Ski: ist bei geringer Vorspannung Einbiegen möglich?

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nks
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Ski: ist bei geringer Vorspannung Einbiegen möglich?

Beitrag von nks » 31.01.2026 14:15

Liebe Material Expert:innen,

ich habe ein Paar Atomic X9 WB aus der Saison 2019/20, die die letzten zwei Jahre schleichend an Spannung verloren haben und sehr "flach" im Profil sind. Ab heuer sind sie bei eisigen Bedingungen endgültig so gut wie unfahrbar.
Zuletzt, nach einem Tag bei ca. -9 Grad, Eis und ständig höchstmöglichem Kantendruck meinerseits (bin sehr gerutscht), sahen beide Ski beinahe aus wie Sprungski – mit einer quasi "negativen Camber". Beide Ski verhalten sich gleich, es scheint also keine Stauchung im Sinne einer Überbelastung eines einzelnen Skis zu sein.
Habe leider kein Foto gemacht. Die Stellen, wo sich üblicherweise Schaufel und Skiende im Profil jeweils berühren, hatten bestimmt 1–2cm Abstand. Das normalisiert sich wieder, nachdem die Ski wieder warm werden.

Ich habe schon versucht, mit meinen verfügbaren Mitteln die Ski einzubiegen, hab aber keine stabile Vorrichtung, um richtig Kraft anzuwenden. Die Camber Form hat sich tatsächlich verbessert, aber die Vorspannung ist beim Zusammendrücken trotzdem nicht viel größer geworden. Auf der Piste ist danach nur ein Freund von mir kurz damit gefahren, der nach einer Abfahrt abgeschwungen hat. Er meinte: "unfahrbar!"

Kann man Consumer-Ski diesbezüglich tunen? Habe davon gehört, dass das bei Rennski gemacht wird, aber wie schätzt ihr das bei Modellen wie dem X9 WB ein?
Wenn ja, wie wird das gemacht und wie nachhaltig kann das sein, oder hält der Effekt nur kurzfristig an?

Danke im Voraus für eure Antworten,
Nikos

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Surpries
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Re: Ski: ist bei geringer Vorspannung Einbiegen möglich?

Beitrag von Surpries » Gestern 09:56

Dass sich der Vorspann abhängig von der Temperatur ändert, habe ich noch nie gehört. Wenn ich dich richtig verstehe, hast du bei kaltem Wetter plötzlich einen Rocker? Dass sich das Profil bei unterschiedlichen Temperaturen verändert, kann und darf ja eigentlich nicht sein. Skis sind ja dafür gemacht, bei verschiedenen Bedingungen eingesetzt zu werden.

Normal ist, dass die Spannung im Ski irgendwann nachlässt und sich die Beläge beider Skis, wenn du sie zusammenstellst, fast berühren. Das ist aber nicht einfach eine Frage der Form sondern eben der Spannung. Der Ski wird "weich". Das kannst du dann auch nicht mehr einbiegen. Dann ist der Ski einfach durch.

Wenn du den Ski 5-6 Jahre einigermassen regelmässig gefahren bist, ist die Spannung sicher nicht mehr besonders gut. "Unfahrbar" sollte er deshalb aber nicht sein.

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extremecarver
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Re: Ski: ist bei geringer Vorspannung Einbiegen möglich?

Beitrag von extremecarver » Heute 00:05

Hast du schon den Belag abschleifen lassen, und überprüft dass der absolut gerade ist? Wenn du nur Kantenschleifen/wachsen als Programm anfragst wird das nicht gemacht. Ist bei Kuntschnee spätestens alle 20 Skitage nötig, bei Naturschnee deutlich seltener.

Ja ab einem gewissen Maß geht mit zuwenig Vorspannung der Kantenhalt verloren - aber primär fehlt einfach die Beschleunigung am Kurvenausgang.

Ab wann ein Ski nicht mehr taugt hängt von Ansprüchen und Fahrstil zusammen. Profis haben meist eigene Wettbewerbski, fürs Training werden andere hergenommen. Und nach 20 Tagen als Wettbewerbski ist ein Slalom definitiv für die durchgetreten und aus... Aber die zahlen ja auch nicht dafür... DH/SG Ski halten deutlich länger. Selbst als sehr guter Skifahrer wird man da aber noch keinen Unterschied spüren..

Härte zu Beginn hat halt auch viel Einfluss. Der X9 ist eine weiche Nudel vs Rennski. Atomic nicht FIS Ski halten nicht gerade lange da meist nur 1x Metall statt 2x. Aber eigentlich brechen die dafür ziemlich schnell und das bevor sie ansonsten fertig wären. Bei mir wars beim einzigen mal Atomic nach 20 Tagen soweit vor der Bindung durchgebrochen - und hing nur noch am Metall und Topsheet. Und ich wieg mit Kleidung und Skischuhen keine 75kg..

