Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Fragen zu Kante Schleifen, Belag Wachsen, Belag ausbessern etc.
Siehe auch Bericht zur Skiservice selbst gemacht (mit Videos)
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Pancho.Ski
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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von Pancho.Ski » 18.01.2018 07:32

Kann ja jeder machen was er will, wenn einer meint, er braucht keinen Skiservice, der soll es halt lassen und meinetwegen mit seinen stumpfen Brettern auf dem Ziehweg schieben...

Nur warum muss man dann in einem Unterforum, in dem es ja explizit nur darum geht, den Troll geben?

Unabhängig wie nützlich das für den einzelnen ist oder nicht ist, kann man doch wenigstens Respekt davor haben, dass es hier User gibt (in dem Fall ist es sogar der Betreiber), die neue Dinge ausprobieren und sich sogar die Mühe machen, ein Video herzustellen und hier einzustellen?

Und unbestritten dürfte doch wohl sein, dass dem Normalskifahrer doch wenigstens scharfe Kanten in bestimmten Situationen zumindest nützlich sein können? Natürlich braucht gebi das nicht, der kann ja auch über Wasser laufen, aber wir 99,9999% schon. Auch ich bekenne mich ausdrücklich dazu, zu den Warmduschern zu gehören, denen Skifahren mit gut laufenden, frisch gewachsten Skiern mit frisch geschliffenen Kanten einfach mehr Spaß macht, mehr noch, ich mach das gerne sogar selber und tausche mich gerne mit anderen darüber aus...

Und ich glaube, dass ich mit diesen möglicherweise verwerflichen Neigungen im richtigen Unterforum unter gleichartig Veranlagten schreibe. Wer anders drauf ist, kann uns Weicheier doch wenigstens hier mit der Verbreitung seiner Glaubensgrundsätze verschonen...?

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elypsis
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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von elypsis » 18.01.2018 08:20

Pancho.Ski hat geschrieben:
17.01.2018 21:29
Deswegen würde mich mal interessieren, ob jemand schon mal seine Ski beim Profi mit der IR-Methode hat wachsen lassen und was für Erfahrungen damit gemacht wurden.
Ja, und eine Adresse kannst du auch haben:
http://www.gruesch-danusa.ch/winter/tar ... rvice.html

Wenn du keinen Wachswunsch hast, arbeitet der Edi mit Holmenkol Betamix Red. Bei normalen Schneeverhältnissen kommst du damit locker über eine Woche. Anders sieht es bei dauerhaft härteren Pisten aus, da ist der Abrieb eben grundsätzlich größer. Aber selbst dann grauen deine Beläge nicht aus. Ein Tüpflischiisser wird sicherlich zwischen dem 1. und 7. Tag einen Unterschied bemerken, nur denke ich, dass meist die persönliche Tagesform den größeren Einfluss haben wird.

IR-Wachsen oder Bügeln - im Endeffekt stelle ICH zwischen beiden Methoden keinen Unterschied fest. Lediglich der Wachsverbrauch ist bei IR geringer und das leidige Abziehen und Ausbürsten bleibt, so oder so!
My EGO.
My way.

BBR-Andy
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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von BBR-Andy » 18.01.2018 08:41

Fast wiederstandsloses Gleiten
im Schnee hat für mich Priorität und Faszination zugleich.
Auf den langen Ziehern von der Steinplatte
abends runter zum Seegatterl Parkplatz bin
ich mit meinem 1,92m Snowboard bis auf widrigste
Verhältnisse immer Durchgeglitten.
Das Gro der Skifahrer war da meist mit Doppelstock
und Schlittschuhschritt unterwegs.
Immer gründlich gebügelt, abgezogen, gebürstet
und poliert.
Board meist auf einem langen, hochgedrehten Heizkörper vorgewärmt.
Mein Empfinden (kann mich irren) ist,
dass mit zunehmender Anzahl des Bügelns,
der Belag Schaden nimmt.
So nach 20-30x zeigte sich die Tendenz,
dass in immer kürzeren Abständen die Wachsschicht durch war.
Darunter dann grauer, fasrig rauher Belag an den exponierten Stellen.
2 schnelle Std. auf harter Piste, mehr war am Schluß nicht mehr drinn.
Bei mehreren Boards überall die gleichen Symptome.
Beim Skifahren (wird jetzt 3.te Saison)
habe ich deshalb erst gar nicht damit angefangen,
sondern wachse kalt.
Aufreiben und Bürsten dauert am Parkplatz keine 2 Minuten.
Letzte Saison 63x je ca 2-3Std. gefahren (Arbeitsunterbrechung :wink: ).
Fazit: Keine grauen Stellen mehr in den Belägen und immer sauschnell unterwegs.
Vorteil: Geringster Wachsverbrauch, minimalster Zeitaufwand und kein Wachsdampf
in der Wohnung.
Im Übrigen wärmt die Bewegung gleich mal bischen an.

