schneefreier saisonstart

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urs
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schneefreier saisonstart

Beitrag von urs » 30.11.2011 23:41

letztes wochenende schaffte ich es tatsächlich in die berge nach davos. und ich muss sagen, überraschenderweise war die pistenbedingung perfekt. der singular ist bewusst gewählt - ein ca. 2km langes kunstschneeband schlängelte sich im parsenngebiet durch rostbraunes geröll. um doch etwas winterstimmung aufkommen zu lassen, hat frau holle zwischen den steinen auf der schattenseite noch etwas restschnee von anfang oktober liegen lassen, während die sonnenseite eher zum wandern und biken einlud. insgesamt ein surreales gefühl.

ich besuchte einen der obligaten fortbildungskurse. zum erstenmal buchte ich bei den naturfreunden schweiz, einer organisation deren skilehrerInnen eher im lokalen freizeitbereich agieren und nicht in professionellen skischulen. das alter der teilnehmerInnen scheint die alterspyramide der schweiz vorwegzunehmen. ich war der jüngste in der zweitältesten gruppe. die jungs waren stressfrei aber zügig unterwegs, was mir für meine nächsten skijahre hoffnung machte. altersgerecht wurde weniger technik und theorie gebüffelt und mehr gefahren :-D.

den besuch in davos haben meine frau und ich für einen abstecher zum bootfitter heierling benutzt. meine frau fährt seit 4 jahren einen geschäumten atomic-hawx, dessen passform immer noch sehr gut ist, der aber seit ende vorletzter saison wasser reinlässt. dieses phänomen ist für die erste generation dieser schuhe nicht untypisch. und anstelle einen neuen schuh zu verkaufen, haben sie den schuh gratis und franko abgedichtet und noch etwas gerichtet. das nenn ich kundInnenservice, dafür kam dann eine schuhheizung dazu. die stand jedoch schon lange auf der wunschliste.

mein salomon falcon hatte auch vier saisons aber fast doppelt soviele skitage auf dem buckel. es zeigte sich, dass die einlagen durch und die sohlen abgewetzt waren, aber auch, dass sich meine standposition und beinlängendifferenz - dank physio und yoga - verbessert hatte. ich entschloss mich deshalb für einen neuen schuh und dachte an den nachfolger salomon x3. heierling brachte mir aber noch die entsprechenden modelle von atomic und tecnica. der atomic sei sportlicher und direkter, der innenschuh lässt sich binden und der schaft ist beweglicher, was eine aktivere fahrweise verlangt. leider war der rist etwas zu hoch, so dass er aus der wertung viel. der tecnica wird zwischen dem atomic und dem x3 eingestuft. der schaft ist ebenfalls etwas beweglicher, während dieser beim salomon stärker zurückfedert. die passform ist vergleichbar, der innenschuh etwas kompakter. einzig das knallige orange mit den weissen schnallen verführte mich zur frage, ob sich der schuh umspritzen lässt :wink:. der farbe zum trotz hab ich mich für den tecnica entschieden. das fahren mit dem neuen schuh gestaltete sich problemlos. einzig beim stehen gibt's noch eine leichte druckstelle.

jetzt schauen wir jeden abend gespannt den wetterbericht und hoffen auf eine gnädige frau holle, da es am 17. dezember in den weihnachtsurlaub gehen sollte.

gruss urs

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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von ImpCaligula » 30.11.2011 23:53

Salü Urs....! Schön wieder von Dir hier zu lesen...!

