Lockeres Skifahren

Alles zur Skitechnik. Siehe auch Berichte Carving- und Ski-Lehrplan, sowie Besser Skifahren für Fortgeschrittene
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Lothar
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Beitrag von Lothar » 01.02.2008 14:49

Martina hat geschrieben: Welche Bewegung würdest du Anfängern denn empfehlen um erstmals Kurven zu fahren?
Also ich würde hier eindeutig eine Gewichtsverlagerung auf den Aussenski vorschlagen, unterstützend sollte der Oberkörper deutlich Richtung Tal gedreht werden. Das ist eine wirklich bewährte Lehrform, stellt den Anfänger wenigstens mal direkt vor eine Herausforderung, durfte ich sogar schon selbst mal ausprobieren... :D

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Herbert Züst
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Beitrag von Herbert Züst » 01.02.2008 15:09

Gewicht auf Aussenski?
Warum?

Gruss Herbert

Martina
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Beitrag von Martina » 01.02.2008 16:32

Man beachte den Smiley bei Lothar... ich denke, dass hier auch die Schriftfarbe gelb passend gewesen wäre :wink:

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SkiGirlForLife
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Beitrag von SkiGirlForLife » 01.02.2008 16:33

herbert -> achtung, scherz! :D :P

edit: martina war schneller :wink:
Viele Grüße,
Antje
~-~
I have been edelwisered with Edelwiser Swing *Schwung Fu* :-D

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luiltm
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Beitrag von luiltm » 01.02.2008 23:26

Martina hat geschrieben:Da muss man absolut nicht reissen, sie haben ja das ist eine minimale Bewegung.

Welche Bewegung würdest du Anfängern denn empfehlen um erstmals Kurven zu fahren?
...ja eine dosiertes, wie du sagst, minamale bewegung als schwungeinleitung ist völlig o.k. wenn es nicht dann zum überdrehen also mehr nur im oberkörper ausartet, ich selber denke mal ist es gut das der anfänger (neben der grundhaltung) erstmal den ski erspührt wie er carvt wenn mann ihn aufkanntet, also übungen ohne pflug, die knie zur seite drücken bei "östreichischer grundhaltung" aber nicht übertieben taloffen, und den schwung schön ausfahren und langsam an die geschwindigkeit herantasten.... ..wichtig find ich auch das seitrutschen mit bremsen (hockey stopp) mir der anfänger das vertrauen hat jederzeit
anhalten zu können..
torsten

Martina
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Beitrag von Martina » 02.02.2008 09:45

luiltm hat geschrieben:...ja eine dosiertes, wie du sagst, minamale bewegung als schwungeinleitung ist völlig o.k. wenn es nicht dann zum überdrehen also mehr nur im oberkörper ausartet,


Das ist sicher auch bei denen, die du gesehen hast, die Idee. Wie gesagt, man muss gelegentlich übertrieben demonstrieren, da die Bewegung, die man letztendlich braucht, so klein ist, dass sie für den Anfänger nicht sichtbar ist. Es sollte im Unterricht aber erwähnt werden, dass die Demo übertrieben ist. Und natürlich sollte nicht der Oberkörper stärker drehen als der Rest, also kein "Verschrauben". Aber glaube mir, Anfänger meist andere Probleme als ein leichtes Überdrehen!

luiltm hat geschrieben:ich selber denke mal ist es gut das der anfänger (neben der grundhaltung) erstmal den ski erspührt wie er carvt wenn mann ihn aufkanntet, also übungen ohne pflug, die knie zur seite drücken
Der Anfänger ist meist nicht in der Lage, eine parallele Schrägfahrt durchzuführen, geschweige denn, dabei an etwas Geschwindigkeit zu gewinnen und dabei den Ski dosiert aufzukanten. Die Ski rutschen auf alle Seiten, das Gleichgewicht ist in der Schrägfahrt relativ difficil.
So gehen auch diejenigen nicht vor, die ohne Pflug arbeiten.
Es ist am Anfang nicht das Ziel, den Ski carven zu lassen. In Deutschland hat man einige Jahre versucht, so zu arbeiten, aber man ist wieder davon weggekommen.
Aufkanten mittels "Knie zur Seite drücken" halte ich sowieso für den verkehrten Weg.
Übungen, um den Ski "zu spüren" sind sinnvoll, wenn man in der Lage ist, sie einigermassen zu kontrollieren (bremsen, Richtung ändern, Gleichgewicht beibehalten)
luiltm hat geschrieben: bei "östreichischer grundhaltung" aber nicht übertieben taloffen, und den schwung schön ausfahren und langsam an die geschwindigkeit herantasten....