Hallo Uwe: Wenn Du das mal testen willst,
schicke ich Dir gern mal eine Scheibe von meinem Swix Flour Universal.
Ich finde es gut, dass Du dir hier mit Testen soviel Mühe machst.

Lieber Gruß
Andy

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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von NeusserGletscher » 18.01.2018 09:16

elypsis hat geschrieben:
18.01.2018 08:20
IR-Wachsen oder Bügeln - im Endeffekt stelle ICH zwischen beiden Methoden keinen Unterschied fest.
Ich sehe professionelle IR Geräte auch eher als Ersatz für die bisherigen Wachsmaschinen, bei denen der Ski über eine rotierende Bürste mit erwärmten Wachs gezogen wird und dabei deutlich weniger Wachs aufnimmt als beim Bügeln. Deswegen bieten einige Läden halt auch an, den SKi per Hand mit dem Bügeleisen zu wachsen, einfach, weil das gegenüber den bisherigen Maschinen länger hält. Außerdem wird die Maschine für den Rennsport beworben. Wie weit diese dort Verbreitung gefunden hat, kann ich nicht sagen.

Mit den IR-Wachsern hat man nun ein industrielles Verfahren für den Massendurchsatz, das im Ergebnis einem Auftrag mit dem Wachsbügeleisen in nichts nachsteht. Und so denke ich muss man auch die Werbeaussage der auf der von mir verlinkten Homepage interpretieren.

Um auf den Einsatz zu Hause zurückzukommen. Bei falscher Anwendung egal mit welchem Werkzeug kann man jeden Ski ruinieren. Ich versuche, die Vorwärmzeit auf ein Minimum zu reduzieren und muss beim anschliessenden Bügeln nicht mehr so lange warten, bis mein dickes Eisen den Belag auf Temperatur gebracht hat.
Was man selbst erledigt können andere nicht verkehrt machen.

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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von Pancho.Ski » 18.01.2018 09:28

Vielen Dank, Volker für die Adresse, liegt leider nicht in meinem regulären Revier. Sollte ich da mal hinkommen, werde ich es sicher mal testen, rein aus Neugier.

Deine Erfahrungen sind ja im Rahmen dessen, was man erwartet, und was Uwe ja auch gesagt hat. Der große Sprung nach vorne ist das sicher, wenn vorher diese Standard-Wachsbürsten verwendet wurden. Wenn man Bügeln als Bezug nimmt, gibt sich das also scheinbar nicht viel.

Andy, das Einreiben werde ich jetzt mal im anstehenden längeren Aufenthalt in den Alpen testen als schnelle Lösung zwischendurch. Was das häufige Wachsen angeht, habe ich gerade die entgegengesetzten Erfahrungen gemacht. Je öfter ich einen Belag gebügelt habe, desto besser läuft er und desto länger hält es...

Welches Wachs ist das genau, was du verwendest? Ich verwende dieses hier:
https://www.bergfreunde.de/swix-f4-180- ... eisswachs/

Das finde ich bisher am besten, wenn man nur eines Benutzen möchte, das ordentlich hält, schnell ist und „Touri“-Ansprüchen genügen soll. Es ist nach meinem Empfinden im warmen Schnee etwas besser als Betamix red.

**sehe gerade, Peter hat auch zeitgleich geschrieben**

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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von 11mousa » 18.01.2018 09:30

NeusserGletscher hat geschrieben:
17.01.2018 23:46
Als Freizeitfahrer merke ich deutlich den Unterschied zwischen einem gut präparierten Ski und einem nicht gut präparierten Ski. Der damit verbundene Aufwand ist es mir Wert. Zumal die Zeit der Vorbereitung ja nicht von meinem Skitagen abgeht, weil ich aufgrund der Entfernung zu den Alpen nun mal überwiegend im Urlaub Ski fahre.
Da macht aber das richtige Wachs um Welten mehr aus, als der unterschied zwischen "Ski vorher aufgewärmt" und "Ski vorher nicht aufgewärmt".