Ab dem Freitag ist eine kleine Menge Regen in tieferen Lagen angesagt worden, welcher im Bergland als Schnee runter gehen soll. Allerdings anscheinend nur um die 15cm. Dann soll aber die darauf folgenden Tage es doch umschwenken und wenn es gut läuft, auch sehr kräftig schneien...
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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von Paulinberlin » 01.12.2011 00:49

ImpCaligula hat geschrieben:Dann soll aber die darauf folgenden Tage es doch umschwenken und wenn es gut läuft, auch sehr kräftig schneien...
Dafür bete ich täglich :)

urs
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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von urs » 02.01.2012 23:48

ein grossteil der wäsche ist gewaschen, die reisetaschen noch nicht verstaut und die erinnerungen an den weihnachtsurlaub noch wach. einzig unsere beiden älteren katzendamen tun, als ob nichts geschehen wäre, sitzen an den gewohnten plätzen, betteln und jammern zu den gewohnten oft unmöglichen zeiten und trinken am liebsten aus dem duschbecken.

auch wenn wir das neue jahr im regen begonnen haben, hat das jahr dank lieber freunde und feinem champagner gut gestartet. ich hab gelernt, was zapfengeld ist, und wir haben im besten skirestaurant der alpen ein superbes silvestermenue genossen.

angefangen hat alles am sonntag, den 18. dezember mit der anreise in unsere tiroler destination. nach einem anstrengenden jahresabschluss genossen wir erstmals die zeit für musse und die ruhe des kleinen bergdorfes - lange schlafen, viel lesen und lecker (aber nicht zu viel) essen: speck- oder leberknödel und apfelstrudel zur jause oder ein wienerschnitzel zum abend, hirschwurzen, laibelen und so fort. kombiniert mit dem besten glühwein und erstaunlichen offenweinen österreichischer provenienz kamen am ende doch knapp 2kg zusätzlich auf die waage. es war's auf alle fälle wert.

zwischen all der musse und schlemmerei sind wir tatsächlich noch etwas ski gefahren :wink:. da das skigebiet fendels etwas schattig liegt, die sonne sich erst gegen 11h zeigte und zu beginn eh nicht alle pisten geöffnet waren, durften wir ohne schlechtes gewissen ausschlafen. frau holle hatte nach dem trockenen herbst zwar etwas einsehen, so ganz überzeugend war die vorstellung bis anhin doch nicht. mensch musste ordentlich mit kunstschnee nachhelfen. immerhin waren dadurch die zwei wichtigsten pisten in einem guten zustand. um uns nicht übermütig werden zu lassen, wurde an einem tag die halbe piste durch ein fis-rennen gesperrt :evil:.

der head supershape magnum meiner frau war bekanntlich bereits ende letzer saison weich gefahren (mit videobeweis) und wir begaben uns deswegen zum örtlichen skiverleih. sie probierte zunächst einen fischer wc sc in 155, konnte sich zwar nicht vollkommen mit ihm anfreunden. die kurzschwünge gefielen ihr sehr gut, aber sonst reagierte er ihr etwas zu direkt. am nächsten tag veranstaltete der verleih einen skitest am berg, was uns zupass kam, da die skies kurz hintereinander verglichen werden konnten. ich hab die gelegenheit (auch ohne kaufabsichten) genutzt und an anderer stelle von meinen erfahrungen berichtet. meine frau startete auf empfehlung des verkäufers mit einem blizzard viva ultrasonic in 160, der trotz damen-design und leichtbauweise dank integrierter öldämpfung (angeblich kein witz) erstaunlich stabil war und schon mal einen guten richtwert lieferte. als nächstes folgte der salomon 24hrs in 154. er erschien ihr zunächst etwas langweilig, da er am kurvenbeginn wegen dem sogenannten multiradius (14-12-10m) träger war. aber dank dem tipp des verkäufers, die kurve bewusst übers heck auszufahren, bekam sie immer mehr spass am ski und empfand ihn spielerischer als den blizzard, der dafür stabiler wirkte. den atomic d2 vf 75 empfand sie genauso langweilig wie ich. als letztes testmodell hatte sie sich das vermeintliche schmankerl, den aktuellen supershape magnum aufgehoben. aber bereits nach einer halben abfahrt war ihr klar, dass ihr der ski mitlerweile zu einfach zu fahren ist - sie mokierte, dass sie ihn zu leicht um die kurve "würgen" konnte - und er fiel sang- und klanglos aus der wertung.