Und nach einem Tag? Bei mir ist die Kante bei Kuntschnee oft mittags fällig zum nacharbeiten weil Kantengrip nicht mehr gut genug. Als ich noch keine Knieprobleme hatte hab ich meist 2 paar Ski pro Tag auf den Berg genommen um Mittags zu tauschen wenns eisig/kunstschnee ohne Naturschnee ist. Da waren aber auch meist 15-25k HM pro Tag rein carven auf roten/schwarzen Pisten drin. Inzwischen höre ich eher einfach mittags auf und dreh noch eine Runde am Rennrad oder geh ins Gym weil mein Knie nicht mehr mitmacht.
Je mehr Naturschnee umso länger hält die Kante. Auf reinen Naturschneepisten geht es meist 3-4 Tage statt halbem Tag außer die sind brutal vereist. Heuer wo es in Tirol viel mehr Waldbrandgefahr statt Naturschnee hat ist es besonders übel.
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Re: Ski: ist bei geringer Vorspannung Einbiegen möglich?

Beitrag von nks » Heute 01:09

Danke für die Inputs!
Surpries hat geschrieben:
Gestern 09:56
Wenn ich dich richtig verstehe, hast du bei kaltem Wetter plötzlich einen Rocker?
Ja, genau. Plötzlich ist das vielleicht nicht, aber am Ende des Tages sind die Ski massiv verformt. Hat glaube ich auch was mit dem Druck durch das Fahren zu tun. Also sie verformen sich wahrscheinlich nicht ganz von selbst.
Hab sowas zuvor auch noch nie gesehen und ich habe auch schon sehr viele verschiedene Ski benutzt.
Eventuell zieht sich die Metallschicht durch die Kälte zusammen und andere Schichten können das nicht mehr ausgleichen. Keine Ahnung...
extremecarver hat geschrieben:
Heute 00:05
Hast du schon den Belag abschleifen lassen, und überprüft dass der absolut gerade ist?
Den Belag habe ich tatsächlich vor ca. 20–25 Skitagen mal schleifen lassen und der ist nach wie vor ziemlich plan. Schleifen bzw. Wachsen mache ich seit Jugendtagen eigentlich nur selbst und bin gut ausgestattet (auch mit einem Haarlineal). In Graz lasse ich ungern die Sportshops an die Kanten ran. Musste auch nach dem Planschleifen an den Seitenkanten wieder selbst Hand anlegen. (massive Maschinenschleifspuren) Also, am Service liegt es ziemlich sicher nicht, das hätte ich im Griff, denk ich.

Den fehlenden Kantenhalt merke ich hauptsächlich am Eis, wenn die Piste nur hart aber noch griffig ist, funktioniert der Ski einigermaßen.

Als der genannte Freund meinen X9 WB ausprobiert hat, war es gerade sehr eisig – dennoch mit meinem neuen Addikt Pro hatte ich auf den gleichen Pisten null Probleme.
Beim Wegrutschen auf Eis (mit dem X9) spürt man wirklich nur mehr den Kantenbereich genau unter dem Schuh, das ist ein sehr markantes Gefühl – man hat nur die ca. 30-40 cm Kantenlänge zur Verfügung, sonst ist da nichts, was irgendwie Kraft auf den Untergrund überträgt.

Ich habe übrigens in der Zwischenzeit ein Video zum "Hochspannen" gefunden:
https://youtu.be/Pssw7QrElKE?si=TuE0w5zZNIjq3ds7&t=266

Ob das bei Consumer Ski was bringt? Vielleicht frage ich mal bei Bründl nach, wobei extra fahr ich da auch nicht hin.
Naja – finde es vorallem bitter, dass das "schon" nach 6 Jahren so stark auftritt, wobei ich nur 15–20 Skitage pro Jahr hab.

LG
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Re: Ski: ist bei geringer Vorspannung Einbiegen möglich?

Beitrag von extremecarver » Heute 11:30

Naja, also ersten eben vor 20-25 Tagen, das ist wieder fällig. Zweitens hält so ein Atomic Ski einfach nicht über 100 Tage.
Auch so eine Systembindung ist nach 100 Tagen meist ziemlich labbrig. Wenn du Ski willst die etwa 200 Tage halten musst du höherwertige Ski kaufen. Bei Atomic also die FIS Modelle/Masters - und defnitiv mit 2x Titanal. Ich nenn die nicht zufällig Schrottomic (wovon ich die FIS Modelle aber ausnehme)
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