Grip auf Eis

Alles zur Skitechnik. Siehe auch Berichte Carving- und Ski-Lehrplan, sowie Besser Skifahren für Fortgeschrittene
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Herbert Züst
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Grip auf Eis

Beitrag von Herbert Züst » 21.01.2009 12:46

Als ich mich in Oberstdorf bei Nicola beschwerte, dass mein Swing auf Eis einfach keinen Grip habe, bemerkte sie, dass ich zu schmal fahre. Ich habe lange über das nachgedacht und auch einige praktische Versuch gefahren, gebracht hat es nichts. Nun suche ich immer noch nach einer plausiblen, physikalisch logischen Antwort, auf die Frage, was der Grip mit der Breite der Skiführung zu tun haben soll?

Gruss Herbert

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LincolnLoop
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Re: Grip auf Eis

Beitrag von LincolnLoop » 21.01.2009 13:22

Je enger die Skistellung, desto begrenzter der Aufkantwinkel!?
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Uwe
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Re: Grip auf Eis

Beitrag von Uwe » 21.01.2009 14:54

Hallo Herbert,

ich glaube dieses "Gripp auf Eis"-Problem gibt es überwiegend bei Slalomcarvern, und - je nach Fahrstil - besonders bei edelwiser. Wobei dieses "Problem" - damit wir vom gleichen reden - wohl nicht der Kantengriff eines gecarvten Schunges auf Eis ist, sondern der bei (gedrifteten) Kurzschwüngen, richtig?

Ich habe jetzt beim CAMP nochmal deutlich den Unterschied gespürt zwischen dem Gripp bei Slalomcarvern und Racecarvern bzw. dem Speedwave. Wenn ich mit einem SL aufkante und ENTLANG der Kante fahre (also carve), gibt es keine Probleme. Wenn ich aber NICHT der Kante folge, sondern einen mehr oder weniger großen Driftanteil habe, geht dies mit Ski mit großem Radius einfacher ... ich hatte mit den Racecarvern und dem Speedwave auch "besseren Gripp", oder richtiger gesagt: kontrollierteren Gripp.

Ich glaube die Ursache ist folgende:
Wenn ich mit einem SL carve, geht das problemlos.
Wenn ich mit einem SL "sanft" Drifte, geht das auch problemlos.
Wenn ich mit einem SL aber STARK Aufkante und dabei (wenn auch nur leicht) Drifte, greift die Kante extrem und will in die Kurve ... das Driften geht aber "gerade aus". Wenn ich dann nicht sehr zentral stehe, greift der Ski vorne oder hinten mehr und "rattert" ... wobei die Frage ist, ob man bei einem SL überhaupt so "ski-zentral" stehen kann, dass der Schaufel- und Heck-Widerstand gleich ist, da die Bindungen ja meist deutlich hinter der Mitte sind.

Mit einem RS-Ski geht das - wegen der "geraderen" Kante - deutlich einfacher.

Beispiel: Vereiste, steile Piste -> seitlich langsam Abrutschen und zwischenddurch STARK Aufkanten bis zum Stillstand:
Wenn ich da mit einem SL nicht sehr zentral stehe, dreht der Ski aus der Falllinie raus oder rattert. Mit einen wenig taillierten Ski dagegen kaum.
-> Man hat den Eindruck, dass der weniger taillierte Ski greift besser (wie "früher" die SL-Ski, die ja fast gar nicht tailliert waren).Das ist wohl auch der Grund, warum viele (vor allem Einsteiger und Fortgeschrittene) den Gripp bei Racecarvern besser finden, bzw. bei SL vermissen.

... ich hoffe du verstehst, was ich meine.

... und da der edelwiser auch hinten recht tailliert ist, tritt dieses "Phänomen" dort - aber nur auf harten Pisten - deutlicher hervor.
Uwe

Wolfi28

Re: Grip auf Eis

Beitrag von Wolfi28 » 21.01.2009 15:50

@Uwe
Kann ich nur unterstreichen.
Ich glaube aber, dass Herbert was anderes meint, weil ich davon ausgehe, dass er bereits SLs um die 160cm gefahren ist.
Um es vorweg zu sagen, der Swing ist ein sehr guter Ski für fast alle Verhältnisse. Aber nicht für sehr harte, mit Kustschnee vermischte Pisten. Mit frischen Kanten geht es einigermäßen (aber kein Vergleich mit einem SL), dieser Effekt ist aber bei nir nach 3 Stunden wieder weg.
Ich habe auch schon verschiedene Techniken und Belastungen probiert, außerdem die Bindung vor und zurück verstzt etc., gebracht hat das nichts.
Also nehme ich bei harten, eisigen Verhältnissen einen anderen Ski.

Edit. ach so ich spreche oben nicht über gedsriftete kurzschwünge, sondern über gecarvte Schwünge.

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Herbert Züst
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Re: Grip auf Eis

Beitrag von Herbert Züst » 21.01.2009 16:22

Von der Konstruktion her ist mir das alles klar, was ich aber wissen möchte ist, was das Ganze mit breiter Skistellung zu tun hat . Ich fahre keineswegs geschlossen nur für Nicolas Begriffe etwas zu schmal.(Ist überigens der einzige Ort wo ich schmal bin :D ) Zu den SL-Carvern möchte ich sagen, dass der Racetiger viel besser und nun der Volant viel, viel besser halten. Es ist richtig, dass ich da von Kurzschwüngen im Harten, Steilen und nicht von rein gecarvten Schwüngen rede.

Gruss Herbert

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LincolnLoop
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Re: Grip auf Eis

Beitrag von LincolnLoop » 21.01.2009 16:30

Es liegt daran, dass mit schmalerer Ski(eigentlich Bein-)stellung Dein Kantwinkel begrenzter ist (sagte ich doch bereits... :wink: ), das gilt besonders für breitere Skimitten.
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Re: Grip auf Eis

Beitrag von Moorkuh » 21.01.2009 17:34

LincolnLoop hat geschrieben:Es liegt daran, dass mit schmalerer Ski(eigentlich Bein-)stellung Dein Kantwinkel begrenzter ist (sagte ich doch bereits... :wink: ), das gilt besonders für breitere Skimitten.
Aber das kannst du ja nicht vollkommen ernst meinen, oder?
Weil die Begrenzung durch die Skiführung ist nicht wirklich groß, dh. es ist (für mich) absolut auszuschließen, dass das gemeint war.

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Re: Grip auf Eis

Beitrag von lynne » 21.01.2009 19:19

Doch das meint er ernst, und er hat recht dabei :D . Je breiter die Beinstellung, desto besser und einfacher bringt man den Ski auf die Kante, desto höhere Kantwinkel kann man erreichen.

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Re: Grip auf Eis

Beitrag von sirhay » 21.01.2009 22:15

Könnte neben der Skikonstruktion vieleicht auch an der Qualität der verbauten Kanten liegen?

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Re: Grip auf Eis

Beitrag von lynne » 21.01.2009 22:18

in diesem fall eher nicht. Auch sonst, in 90% der Fällen liegt es nicht an der Hardware, sonder an der Software sprich Mensch.

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