Rund um die Dolomiten - der Dolomiten-Blog

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PapaTomba
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Re: Rund um die Dolomiten - der Dolomiten-Blog

Beitrag von PapaTomba » 10.04.2018 12:50

Ich hatte einige Zeit vor Weihnachten im Blog versprochen, dass ich von der urigen Selbstversorgerhütte am Col Raiser berichte, in der wir 8 Tage über Weihnachten verweilten.
Die Saison ist ja nun vorbei und ich hole das gerne nach.

Die Telemark Hütte befindet sich ein paar Schwünge unterhalb des Almhotels Col Raiser, das ja auch gleichzeitig Bergstation der Gondel ist.
Rechts an der Odles Hütte vorbei, liegt die Telemark Hütte direkt an der blauen Cisles auf der linken Seite mitten im Naturpark Puez Geisler.
An der Hütte bin ich beim Skifahren oft vorbei und habe davon geschwärmt, für mich das Sinnbild einer urigen Berghütte.
Die Hütte hat eine traumhafte Südausrichtung mit Blick auf Sella und Langkofel, nachts sieht man die Lichter von Wolkenstein.

Das Buchungsportal, das sich leicht googeln lässt, immer wieder prüfend, habe ich Anfang 2017 tatsächlich eine freie Woche in den Weihnachtsferien erwischt und sofort gebucht.
Die Hütte gehört den Peratoners, die auch den Skiverleih Adolf und eine Pension am Ortseingang von St. Christina betreiben.

Wir konnten die Hütte bereits Freitag, den 22.12. vormittags beziehen, da wir die ersten Mieter der Saison waren, obwohl ja bereits seit Start in Gröden am 6.12. perfekte Bedingungen herrschten.
Parken konnten wir auf einem für Langzeitparker abgesperrten Parkplatz oberhalb der Col Raiser Talstation direkt an der Piste.

Klamotten, Lebensmittel, Weihnachtsgeschenke für die Kids, Spiele etc haben wir alles in Großrucksäcke und Taschen verpackt.
Diese mussten wir auch nicht alle auf einmal mit hochnehmen, denn die Piste führte direkt am Auto vorbei….so hatten wir in 2 Zügen das komplette Gepäck recht unkompliziert oben.
An der Bergstation ist es dann eine 250 Meter Abfahrt, kein Problem.

2 mal in der Urlaubswoche bin ich zum Supermarkt gefahren für frische Lebensmittel.
Leerer Rucksack mit runter, raus aus den Ski, rein ins Auto, Supermarkt, voller Rucksack mit der Col Raiser Gondel wieder rauf.
Ich musste nur darauf achten, vor Liftschluss wieder in der Gondel zu sitzen ;)

Am Einzugstag trafen wir die Vermieterin oben an der Hütte an, sie heizte die Hütte auf und erklärte uns Strom, Heizung etc.
Geheizt wird die Hütte mit Holz und einem typischen Bauernofen, der allerdings von außen befeuert wird.
Brennholz lagert in der Scheune nebenan.
Bedeutete für mich, jeden Morgen um 6 mit Stirnlampe raus und den Ofen anheizen.
Für viele eine grauenhafte Vorstellung, für mich in der Erinnerung die schönsten Bilder im Kopf, die Stille, die Finsternis, die Lichter im Tal von St. Christina und Wolkenstein
Hab mich dann gerne dick eingepackt mit einem Kaffee vor die Hütte gesetzt.

Heizen war aber ein Thema, denn in der Weihnachtswoche waren es gerne mal -15 Grad nachts.
Für Bad und Schlafzimmer gibt es separate nicht sehr effektive Heizlüfter als Zusatzheizung.

Die Hütte selbst ist innen sehr gemütlich, Bilder gibt’s im Netz, die Küche ist einfach, gekocht wird mit Gas, es gibt ein Schlafzimmer, eine Schlafcouch im Wohnraum
(die Hütte ist für max. 4 Personen ausgelegt) und eine gemütliche Sitzecke neben dem Ofen.
Kühlschrank gibt es nicht, dafür eine Falltür mit einem Erdkeller unter der Hütte.

Highlight ist aber die Sitzgruppe vor der Hütte direkt in Südlage.
Von den 8 Skitagen hatten wir 5 Sonnentage und genossen es, vor der Hütte zu sitzen.
Ich hatte es im Forum bereits erwähnt….“mit einem Speck und einem Traminer im Glas“
Auch 2 Sonnenliegen gehören zur Hütte.

Was schade ist, im Dezember hat die Hütte leider ab 15.00 Uhr keine direkte Sonne mehr, da ist März sicher die bessere Zeit.