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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von moni.ski » 18.01.2018 09:44

BBR-Andy hat geschrieben:
18.01.2018 08:41

So nach 20-30x zeigte sich die Tendenz,
dass in immer kürzeren Abständen die Wachsschicht durch war.
Darunter dann grauer, fasrig rauher Belag an den exponierten Stellen.
2 schnelle Std. auf harter Piste, mehr war am Schluß nicht mehr drinn.
Bei mehreren Boards überall die gleichen Symptome.
Beim Skifahren (wird jetzt 3.te Saison)
habe ich deshalb erst gar nicht damit angefangen,
sondern wachse kalt.
Andy

Dann müssten aber meine zum Teil uralten Rennski (8 Jahre...) schon ewig durch sein.. sind sie aber nicht.. sind schneller als die neuen...

Hört sich nach verbrannten Belag an, muss nicht vom Bügeln kommen..

hm ob Ski aufgehen wenn sie die ganze Zeit einseitig beheizt werden glaube ich nicht.. früher gab es Probleme mit der Temperbox bei manchen Herstellern, diese haben die Skihersteller mit Verwendung anderer Kleber in den Griff bekommen. Zumindest ist mir nichts mehr bekannt dass Ski aufgehen dabei. Infrarot wird auch schon routinemässig gemacht, hab noch nie gehört dass es Problem gegeben hat

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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von Pancho.Ski » 18.01.2018 10:45

moni.ski hat geschrieben:
18.01.2018 09:44
Hört sich nach verbrannten Belag an, muss nicht vom Bügeln kommen..
Du meinst verbrannt durch fahren ohne Wachs...?

gerho10
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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von gerho10 » 18.01.2018 11:31

moni.ski hat geschrieben:
18.01.2018 09:44
ob Ski aufgehen wenn sie die ganze Zeit einseitig beheizt werden glaube ich nicht..
ein professioneller (Renn)Wachshersteller, der zudem auch Metallurge ist, hat mir erklärt, dass eine einseitige Erwärmung - wie das beim Wachsen nun mal grundsätzlich der Fall ist- zu unterschiedlicher Ausdehnung der erwärmten Oberseite (= Belag) und der Unterseite (=Skideck) führt. Bei zu starker (einseitiger) Erwärmung kommt es daher zu einer Verformung des Skis, d.h. er wird zunehmend "hohl", was man beim Abziehen merkt: Am Rand geht das Wachs leichter ab als in der Mitte. Insofern ist also das Ziel immer möglichst am unteren Ende der Bügeltemperatur für das jeweilige Wachs zu arbeiten, um den Belag bestmöglich zu schonen (das Raufdrehen der Bügeltemperatur war in diesem Zshng eher als Scherz gedacht ;-))..Insofern kann es natürlich sinnvoll sein, den Ski mit Infrarot (oder sonst einer Methode) SCHONEND und GLEICHMÄßIG vorzuwärmen, um die erforderliche Bügeltemperatur möglichst niedrig zu halten. Darauf zielen wohl auch professionelle Geräte ab. ich bezweifle aber nach wie vor, dass dies mit einem Heizstrahler aus dem Baumarkt nur einigermaßen so gelingt. Aber jeder darf sich seine eigenen Ski ja kaputt machen wie er will, die geäußerten Zweifel dienen auch nur dazu, eventuell interessierte Nachahmer vor Umsetzung zum Einholen einer Zweitmeinung zu ermutigen :roll:

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Re: Ski wachsen mit einem Infrarot-Heizstrahler

Beitrag von Pancho.Ski » 18.01.2018 11:41

Deswegen machen vermutlich auch die Temperboxen im Rennbereich Sinn. Die Wachse da benötigen ja, soweit ich weiß. erheblich höhere Temperaturen. Daher erstmal schonen den Ski von allen Seiten gleichmäßig vorwärmen, dann ist der Temperaturunterschied nicht mehr so groß zum heißen / heißeren Eisen. (?)

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