Ausgelutschte Piste, wie meistert man sowas?

Alles zur Skitechnik. Siehe auch Berichte Carving- und Ski-Lehrplan, sowie Besser Skifahren für Fortgeschrittene
Wolfgang-Gast

Ausgelutschte Piste, wie meistert man sowas?

Beitrag von Wolfgang-Gast » 27.10.2004 12:55

Hallo Skiexperten.
Als Anfänger (2.Skijahr) mal ein Frage zu durchfahren ausgelatschter Pisten. Ich komm mit dem Huckeln und Schneehaufen nicht so zurecht.

Gibts da ein Patentrezept wie man die am besten meistert?
Hab da mal im Onlinekurs gestöbert, ist das gleich wie beim echten buckelpistenfahren? Komm aber mit der Erklärung nicht so ganz klar:

Wie ist das gemeint (Fettdruck)?:
"Anstatt genau durch die - meist ausgelutschten - Buckeltäler zu fahren, fährt man AUF die flache bergseitige Flankel des Buckels zu, wobei man den Buckel durch starkes Tiefgehen (eher "Anziehen der Beine") schluckt. Beim Tiefgehen beugt man den Oberkörper VOR und dreht ihn in die neue Richtung voraus. Auf der Spitze - genauer gesagt: auf der kurvenäußeren Flanke der Buckelspitze - drehen die Ski UM die Spitze herum und auf der talseitigen Flanke des Buckels werden die Beine gestreckt, wobei man - wie auf einem Steilstück, denn mehr ist die Flanke des Buckels nicht - sehr gut bremsen / die Geschwindigkeit kontrollieren kann ... "

ich kapier das ganze nicht so recht, gibts da irgendwo was grafisches oder nen filmchen?

Was gibts noch an guten Tips?
btw. das thema wurde bestimmt schon oft besprochen. oder?
Hab hier schon das forum durchwühlt, entweder nix gefunden oder bin ich zu blöd um es zu sehen?

achja:
super forum hier!

servus!
wolfi

Martina
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Beitrag von Martina » 27.10.2004 14:09

Meiner Meinung nach solltest du eine "ausgelutschte Piste" nicht wie eine Buckelpiste befahren, sondern eher wie eine "Autobahn" - es sei denn, es haben sich wirklich feste Buckel gebildet. Das passiert aber meist nur nach Neuschneefall.
Meist bilden sich eher weiche Haufen, die einem "den Ski verschlagen", d.h. der Ski fährt nicht mehr in die Richtung, die du wünschst.
Meiner Erfahrung nach gibt es hier (leider!) keine eigentlichen Tricks, sondern nur den Ratschlag, die eigene Technik so gut es geht zu verbessern.

Also: Genauso wie immer fahren! Die Haufen möglichst ignorieren und ungerührt durchfahren ! Nicht ausweichen, keinen "möglichst schönen" Weg suchen, sondern Kurve an Kurve reihen!
Etwas Tempo und Rhythmus helfen dabei. Mach die Kurve, sobald sie in deinem Bewegungsablauf "dran" ist - nicht wenn die Piste sich grad anbietet. Versuch, sicher und stabil auf beiden Füssen zu stehen . Eine Position im Gleichgewicht ist hier nochmals wichtiger als sonst!

Es ist nun mal so, dass eine ausgefahrene Piste die Schwächen und Probleme eines Fahrers nun mal viel deutlicher offenbart als eine gebügelte Autobahn (auch die eines guten Fahrers!). Das kann mitunter recht frustrierend sein, vor allem wenn es am Morgen auf den gewalzten Pisten gut gelaufen ist!

Besser wirst du hier vor allem, wenn du der Situation nicht ausweichst, sondern gerade wenn die Pisten schlecht sind, noch weiterfährst. Spätestens am nächsten Morgen, wenn du ausgeruht auf die frisch gewalzten Pisten kommst, wirst du den Fortschritt merken!

(Und falls doch jemand den ultimativen Trick kennt: zögert nicht, ihn hier hinzuschreiben, vielleicht habe ich ihn bisher einfach nicht entdeckt?????)

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Re: Ausgelutschte Piste, wie meistert man sowas?