Abends kann man im Bergrestaurant Col Raiser essen, zu Fuß sind das ca. 20 Minuten Piste bergauf….nicht zu unterschätzen.
Leider nicht in der Baita Odles, die mit Liftschluss auch schließt.
Genutzt haben wir das nur Heiligabend, ansonsten unsere Hütte in vollen Zügen genossen und Zeit für uns gehabt...Karten gespielt, gelesen...Fernseher gibt es nicht. LTE allerdings schon, sehr zur Freude der Kinder.

Nach Liftschluss die Schlitten und Poporutscher ausgepackt und ab auf die Piste oder nachts Fackelwanderungen durch den Wald Richtung Regensburger Hütte waren auch Highlights.
Skigebiet kennt ihr ja, großartig, morgens die ersten Spuren zu ziehen.

Die Hütte ist ein beliebtes Fotomotiv, so sind wir sicher auf mehr als ein Dutzend Fotos vor der Hütte sitzend verewigt.
Wir wurden auch mehrmals gefragt, wie die Hütte zu buchen ist und ein Russe ist wie selbstverständlich in die Hütte marschiert und wollte Bier bestellen 
Kann ich verstehen, als Tourist in Russland würde ich mich sicher auch schwer tun, Gastronomie von Privat zu unterscheiden.
So entstehen nette Begegnungen.

In der Reflektion, erst recht für die Kinder, sicher einer der Urlaube, die am meisten im Gedächtnis bleiben.
Ich könnte immer so Urlaub machen, verstehe aber, dass meine Frau gerne mehr Komfort hat.

Unten 3 Bilder, u.a. Sonnenuntergang von der Hütte aus beobachtet.
LG
Oliver
Huette.jpg
Sonnenuntergang.jpg
Huette1.jpg
Zuletzt geändert von PapaTomba am 10.04.2018 12:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rund um die Dolomiten - der Dolomiten-Blog

Beitrag von TOM_NRW » 10.04.2018 12:56

Traumhaft, danke für das Teilen Deiner Eindrücke.

Thomas

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Re: Rund um die Dolomiten - der Dolomiten-Blog

Beitrag von latemar » 10.04.2018 13:16

@PapaTomba
Klasse.
Danke für die Eindrücke. Ist schon was besonderes.
Und die Eindrücke dort werden für Euch alle unvergesslich bleiben.


Gruß!
der Joe
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Re: Rund um die Dolomiten - der Dolomiten-Blog

Beitrag von latemar » 10.04.2018 13:40

Ein paar Fakten, die man mir erzählt hat.
Natürlich stimmt das nicht in jedem Skigebiet genau so, aber ich fand es doch recht interessant.

1. Der Schneefall im Winter 17/18 war mit 3,50 - 4,00 Meter nicht sehr hoch. Der Rekordwinter von 4 Jahren brachte ca. 12,0 m. Die letzten beiden extrem schwachen Winter ca. 2,0 m.
2. Die Schneefälle waren extrem gleichmäßig verteilt. Allerdings mit durchschnittlich 10 cm vergleichsweise sehr niedrig. Nur 2x waren markante Schneefälle zu verzeichnen, ca 40-50 cm.
3. Der Winter war zu feucht, es gab zu viele Wolkentage. Die alten Hüttenwirte meinten, dass das der Winter mit den wenigsten Sonnentagen in den letzten 50 Jahren war.
4. Es gab etliche Kaltluftperioden, aber keinen einzigen starken Wärmeeinbruch. Regen gab es meist nur ein paar Stunden und nie über 2.000 m. Deshalb ist alles noch so weiß.
5. Die Kosten für die Beschneiung waren nur minimal niedriger als die letzten Jahre, genauso der Wasserverbrauch. Man hat den kalten Dezemeber intensiv zur Beschneiung genutzt.
6. Die Kosten für die Pistenpflege lagen über den Durchschnitt, da man an immer wieder Neuschnee einarbeiten musste.
7. Die Schneelage auf den Pisten ist noch immer extrem gut. Selbst auf der Talabfahrt Welschnofen lag noch über 1m Schnee auf der Piste. Auf vielen Pisten liegen 1,50 -4,00 Meter. Bei ständiger Pflege würde der Schnee über 1.600 m bis in den Mai hineinhalten.
Kronplatz und Alpe Cermis kann man noch bis auf ca. 1.000m hinabfahren.
8. Es gar markant weniger Tagesausflügler als die letzten Jahre.
9. Der Winter warin vielen Orten/Skigebieten trotzdem einer der Besten überhaupt.


Gruß!
der Joe
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Re: Rund um die Dolomiten - der Dolomiten-Blog

Beitrag von latemar » 13.04.2018 08:57

In den Dolomiten hat es noch einmal extrem geschneit.
30-40 cm.
SFG gegen 1.800m, später dann stark fallend, bis 1.400m ist alles dick verschneit.

Nützt nur nichts mehr. :roll:


Gruß!
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