Lockeres Skifahren

Alles zur Skitechnik. Siehe auch Berichte Carving- und Ski-Lehrplan, sowie Besser Skifahren für Fortgeschrittene
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LincolnLoop
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Beitrag von LincolnLoop » 03.02.2008 18:14

@Martina: Das "Nach außen lehnen" in Deutschland ist eigentlich als "Hüftknick" zu verstehen. Dass das teilweise ein bisschen übertrieben durchgeführt wird, steht auf einem anderen Blatt. Wobei sich der Hüftknick beim Pflug eigentlich direkt aus dem "Kinderpflug" (so, wie 95% der Kinder einen Pflug fahren) ableitet. Das funktioniert IMO gut. Der große Nachteil ist, dass - wenn das nicht einwandfrei geschult wurde - das Ganze bei falscher Erklärung bzw. falschem Verständnis schnell Murks wird. Sieht man sehr schön in diversen österreichischen Skischulen in Urlaubshochburgen - wobei ich mir relativ sicher bin, dass das "von oben" eigentlich nicht so geplant ist, wie es teilweise durchgeführt wird. (z.B. das extreme über den Außenski Legen mit Knick im Knie, man kann zwar so fahren und es funktioniert bei fast allen Fahrweisen gut - übrigens eine Eigenschaft, die ich so bei keinem anderen Kantmechanismus sehe - aber wenn man ehrlich ist, ist das für 90% der Skifahrer und 98% der Kinder einfach anatomisch und/oder kraftmäßig nicht durchführbar).
Gruß, Chris
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Beitrag von NeusserGletscher » 04.02.2008 07:06

Martina schrieb:
Meines Erachtens ist es absolut übel, wenn die das dort immer noch so machen... Es gibt dazu viele Beiträge in diesem Forum. Ein ganz ursprünglicher Thread hatte mal den Namen "Schweizer Pflug" oder so, falls du das nachlesen möchtest.
Sie machen das in Neuss in dem ersten Anfängerkurs noch immer so. Das Hinauslehnen wird soweit traniert, dass man mit der Aussenhand fast in den Schnee fassen kann. Als Training, um ein Gefühl für die Belastung des Aussenskis zu bekommen, mag das noch durchgehen. Den Thread zum Schweizer Pflug hatte ich deswegen bereits gelesen und daher das Thema abgehakt. Aber noch vor 2 Wochen meinte ein Skilehrer, ich würde die Kurven zu sehr auf dem Innenski fahren. :cry:

Gruss

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Martina
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Beitrag von Martina » 04.02.2008 13:14

@Skiaccount
Bewährt hat sich hier die Warum-Frage :wink:
Fragt man den Skilehrer, welchen Nachteil das für dich bringt und er kann dir keine für dich verständliche, überzeugende Antwort liefern, dann gibt es wahrscheinlich auch keine.

@LincolnLoop
Den "offiziellen" deutschen Pflug halte ich - soweit ich ihn kenne - auch für völlig ok.
Das, was Skiaccount hier beschreibt, klingt für mich aber nicht nach übertriebener Demonstration, sondern eher nach grobem Unfug :wink:

Aber was ich jetzt hier nicht verstehe: Wozu braucht man im Pflug einen Hüftknick? Allein schon durch die mehr oder weniger breitbeinige Haltung im Pflug sehe ich hier den Grund nicht und kann mir auch nicht vorstellen, wie du es meinst. Ich glaube, ich kapiere grad etwas nicht...

Betr. "Kinderpflug": Ich bin sehr vorsichtig damit geworden, aus der Kindertechnik, vor allem beim Pflug, allzuviel für die Technik der Erwachsenen abzuleiten.
Klar, Kinder machen intuitiv bewegungsmässig fast alles richtig. Da sich aber die (Klein-)kindliche Anatomie und die Proportionen wesentlich von der der Erwachsenen unterscheidet, lässt sich daraus nur beschränkt etwas für diese ableiten. Allein schon die kindliche Pflugposition (sehr breit, Hintern fast am Boden, Beine stark ausgedreht) ist für den Erwachsenen praktisch unmöglich und keinesfalls funktionell.