am nächsten tag war von nordwesten her schnee angesagt. aber wie meist bei solchen wetterlagen blieb der grosse schnee am arlberg hängen und liess nur ein paar flocken übrig. immerhin wurden die pisten dadurch weicher, und die skies mussten ihre diesbezüglichen stärken beweisen - 1/2 tag salomon und 1/2 tag blizzard. am abend war das rennen immer noch unentschieden, und ich bat martina und beate um rat. aber die konnten einzig einen elan empfehlen, der hier leider weit und breit nicht zu sichten war. in der nacht endlich mal 10cm und am morgen das finale. meine frau orderte beide skies gleichzeitig und ab auf den übungslift - die skies unmittelbar hintereinander gefahren. bereits nach der ersten abfahrt fiel die entscheidung klar zugunsten des sportlicheren salomons, von welchem sie sich das grössere potenzial verspricht. eigentlich war es eh klar, dass für einen serienjunkie nur 24 hours mit "jack bauer" powerline in frage kam :wink:.

endlich kam der "grosse" schnee - 30 wenn auch etwas nasse cm erhöhten das skivergnügen beträchtlich. wir beide fahren mittlerweile gerne bei schneetreiben - ruhige, gedämpfte stimmung, meist wenig leute (dank vorsaison), zerfahrner schnee - kopf runter und ab durch die mitte :-D. von ihrer neuen errungenschaft war meine frau immer mehr begeistert. der ski liess sich durch keinen schneehaufen irritieren. wir versuchten uns auch etwas im tiefschnee, der ab und an aber immer noch fiese felskrallen zeigte, was meiner frau zu schade war, während ich weniger erbarmen mit meinem schon in die tage gekommenen ski zeigte.

im dorf bekommt man gratis rottannen aus dem eigenen wald als christbäume. da wir jedoch relativ spät eintreffen, bleiben nur leicht magersüchtige zwerge übrig. mit vielen kugeln zugepackt vermitteln sie dennoch eine weihnachtliche stimmung. seit jahren schon geniessen wir die traute zweisamkeit ohne stress mit einem einfachen aber feinen essen und wenigen schönen geschenken. mit weihnachten kamen auch vermehrt gäste, das dorf wie auch die pisten wurden immer voller. bei zunächst sonnigem wetter war unklar, wie weit der schnee halten würde. zum glück suchten etliche ihr skiheil im benachbarten kaunertal, welches im gleichen ticketverbund ist.

mitte woche kam der bereits erwähnte besuch, welcher nebst champagner auch den ersehnten schnee mitbrachte. wir verbrachten die drei besten skitage mit unzähligen "blitzbuckeln" und feinstem fahrspass. der schnee trieb leider auch die (ausgesperrten) "kaunertaler" zu uns zurück, welche ab und an die steileren stellen als power- und querrutscher verstopften, und ein klein wenig zirkeln war angesagt. auf den anspruchsvolleren oberen lift wagten sie sich meist nur einmal, und den grössten stau verursachten sie im restaurant. wir vergnügten uns auch im pistennahen tiefschnee - weiter draussen wars wegen lawinengefahr gesperrt. die bedingungen forderten auch von uns ihren tribut und wiesen mich darauf hin, dass ich nicht mehr der jüngste bin und auch schon mehr velokilometer als trainingsgrundlage hatte :oops:. aber insgesamt war ich zufrieden und hatte auch das gefühl, dass das letztjährige offpiste-training meine balance verbesserte. mein sl-carver pflügte sich brav durch und verlangte einzig bei den letzten fahrten - als meine beine meckern wollten - erhöhte konzentration.

für meinen neuen ski war ich anfänglich unentschlossen zwischen dem stöckli laser sc - der neu eine allroundigere geometrie aufweist und ähnlich sportlich ausgelegt sein soll - und dem sl. dank der guten vorstellung meines bisherigen sl's, der kompetenten beratung bei stöckli und meiner "testfaulheit" hab ich mich heute wieder für den sl entschieden - "never change a winning team" oder "was der bauer nicht kennt ..." - je nach sichtweise. (um ehrlich zu sein, hatte ich gehofft, dass jürg den sc in 170 ordert und ihn mir nach einem testtag zu einem guten preis überlässt. aber wahrscheinlich wärs bei ihm eh der 177er geworden - und dafür fehlt mir echt das training :wink:).

