Erste Ski mit Holzkern

Spezifisches rund um Kinderski und Skiurlaub mit Kindern.
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Esaka
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Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von Esaka » 26.01.2026 18:57

Hallo,
mein Sohn ist aktuell 6 und möchte hat erstmalig ein bisschen in das Thema Rennen geschnuppert.
Er fährt aktuell billige Kinderski mit 100cm Länge.

Er ist 120cm groß und wiegt 23kg

Ich bin nun am Überlegen einen hochwertigeren Ski zu kaufen. Die anderen Kinder fahren da teilweise Längen über der Körpergröße. Hat mich etwas stutzig gemacht.

Die kurzen einsteigermodelle haben aber wieder radien mit nur 6m, was mit auch recht heftig vorkommt.

Zu was würdet ihr raten?

LG

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gebi1
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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von gebi1 » 27.01.2026 09:13

In diesem Alter kommen die Rennski in der Regel mit Multiradius und sind sowohl für SL als auch GS geeignet. Vom Aufbau her sind sie schon an die grossen Geschwister angelehnt. Buche/Pappel Kern, Titanal, harte Seitenwangen, aggressive Kantwinkel, Raceplatte https://www.xspo.ch/fischer-rc4-noize-j ... ate-134163 der Fischer hat den Vorteil, dass man die Seitenwangen nicht hobeln muss (Head hat das auch). Bedenke, solche Ski wollen gepflegt sein. Man muss in der Lage sein den Service (Wachsen, Seitenkante) selbst zu machen.

Der Head https://www.xspo.ch/head-wcr-esl-rebel-team-u8-134447 hat keine Platte, was den Ski etwas weniger aggressiv macht.

Alle grossen Hersteller haben solche Ski im Programm. Wenn dein Sohn strukturiert im Verein trainieren möchte, gibt es dort sicher die Möglichkeit einer Skibörse, also die Gelegenheit Ski von älteren Kindern zu kaufen.

Noch ein Gedanke zum Training. Ich finde, dass Kinder vor allem viel frei fahren sollten. Stangentraining mag ein Teil des Trainings sein. Der Hauptfokus sollte aber bei solch kleinen Kinder auf dem freien Fahren, auch neben der Piste und in Freestyleparks liegen. Dort haben sie Spass und lernen sich unbeschwert zu bewegen. Mein Sohn fuhr ein paar Jahre Rennen und schaffte es in ein Regionalkader. Dort kam ihm rasch die Freude abhanden und er wechselte zum Freestyle. Er fuhr mit seinen Freunden schon im Alter von deinem Sohn selbständig und ohne Begleitung von Erwachsenen. Dabei zeigte sich, dass er am liebsten durch Wälder fuhr und im Park am Springen war. Skirennfahrer sind Egoisten auch wenn sie in der Gruppe trainieren. Diese Energie hat ihm je länger je mehr zu schaffen gemacht. Rückblickend hätte ich früher spüren müssen, dass ihm nicht mehr so wohl ist. Zudem sollten Kinder Polysportiv sein und möglichst vieles ausprobieren.

Mein Rat an dich. Lass deinen Sohn auf Ski immer das machen worauf er Lust hat und stärke ihn in dem. Skifahren ist für uns alle nur eine Freizeitbeschäftigung die immer nur Spass machen soll. Tut sie das nicht mehr, soll man es bleiben lassen.

Esaka
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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von Esaka » 27.01.2026 11:04

Vielen Dank für die Antwort.

In dieser Kategorie denke ich gar nicht. Wir sind eigentlich so gut wie immer zu zweit unterwegs und das wird auch so bleiben.
Mir geht es viel mehr darum, ob ein geschäumter Ski Nachteile für das Erlernen der Technik hat und wann man sich mit einem Umstieg beschäftigen soll.

LG

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gebi1
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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von gebi1 » 27.01.2026 14:41

Dass das so bleiben wird bezweifle ich. Dein Sohn wird ja dereinst ein Jugendlicher und dann sieht das anders aus. Papa/Mama/Sohn Skitage sind aber etwas cooles. Ich bin auch als Erwachsener gerne mit meinem Vater Ski gefahren.

https://www.xspo.ch/nordica-unleashed-j ... -gw-123409 Ski mit Holkern gibt es in allen Kategorien.