Und wie macht dieser Anfänger deiner Meinung nach einen "Schwung" ? Mit Knie zur Seite drücken? Sorry, vergiss es.
Das die Kurven von Anfang an "rund" und "fertig gefahren" sind, ist wichtig, weil man so Kraft spart, hat aber nichts mit der Technik zu tun, wie die Kurve ausgelöst wird.
Ausserdem halte ich es für wesentlich, am Anfang keine starre "Grundhaltung" einzumtrichtern (hier Hüfte etwas drehen, Ski etwas nach vorne,..), sondern seine Position im Gleichgewicht zu finden. Diese ist nun mal nicht starr.

luiltm hat geschrieben:..wichtig find ich auch das seitrutschen mit bremsen (hockey stopp) mir der anfänger das vertrauen hat jederzeit
anhalten zu können..
Seitrutschen und bremsen.... hurra! Weisst du, wie anspruchsvoll es für einen Anfänger ist, überhaupt mal im Treppenschritt aufzusteigen und dabei die Ski parallel zu halten und so auf die Kante zu stellen, dass sie nicht in alle Richtungen davonrutschen? Dass sie nicht nach hinten oder vorne zu gleiten beginnen? Seitrutschen ist da dann eine ganze Stufe weiter....
Zum Thema "Hockey Stop": Es gibt im Forum schon diverse Threads wo diskutiert wird, ob es Sinn macht, den Pflug wegzulassen und direkt mit parallelem Fahren zu beginnen.
Alle sind sich wohl einig, dass man mit "langen" Ski (also so ab 150cm) auf keinen Fall am Anfang einen "Hockey Stop" lernen kann. Ein "Hockey Stop" ist eine rasche, präzise ausgeführte Kurve! Und ein Anfänger kann noch keine Kurve!
Einfacher ist es, wenn man mit Kurzski anfängt. Dann können Leute, vor allem welche, die Erfahrung mit Schlittschuhen oder Inlinern haben, rasch einen Hockeystop lernen. Aber das ist dann ein reiner "Kraftakt".

Meine Erfahrung (ich habe auch mit diesem Zugang unterrichtet) zeigt aber, dass die Anfänger, wenn die Ski plötzlich ohne dass man es will, zu gleiten beginnen, nie "intuitiv" einen Hockeystop machen. Mit einem Hockeystop kann man das Tempo auch nicht dosieren, man kann allenfalls nur anhalten (Anfänger).
Der Vorteil des Pfluges ist, dass er relativ einfach ist, wenn auch für Männer eher unbequem und dass man damit Tempo wegnehmen kann, ohne die Kurve abzubrechen. Und am Anfang ist es einfach wichtig, dass der Skifahrern BREMSEN kann.

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Es gibt durchaus verschiedene Möglichkeiten, Anfänger zu unterrichten und auch interessante Diskussionen darüber. Es ist auch nicht für jeden Anfänger und jede Situation (Piste, Material usw.) die gleiche Methode die ideale. Aber die Dinge, die du auflistest, sind wohl in keinem Fall dienjenigen, die man mit Anfängern macht, um die ersten Kurven zu lernen.

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luiltm
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Beitrag von luiltm » 02.02.2008 10:39

@martina, danke für deine ausführungen, also fängst du immer mit dem pflug an und dann schrittweise immer mehr zur parallelen stellung

..was hälst du/ihr eigendlich von der "paketzusteller" lernmedode, mir kommt das total verkehrt vor????
torsten

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Beitrag von beate » 02.02.2008 19:29

also fängst du immer mit dem pflug an und dann schrittweise immer mehr zur parallelen stellung
Ich beginne immer mit dem Pflug, nachdem sie im flachen Gelände gleiten können ohne hinzufallen!
was hälst du/ihr eigendlich von der "paketzusteller" Lernmedode, mir kommt das total verkehrt vor????
Frage vornweg: Hast du schon mit Anfängern gearbeitet oder möchtest du dies tun bzw machst du eine Ausbildung und suchst einen Einstieg?
Falls letzteres zutrifft, solltest du unbedingt Verbandskonform arbeiteten!
IMO zur Übung Paketzusteller:
Diese Übung setzt folgendes voraus:
Der Anfänger kann die Geschwindigkeit dosieren, fährt aber schon ein wenig schneller (im Schrittempo funktioniert diese Übung nicht) und er kann eine Kurve komplett fahren ( Auslöse / Steuerphase 1+2 )
Du könntest dann diese Übung bringen, um eine zusätzliche Bewegung ( beugen/strecken ) einzubringen, die es ihm erlaubt, den Ski schneller drehen zu lassen = schneller aus der Falllinie zu kommen. Als reine Übung für das erlernen von Kurven würde ich es niemals einsetzen, da sie eine große Gefahr des Überdrehens zum Berg im Becken / Hüfte birgt ( die Auswirkungen hiervon sind im Forum hinreichend diskutiert worden) und IMO finde ich den Bewegungsablauf viel zu komplex um damit einen echten Anfänger ( d.h in den ersten beiden Stunden ) zu belasten, der viele andere Dinge in seinem Kopf und Körper koordinieren muß