jetzt wünsch ich euch und mir eine schöne weitere saison - die nächsten tage soll noch weiterer schnee kommen :-D.

gruss urs

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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von ImpCaligula » 03.01.2012 00:48

Danke für den sehr schönen Bericht - urs - Dir noch schöne Tage mit viel Schnee unter den Brettern... und ein gutes Neues 2012 ebenso natürlich. Wart es ab... vielleicht juckt es mich im Stöckli Finger noch ;)
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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von Uwe » 03.01.2012 09:40

Hallo Urs,

sei froh, dass du zumindest etwas Winterfeeling hattest.
Bei uns sollen bald schon die ersten Pflanzen aus dem Winterschlaf erwachen und blühen ... obwohl es noch gar keinen Winter gegeben hat :-?
Wegen der heftigen Winter der letzten beiden Jahre, hatte ich mir sogar extra neue Schneeschippen gekauft, und jetzt kommt er nicht. Da soll noch einer sagen, dass "Abschreckungsszenarien" nicht wirken ;-)
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt :D
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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von urs » 10.01.2012 07:01

winter pur - von schneefrei kann keine rede mehr sein :-D. der freitagabendliche gang durch's tief verschneite vals gab uns eine ahnung, wie märchen entstehen. leider haben wir die fotokamera zu hause gelassen und der farbabgleich des iphones kämpfte mit dem neuen grellen led-strassenlicht.

im moment läuft im fernsehen gerade ein bericht über andermatt, welches für mehrere tag von der umwelt abgeschnitten war, da es bis zu vier metern schnee abbekommen hat. als südlich exponiertes inneralpines tal bleibt für vals weit weniger davon übrig, aber ein bis zwei meter sind es allemal. die anreise war zum glück nur mässig "abenteuerlich" und die schneebedeckten steigungen nach laax und vals liessen sich ohne ketten meistern.

am samstagmorgen lockten ein blauer himmel und erste sonnenstrahlen auf die piste. bei der talstation kam ein erster kleiner dämpfer, bereits der zweite lift sei wegen lawinengefahr geschlossen. es blieb einzig die relativ kurze erste sektion und die talabfahrt, die zu anderen zeiten - sofern überhaupt geöffnet - eher als tagesabschluss und/oder einem besuch in das urige restaurant eines weilers gefahren wird. heute entschädigten sie uns mit superschönem naturschnee. der lift war aber nicht wegen lawinengefahr sondern technischen problemen aufgrund des vielen schnees geschlossen.

vorsorglich hatte ich meinen sechs jahre alten und etwas breiteren (aus heutiger sicht mit 72mm schmalen) cross-carver mitgenommen, der als zweitski immer noch brav seinen dienst tut. trotzdem war die umstellung vom harten tiroler kunstschnee spürbar und verlangte in den ersten abfahrten etwas konzentration.

bereits nach einer stunde zogen, wie prophezeit, die ersten wolken herein und bald darauf begann es wieder zu schneien. wir drehten noch ein paar runden, trafen uns im restaurant mit bekannten, um dann bei diffusem licht den skitag abzuschliessen.

die ganze nacht über hatte es 20-30cm geschneit, so dass wir am sonntag morgen trotz schneetreiben die pisten aufsuchten. geplant war eine rückreise am frühen nachmittag, da ein verspätetes "weihnachtsessen" mit dem "gottimeitschi" (=weibl. patinnenkind) auf der agenda stand. und hierbei zu spät zu kommen bringt ärger ;-). zu unserer überraschung war die zweite sektion diesmal geöffnet und zu meiner freude nicht gespurt. meine frau hatte nicht den besten tag erwischt und bereits beim ersten gleiten blieb ihr neuer ski kleben. ungeeignetes material für neuschnee (ist halt kein stöckli ;-)) oder fehlende wachsschicht? ein augenschein brachte des rätsels lösung. da der ski im gegensatz zu meinem an der wärme stand, hatten sich unmittelbar hinter der metalspitze eisriefen gebildet.