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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von nks » 28.01.2026 10:07

gebi1 hat geschrieben:
27.01.2026 09:13
Noch ein Gedanke zum Training. Ich finde, dass Kinder vor allem viel frei fahren sollten. Stangentraining mag ein Teil des Trainings sein. Der Hauptfokus sollte aber bei solch kleinen Kinder auf dem freien Fahren, auch neben der Piste und in Freestyleparks liegen. Dort haben sie Spass und lernen sich unbeschwert zu bewegen.
:zs:
Für eine meiner Töchter (die andere mag Skifahren nicht) hab ich letztes Jahr etwas hochwertigere Ski mit Seitenwangenkonstr. gekauft: Fischer The Curv Pro (erhältl. ab 110cm Länge) und Nordica Enforcer 80S (ab 120cm Länge)

Sie war allerdings schon älter/schwerer als dein Sohn und es war auch ihr Wunsch bessere Ski zu bekommen, da sie z.B. am Eis Probleme hatte. Ich wusste vorab nicht genau, wie sie mit den besseren Ski umgehen können wird und ob die z.B. zu hart abgestimmt sind, usw.
Letztendlich machen ihr die Ski viel mehr Spaß und es hat auch technisch einen Push vorwärts gegeben!

Allerdings kann man die Sache m.M.n. auch übertreiben. Ich sehe immer wieder recht junge Kids mit Jugend GS Ski + Rennplatte etc., die oft gar nicht damit umgehen können. Die Kinder haben in dem Moment vielleicht trotzdem Spaß, aber da z.B. glaube ich manchmal, dass die Ski ihnen im spielerischen Erlernen der Grundtechniken und verschiedener Fähigkeiten auf Piste/Gelände/usw. eher im Wege sein könnten.

Also ich denke, ein "besserer" Allroundski macht ziemlich sicher bald Sinn, speziellere (echte) Rennski und Schuhe sollten am besten in individueller Abstimmung mit dem Trainingspersonal angeschafft werden.

Beste Grüße
Nikos

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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von gebi1 » 28.01.2026 10:47

Diedier Plaschy, Ex-Skirennfahrer, Trainer, SRF-Experte und Vater von 5 Kindern, hat eine klare Meinung. Eigentlich müssten die Kids mit untaillierten Ski das Fahren lernen (gibts halt nicht mehr). Zudem vertritt er die Meinung, dass das freie Fahren dem strukturierten Training vorzuziehen ist. Zuerst muss sich die Leidenschaft entwickeln, man muss brennen, sonst macht strukturiertes Training keinen Sinn. Cooles Material haben, kann ein motivationaler Faktor sein. Meine ersten Fussballschuhe waren mir enorm wichtig, machten mich stolz und ich wollte sie immer anhaben. Sie befeuerten meine Leidenschaft für den Fussball, die bis heute anhält.

Plaschy vertritt auch die Meinung, dass Eltern wichtig sind, ihre Kinder bei dem was sie tun zu unterstützen. Pushen ist fehl am Platz, das Feuer muss von innen wachsen. Um Leidenschaft zu entwickeln, muss man selbst entscheiden können. Freude steht immer im Vordergrund. Darum ist das Polysportive so wichtig. Den eigenen Körper, den Geist herausfordern und langsam an seine Grenzen führen. Darum liess ich meinen Sohn machen, keine Ratschläge, ausser er hat nachgefragt. Alles ausprobieren lassen, bis die Leidenschaft entfacht ist. Ich bin mir sicher, als er mit seinen Freunden auf Ski durch die Wälder, über Schanzen, Kuppen, Steilhänge, Kicker, Rails tobte, war er glücklich und lernte mehr, als wenn er strukturiertes Training hatte.

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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von Esaka » 28.01.2026 12:09

Ich glaube meine Frage ist falsch angekommen.
Es geht mir weniger um die rennski, sondern eher welche nachteile die geschäumten kinderski haben und ob man besser lange mit diesen fährt oder wenn schon auf der kante gefahren wird holzkern sinn macht.
Bei den schuhen gibt es ja auch den riesensprung von "turnschuhen".
Weniger um schnell zu sein, sondern um die Technik gut zu lernen.

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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von gebi1 » 28.01.2026 17:42

Du hast die ersten Rennerfahrungen deines Sohnes erwähnt, darum bin ich davon ausgegangen, dass es darum geht ob und wann erstklassiges Material ein Thema wird. Holzkerne machen die Ski reaktionsfreudiger, direkter, präziser. Schaumkernski sind nur für Gelegenheitsrutscher. Wenn dein Sohn Lust auf Skifahren hat braucht er bestes Material. Gerade bei Kinderski gibt der Gebrauchtmarkt viel her.

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Re: Erste Ski mit Holzkern

Beitrag von Esaka » Gestern 14:06

Es wurde ein rossignol hero elite multievent mit 110cm.
Ab der dritten fahrt war er ihn gewöhnt.

Wie tag und nacht. Er bringt den ski viel besser auf die kante und es fällt auch leichter den Schwung durch zu carven.

Im Nachhinein hätten wir schon früher umstellen sollen. Ich denke es hätte sogar noch sportlichere modelle vertragen und meine angst war vollkommen unberechtigt.

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