Beitrag von urs » 27.10.2004 14:24

Wolfgang-Gast hat geschrieben:Als Anfänger (2.Skijahr) mal ein Frage zu durchfahren ausgelatschter Pisten. Ich komm mit dem Huckeln und Schneehaufen nicht so zurecht.
hallo wolfi

martina hat das meiste schon gesagt. mir hilft es, wenn ich in fahrtrichtung nach vorne und nicht dauernd auf die hubbel schaue. dies braucht gerade am anfang überwindung. diesen blick in die "ferne" übst du am besten auf einer gut gewalzten piste.

das was uwe geschrieben hat betrifft wirklich nur buckelpisten. vereinfacht gesagt meint es, dass du nicht direkt zwischen den buckeln sondern auf der flanke fahren sollst. gleichzeitig gleichst du die unebenheiten mit den beinen aus, so dass dein schwerpunkt immer etwa gleich bleibt: wenns auf den buckel geht beine anziehen, beim runterfahren beine strecken. letzteres gilt auch für bodenwellen, ausser du willst springen -> dann einfach umgekehrt :wink:.

gruss urs

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Beitrag von Uwe » 27.10.2004 14:34

Hallo wolfi,

meine Beschreibung bezieht sich auf "richtige" Buckelpsiten und nicht auf "aufgewühlte Pisten".

Bei Deinen "aufgewühlten Pisten" mach es so, wie Martina schreibt.
Vielleicht doch noch ein zusätzlicher Hinweis: Fahr nicht "zu" schnell, also so, dass Du nur noch REagieren kannst (was meist dann nicht mehr funktioniert), sondern AGIERE selbst: DU fährst (mit kontrollierter Geschwindigkeit, aber dynamisch) da wo DU willst. Wahrscheinlich bringt eine starke hoch/tief-Bewegung auch einiges, weil DU damit die Schneehaufen komprimiertst, und nicht die Schneehaufen Dich!
Uwe

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Beitrag von PK » 27.10.2004 14:35

uups da waren andere schneller....und besser in ihrer Erklärung!

Blödsinn gelöscht!
Servus aus Bayern!
Peter.

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Beitrag von urs » 27.10.2004 14:49

Uwe hat geschrieben:Wahrscheinlich bringt eine starke hoch/tief-Bewegung auch einiges, weil DU damit die Schneehaufen komprimiertst, und nicht die Schneehaufen Dich!
siehst du wolfi, hier streiten sich schon die "experten" :wink:. ich würde wie martina fahren, als wären die hubbel gar nicht da. das schwierigste ist das gleichgewicht. und jede zusätzliche bewegung bringt dich leicht aus der balance.

viel spass beim üben!

@uwe: wie du die schneehaufen mit hoch-tiefbewegung komprimieren willst, hab ich beim besten willen nicht kapiert :roll:.

gruss
urs

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Beitrag von KOSTI » 27.10.2004 15:07

hoch tief hilft um im falle eines falles die richtung in einem matschhaufen zu ändern, beim durchfahren ist stabilität also ruhe im fahrwerk gefordet
circle | head rs | k2 seth pistol 179
und den hier http://www.freeride.eu/img/review/large/1005.jpg

Wolfgang-Gast

Beitrag von Wolfgang-Gast » 27.10.2004 15:10

hoppla das geht aber fix. 8)
Danke!

aber. Ich mein schon richtige Buckel, nicht kleine schneehäuferl.
Sagen wir mal so: Am späten Nachmittag wo richtige ca. 50cm hohe und feste Schneehaufen da sind, wo halt die Autobahn mehr wie eine Buckelpiste ausschaut. Iich hab dann das Problem sauber "durch" oder "drüber" zu kommen.

Dachte da schon zuerst an eine Buckelpisten ähnliche Technik um die Huckel halt zu umfahren. aber mein Hauptproblem ist, daß ich keine richtige Linie finde. Habe ich einen Huckel gemeistert kommt schon der nächste "blitzartig" auf mich zu. meistens hats mich dann ausgehebelt weil ich dann zu langsam war um zu reagieren.

Bin aber nur gefahren als es Pulverschnee gab, kann natrülich sein, daß bei Pappschnee auch kleine "Häuferl" zum Problem werden können.

btw.
ihr antwortet ja schneller als ich fragen kann! :o
Wolfi

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Re: Ausgelutschte Piste, wie meistert man sowas?

Beitrag von Spyder » 27.10.2004 15:11

urs hat geschrieben: mir hilft es, wenn ich in fahrtrichtung nach vorne und nicht dauernd auf die hubbel schaue. dies braucht gerade am anfang überwindung. diesen blick in die "ferne" übst du am besten auf einer gut gewalzten piste.
dem kann ich mich nur anschliessen, am Anfang arbeitet der Kopf noch zuviel, nach einer Weile machen die Beine automatisch die entsprechenden Ausgleichbewegungen
Gruß
Peter

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Beitrag von beate » 27.10.2004 16:00

Als Anfänger bist du mit der "Buckelpistentechnik" eher überfordert.Ich würde so fahren,wie Martina es beschrieben hat.Wichtig ist,wie auch schon geschrieben:Zügig aber nicht so schnell,dass du nicht mehr selbst agierst sondern nur reagieren kannst.
Mein Waterloo war übrigens so eine Sulzschneehaufenpiste.Bin zu schnell gefahren,abgehoben und dann hat es mir einen Ski verschlagen :roll:
Beate

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