wir waren zunächst die einzigen auf der piste. das düstere licht verbreitete in verbindung mit der schlechten sicht eine unwirkliche stimmung. auf halber höhe kamen uns drei einheimische tourengeher entgegen. die sicht war es auch, die meiner frau zunächst probleme bereitete. man musste extrem nach gefühl fahren und balanciert stehen. um die aufgabe zu erschweren, war am vortag nur ein teil gepistet worden, die übergänge aber kaum zu sehen. fuhr man neben die spur, erhöhte sich die schneetiefe von knapp 30 schlagartig auf gut 80cm. damit taten sich unsere schmalbrüstigen skier eher schwer und kamen im flacheren nicht so recht vom fleck. eigentlich rechnete ich damit, dass meine frau den direkten weg ins restaurant wählt. aber nichts da, sie wollte es wissen und die situation als training nutzen. die zweite fahrt verlief dann auch für beide von uns flüssiger und machte wirklich spass. nach wie vor befanden wir uns mutterseelenallein auf der piste.

wie gesagt beendeten wir danach den skitag mit der talabfahrt, räumten kurz die wohnung und machten uns auf die heimfahrt. zuvor hatten wir uns bei ortskundigen informiert, ob für die talfahrt ketten benötigt würden, was glücklicherweise nicht der fall war. nach ilanz war praktisch alles schwarzgeräumt und das grösste problem waren die schleicher mit ketten richtung laax :evil:.

für's nächste wochenende ist sonne bei halbwegs winterlichen temperaturen angesagt :-D!

ps: mit unverschuldeter verspätung gepostet, da wohl jemand an der datenbank herumgeschraubt hat. sollen wir für einen sql-kurs sammeln :wink:?

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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von freeriderin » 10.01.2012 09:10

urs hat geschrieben:winter pur - von schneefrei kann keine rede mehr sein
:D

RICHTIG!!

Ich mache mich auch heute Abend wieder auf den Weg Richtung Berge.... yeeeeha!

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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von urs » 25.01.2012 22:22

irgendwie verhalten wir uns diesen winter antizyklisch. nicht dass wir urplötzlich badeferien in der karibik gebucht hätten - aber letztes wochenende bestellten wir "blindflug mit freunden", was bis auf den letzten tag prima geklappt hat, während wir vorletztes wochenende "wellnessen bei sonnenschein" auf dem programm hatten. aber alles der reihe nach.

meiner mutter hatten wir zum geburtstag einen aufenthalt in der therme inklusiv feinem essen geschenkt. eigentlich wollten wir es letzten herbst schon mal einlösen, was durch krankheit leider verhindert wurde. mitte januar hatte es dann endlich geklappt und ich chauffierte meine eltern nach vals. die fahrt verlief ruhig bis kurz vor der zieleinfahrt, als sich meine mutter scheu vom rücksitz meldete, dass sie nicht wisse, ob der magen, geplagt von dem kurvengeschaukel, noch länger ruhig halten würde :(. kurzer notstopp in der letzten kurve und alles ging noch gut. wettermässig war es das bislang perfekteste wochenende des noch jungen winters. auch wenn die pisten mit feinstem pulver lockten, waren wir froh, unseren eltern vals im prächtigsten winterkleid präsentieren zu können - skifahren musste etwas zurückstehen. da ich selber schon nicht mehr der jüngste bin, sind es meine eltern zweimal nicht. aber glücklicherweise sind sie noch leidlich zu fuss, so dass sie nach einer kurzen rast eine 2h winterwanderung unternehmen konnten. sie bestanden darauf, dass unsereiner skifahren geht - schliesslich möchten sie uns beide auch mal in "action" sehen.