(glaub mir, ich bin zur Zeit eine sehr intensive Beobachterin der kleinkindlichen Fahrweise... :roll: )

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luiltm
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Beitrag von luiltm » 04.02.2008 14:52

[
was hälst du/ihr eigendlich von der "paketzusteller" Lernmedode, mir kommt das total verkehrt vor????
Frage vornweg: Hast du schon mit Anfängern gearbeitet oder möchtest du dies tun bzw machst du eine Ausbildung und suchst einen Einstieg?
Falls letzteres zutrifft, solltest du unbedingt Verbandskonform arbeiteten!

@beate, habe mich jetzt für den grundstufenlehrgang vom DSLV angemeldet (in bischofsgrün), denke mal ist sinvoller als über irgendwelche reisebüros, nochmal danke für eure tips, habe ja 15 jahre tennislehrererfahrung und auch viel kindererfahrung, da werde ich das schon schaffen

..habe schon ein wenig anfängererfahrung
...habe immer das bestreben, wenn ich was mache dieses möglichst perfekt zu machen... und habe in diesem forum gelernt das es ja viele unterschiedliche meinungen über die technik gibt, da bin ich über die hilfe von erfahrenden lehrern sehr dankbar

@martina, "Thread "lockeres Skifahren" , ist doch in fast allen beiträgen so, dass es weit vom thema weg geht und sogar persönliche "diskusionen" geführt werden, da fand ich deine äußerung schon etwas hart
torsten

Martina
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Beitrag von Martina » 04.02.2008 17:33

Welche?

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Beitrag von LincolnLoop » 04.02.2008 21:36

Martina hat geschrieben:klingt für mich aber nicht nach übertriebener Demonstration, sondern eher nach grobem Unfug
vgl.
LincolnLoop hat geschrieben:Der große Nachteil ist, dass - wenn das nicht einwandfrei geschult wurde - das Ganze bei falscher Erklärung bzw. falschem Verständnis schnell Murks wird.
:wink: :wink:

Bzgl. des Hüftknicks beim Pflug: Das hat meinem Verständnis nach mit Belastungsverteilung zu tun. Im Grunde finde ich den "Kinderpflug" (und da meinen wir - nachdem ich Deine Beschreibung gelesen habe - den gleichen!!) schon funktionell. Wenn ich den anstrengungslosen "Null-Bock-Pflug" fahre (z.B. bei Engstellen oder vielen Leuten auf der Piste), dann - und gerade im Steileren - eigentlich mit demselben Mechanismus. Vielleich nicht ganz so krass, da bei mir die Hebel anders sind, aber im Grunde auf die Art: Auf dem Innenbein ein bisschen abhocken - das relativ unbelastete Außenbein aufkanten und wie einen Zirkel um die Kurve ziehen. Das ist IMO die kraftsparendste Methode.
Nachteil: Der weitere Weg zum parallelen Fahren ist erschwert. Wenn ich das aufgekantete und wenig belastete äußere Bein ranziehe, so kantet 1. der Ski ab und 2. falle ich um. Das innere Bein ans Äußere ziehen funktioniert nicht, da ja das innere bereits belastet ist.
Der ganze Mechanismus natürlich nur so weit wie nötig, nicht so weit wie möglich!

Gruß, Chris
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Beitrag von Martina » 04.02.2008 21:55

Ich glaub, jetzt habe auch ich es verstanden...
Ja, da bin ich einverstanden - funktioniert ganz gut, ist aber nicht geeignet zum weiterlernen.