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Beitrag von NeusserGletscher » 03.02.2008 08:22

Hallo,

als Anfänger verfolge ich solche Diskussionen mit grossem Interesse, auch wenn sie am Ende bei mir mehr Verunsicherung und Fragen anstatt Antworten hinterlassen. Aber der Reihe nach:

- In der Skihalle Neuss wird grundsätzlich die Einleitung einer (nicht gecarvten) Kurve durch Belastung des zukünftigen Aussenskis gelehrt. Dabei wird der Oberkörper übertrieben aus der Kurve heraus gelehnt (in Richtung der Fliehkraft). Bei grösseren Fliehkraft wirft so eine Technik IMHO den Skifahrer aus der Kurve.

- In einem Lehrvideo wird die Kurveneinleitung wie folgt gelehrt: In der Grundposition bei 45 Grad taloffener Hüfthaltung (Gegendrehung) das bergseitige Bein strecken. Was also auch auf eine Belastung des zukünftigen Aussenskis hinausläuft. Klingt plausibel und schaut auf dem Video auch gut aus.

Die leicht taloffene Haltung der Hüfte scheint mir unter anatomischen Gesichtspunkten plausibel, weil sie eine Veränderung des Kantwinkels durch die Knie erleichert. Was Martina wiederum entschieden ablehnt.

Wie sieht aber nun ein korrekter Bewegungsablauf in einer Kurve aus? Für mich als interessierten Laien ist der Gesamtzusammenhang nicht erkennbar, wenn nicht der Ablauf als ganzes beschrieben wird. Könnt Ihr daher bitte Eure Kurventechnik kurz beschreiben?

Vielen Dank für Euer Verständnis.

Peter

Martina
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Beitrag von Martina » 03.02.2008 16:46

@luitlm
Nicht ganz immer, aber meistens.
"Paketzusteller": siehe Beate
Für Fortgeschrittene zweifelhaft bzw. nur im Spezialfall hilfreich, für Anfänger unsinnig.
Skiaccount hat geschrieben:- In der Skihalle Neuss wird grundsätzlich die Einleitung einer (nicht gecarvten) Kurve durch Belastung des zukünftigen Aussenskis gelehrt. Dabei wird der Oberkörper übertrieben aus der Kurve heraus gelehnt (in Richtung der Fliehkraft). Bei grösseren Fliehkraft wirft so eine Technik IMHO den Skifahrer aus der Kurve.
Meines Erachtens ist es absolut übel, wenn die das dort immer noch so machen... Es gibt dazu viele Beiträge in diesem Forum. Ein ganz ursprünglicher Thread hatte mal den Namen "Schweizer Pflug" oder so, falls du das nachlesen möchtest.
Ganz kurz: der Deutsche Skilehrerverband macht das "offiziell" schon lange nicht mehr so (oder? gehöre selber nicht dazu, bin Schweizerin). In der Schweiz sollte das seit 17 Jahre nicht mehr so unterrichtet werden (seit "Schwungsteuerung 90"). In Österreich ist es noch sehr verbreitet und man hört im Forum immer wieder von Leute die es so gelernt haben . Soweit ich weiss, wäre aber die offizielle AU-Pflugform auch etwas anders, nicht so mit Oberkörper rauslehnen, aber mit deutlicher Aussenskibelastung.

Gründe, warum dieses nach-aussen-lehnen in der Pflugkurve aus meiner Sicht völlig abzulehnen ist:
- Es ist eine Bewegung, die man NUR so beim Pflugfahren machen soll. Das bedeutet, man soll etwas lernen, was man sich später (Parallelschwung, bzw. höheres Tempo) wieder abgewöhnen soll.
- Die Bewegung ist völlig überflüssig. Auch wenn man der Ansicht ist, dass der Aussenski stärker belastet sein muss (auch das ist m.E. nicht zwingend, aber nicht völlig abwegig), reicht es aus, den Körperschwerpunkt (Beckenbereich) leicht in die Richtung zu verschieben.
- Oft wird die Bewegung (intuitiv) so ausgeführt, dass der Oberkörper nach aussen gelehnt wird, das Becken dabei aber in die andere Richtung ausweicht, sodass letztendlich gar keine Belastungsverschiebung passiert.

Der einzige "Vorteil" dieser Methode ist, dass es genügend Leute gibt, die merken, dass sie es so NICHT lernen und die dann auf irgendeinem Weg bei "freien" Skilehrern wie mir landen :wink:

Aber ich wundere mich etwas: ich habe noch nie gehört, dass die das in Neuss so machen! Kati (Freeriderin), unterrichtest du nicht in Neuus??? Kannst du etwas dazu sagen?

Da wir im Thread "lockeres Skifahren" sind: DAS gibt alles andere als lockeres Skifahren. Und @luitlm: DAS tut weh!

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