am abend genossen wir dann das feine essen im hotel therme und am nächsten morgen erwarteten wir den sonnenaufgang im wohlig warmen thermalbad. schweren herzens hatten wir uns entschlossen, aufs skifahren zu verzichten und bereits am frühen nachmittag zurück zu fahren, um dem stau, der später dann - wer hätte es gedacht - eintraf wie das amen in der kirche, zuvor zu kommen. als akt der selbstkasteiung begaben wir uns nochmals ins skigebiet, um unsere skies zu holen: langweilig leere pisten, ein öder blauer himmel und ein anspruchslos weicher schnee - wer will das schon :roll: :cry:? das wichtigste aber war, dass es meinen eltern sehr gefallen hat - ein geglücktes geburtstagsgeschenk :-D.

dieses wochenende das kontrastprogramm. schnee ohne ende unter den skiern und vom himmel. wir hatten unser fast schon traditionelles treffen mit beate, martina und kurz auch mit den nordlichtern, welches diesmal in scuol stattfand. mit dem zug angekommen sollten wir beates mann treffen, den ich zunächst vor lauter schnee und missverständnissen nicht entdecken konnte. auf motta naluns erwartete uns neben lieben freunden ein heftiger wind, so dass nur wenige lifte geöffnet hatten. während die nordlichter bereits tapfer ihr tagessoll erfüllt hatten, zog es beates mann und mich ins schneegestöber, und meine frau freute sich auf die alljährliche privatlektion bei martina, von der sie sich selbst vom widrigen wetter nicht abhalten liess. bei schechter sicht musste extrem nach gefühl gefahren werden und eine blaue piste hatte bisweilen ihre tücken. nach einer aufwärmrast zog es beate, meine frau und mich noch auf einen unpräparierten hang mit knapp 30cm neuschnee. auch wenn ich einen blauen himmel bevorzuge, finden wir solche tage mit wenigen leuten, gedämpfter stimmung und frischem schnee immer reizvoller.
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sie haben zudem den vorteil, dass man ohne schlechtes gewissen längere pausen einschalten kann und mehr zeit zum tratschen findet :-D.

nach dem skifahren traffen wir uns alle zu einem gemütlichen trunk noch im hotel bellaval, wo die nordlichter einquartiert waren. während letztere sowie martina sich am samstag auf die heim- resp. weiterreise machten, wagte sich der rest nochmals ins stürmische wetter. die bedingungen hatten sich nicht geändert. es waren aufgrund des wochenendes einzig etwas mehr leute unterwegs. gegen abend klarte es sich sogar auf, so dass wir tatsächlich etwas von der umgebung mitbekamen. auch wenn wir nicht regelmässig hier sind, zieht es uns immer wieder ins unterengadin. es ist sowohl im sommer wie im winter eine faszinierende landschaft durchsetzt mit schmucken dörfern.

es gibt ortschaften, da könnte man ein schild an die einfahrt stellen und behaupten, es sei ein museum. sent, wo wir unsere pension gebucht hatten, gehört mit seinen schmucken engadinerhäusern und dem intakten dorfkern zu dieser gattung.
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die pension, von beate ausgesucht, war sehr schmuck und gastfreundlich. gegessen haben wir währschaft und preiswert im bald noch einzigen restaurant des dorfes.

auf den sonntag war zunächst besserers wetter angesagt. aber die sonne lugte nur kurz am morgen durch die wolkendecke, um sich alsbald wieder zu verziehen. schnee und wind waren aber abgeflaut und die sicht war besser. aufgrund der lawinengefahr waren aber weiterhin nur wenige lifte geöffnet. wir nutzten das zu "trainingsfahrten" - meine frau versuchte das gelernte umzusetzen, während ich mich auf die gleichseitigkeit meiner position - wird wohl mein thema für diesen winter :oops: - konzentrierte. zum abschluss noch ein paar verwackelte videos mit meiner neuen kamera.
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in erwartung eines grossen ansturms begaben wir uns zeitig auf den zug, um den sonntagabend noch zu hause geniessen zu können.

für uns beide war es auf alle fälle ein gelungenes erlebnis und wir freuen uns auf eine wiederholung.

beate
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Re: schneefreier saisonstart

Beitrag von beate » 26.01.2012 09:21

Dein Bericht und die wunderbaren Bilder von Sent geben auch unsere Stimmung sehr gut wieder!
Danke für deine Mühe!
Beate

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