Anfang 90er wurde genau dieser Pflug in der Schweiz sehr propagiert. Man hat aber nach kurzer Zeit genau das gemerkt, was du beschrieben hast: Es führt in eine Sackgasse.
Und ich glaub, es führt bei Kinder genau drum nicht in eine Sackgasse, weil die Anatomie noch anders ist.
Ich habe grad ein Filmchen, das den Übergang vom Pflug- zum Parallelfahren beim kleinen Kind zeigt. Bei enorm breiter Skiführung kann das Aussenbein "zirkeln", ohne den KSP sehr weit nach innen zu bringen. Genau kann ich es nicht beschreiben (es geht zu schnell, man sieht zu wenig), aber es sieht schon anders aus als bei Erwachsenen.

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Beitrag von LincolnLoop » 04.02.2008 22:39

Martina hat geschrieben:Ich habe grad ein Filmchen, das den Übergang vom Pflug- zum Parallelfahren beim kleinen Kind zeigt. Bei enorm breiter Skiführung kann das Aussenbein "zirkeln", ohne den KSP sehr weit nach innen zu bringen. Genau kann ich es nicht beschreiben (es geht zu schnell, man sieht zu wenig), aber es sieht schon anders aus als bei Erwachsenen.
Ich weiß, was Du meinst. Bei Kindern funktioniert der Übergang Pflug -> Parallel oft nicht durch ein Heranziehen der Skienden sondern durch ein Ausstellen der Skispitzen, sodass die Parallelfahrt quasi mit einer Skibreite durchgeführt wird, die dem Abstand der Skienden beim Pflug entspricht. Leider funktioniert das bei Erwachsenen anatomisch wirklich nicht ganz (obwohl: ich würde gerne mal einen 40-jährigen männlichen Anfänger sehen, der mit einer Skibreite von 1.20m parallel fährt... :D ), zusätzlich haben Kinder den Schwerpunkt oft weiter hinten, sodass die Skispitzen frei beweglich sind und sich solch eine Fahrweise anbietet. Der "Hüftknick" ist quasi eine "Schummelfahrweise" für die Ü12-Altersgruppe, um ohne extreme Gelenkigkeit den Vorteil eines taillierten Skis auch beim Pflug zu spüren. :wink:

Gruß, Chris
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Beitrag von luiltm » 04.02.2008 23:36

Martina hat geschrieben:Welche?
hallo, will hier keine diskusion entfachen und beweise auffarbeiten, denke das ist nicht der sinn des forums, oder? und es interessiert die anderen sicher auch nicht wirklich, ...aber wir sind doch hier sicher nicht mehr beim "lockerem skifahren" sondern doch eher bei pflugvarianten, :roll: ...wenn ich zugegebenermaßen nicht ganz unschuldig daran bin

wieder frieden :-D
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Beitrag von Martina » 05.02.2008 08:33

LincolnLoop hat geschrieben: Ich weiß, was Du meinst. Bei Kindern funktioniert der Übergang Pflug -> Parallel oft nicht durch ein Heranziehen der Skienden sondern durch ein Ausstellen der Skispitzen, sodass die Parallelfahrt quasi mit einer Skibreite durchgeführt wird, die dem Abstand der Skienden beim Pflug entspricht. Leider funktioniert das bei Erwachsenen anatomisch wirklich nicht ganz (obwohl: ich würde gerne mal einen 40-jährigen männlichen Anfänger sehen, der mit einer Skibreite von 1.20m parallel fährt... :D ), zusätzlich haben Kinder den Schwerpunkt oft weiter hinten, sodass die Skispitzen frei beweglich sind und sich solch eine Fahrweise anbietet. Der "Hüftknick" ist quasi eine "Schummelfahrweise" für die Ü12-Altersgruppe, um ohne extreme Gelenkigkeit den Vorteil eines taillierten Skis auch beim Pflug zu spüren. :wink:

Gruß, Chris
Das trifft es auf den Punkt und ich habe es noch nie so gut formuliert gehört/gelesen. Ich hoffe, ich darf dich bei Bedarf zitieren!

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