 ist eine der ganz leichten Eistouren die ich in Erinnerung habe und nicht besonders lang. Obwohl da was von 50 Grad im Link steht meine ich, sie hat durchschnittlich 40 bis 45 Grad und max eine Seillänge 50. Bei dem Gedanken, dass man da heutzutage als Anfänger mit Skiern rauf und runter soll ist mir komisch geworden...

PS @ Südi, hatte gar nicht gemerkt, dass du zwischenzeitlich weiter geschrieben hast. Wirklich spannend, sehr unterhaltsam und eindrucksvoll. Großes Kompliment, ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Gruß Uwe

südi
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Beitrag von südi » 02.03.2008 21:52

freeriderin hat geschrieben:Hi Südi,

Danke für den Bericht - bin gespannt auf die Fortsetzung.

Lawinenwarnstufe 1? Habe ich, glaub' ich, im Winter noch nie erlebt. Hat da jemand jede einzelne Schneeflocke am Berg festgeklebt? :wink:

Will dem Bergführer auf keinen Fall zu nahe treten (war ja nicht dabei), finde aber:
Jeder, der sich im Hochgebirge bewegt, sollte sich darüber klar sein, dass man schon auf sich selbst aufpassen muss. Klar kauft man das KnowHow und die Expertise von z.B. einem Bergführer - das heißt aber nicht, dass man das Gehirn selbst komplett abschalten kann.
Auf der anderen Seite ist es natürlich die Pflicht des Experten, auf das ihm entgegengebrachte Vertrauen nicht durch Fahrlässigkeit o.ä. zu pfeifen.
hallo kati,

lawinenwarnstufe 1 ist sicher sehr selten, aber diesen Winter gab es diese in Tirol bereits zweimal, um den Jahreswechsel und eben in der ersten Wochenhälfte unserer Freeridewoche. Wobei klar ist, dass das überhaupt nicht heißt, man kann deshalb blind überall rein.

Dass jeder im Hochgebirge für sich selbst verantwortlich ist mag schon sein. Nur wenn Du als Freerideanfänger (so sehe ich mich) in die Berge gehst, hast Du gar keine andere Wahl als dich einem Bergführer anzuvertrauen. Es fehlt Dir einfach die Erfahrung, um Gefahren sicher beurteilen zu können. Ich habe dieses Camp in erster Linie gebucht, um diesbezüglich weiterzukommen, das Fahren wäre mir gar nicht soo wichtig gewesen. Leider bin ich diesbezüglich enttäuscht worden. Werde mich wohl jetzt mal mit einschlägiger Lektüre befassen :-? .

Wendelin

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Beitrag von oenologe78 » 03.03.2008 07:36

Wie beurteilst du jetzt abschließend den Swing zu den 1. Latten (welche Maße hatten die eigentlich?) und vielleicht auch zu den anderen Ski, welche die Teilnehmer hatten (z.B. auch den Seth)
Gruß Reiner

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Herbert Züst
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Beitrag von Herbert Züst » 03.03.2008 08:19

Ich habe dieses Camp in erster Linie gebucht, um diesbezüglich weiterzukommen, das Fahren wäre mir gar nicht soo wichtig gewesen. Leider bin ich diesbezüglich enttäuscht worden. Werde mich wohl jetzt mal mit einschlägiger Lektüre befassen
Wenn du wirklich Touren gehen möchtest, kannst du Mitglied eines Alpenvereins werden, da lernst du die Grundlagen in einem angenehmen Umfeld Gleichgesinnter und erfahrenen Tourenleiter und auch die Kosten halten sich in einem vernünftigen Rahmen.

Gruss Herbert

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HoTTrod
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Beitrag von HoTTrod » 03.03.2008 12:24

Hi Wendelin,
klasse Bericht, bravo und Danke für die Mühe.

fahre gern auch neben der Piste, dewegen bes. interessant.
2 Fragen stelle ich mir:
ab welchem Fahrkönnen lohnt sich das (die genannten Übungen würden mir wahrscheinlich sehr schwer fallen....) :roll:
Und das der Swing so gut ging, hatte ich bis jetzt im Forum immer etwas anders gedeutet (Tiefschnee deutliche Abzüge..)

Gruß und vielleicht kannst du noch Näheres zur Adr. der Skischule sagen..

Jens

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