Liebe Martina,
Danke für das prompte und ausführliche Feedback!
Zitat Martina:
Grab: gilt meiner Meinung nach nicht nur für Sprünge - man kann auch während der Fahrt graben. Ein Javelin Turn z.B. ist ein Schwung auf dem Aussenski, bei dem der Inneski über den Aussenski gekreuzt wird. Dabei kann man mit der Aussenhand den Innenski "graben"
Nicola: O.K. – Allerdings wird Grab im Old- und Newschoolsprachgebrauch speziell für die Ausführung von Sprüngen verwendet; „Grab“ für „Greifen, Angreifen“ während der Fahrt (oder beim Apres Ski) ist für mich eher ein allgemeiner Anglizismus, den man verwenden kann oder auch nicht.

Das ist jetzt irgendwie bemerkenswert: den good old Jav habe ich fast vergessen, wir haben ihn als Kinder "Dixischwung" genannt: Wäre doch besonders schön, wenn du eine exakte Definition vom "Javelin Turn" einbringen würdest, exzellent natürlich eine passende Illu

.
Zitat Martina:
New School: Auch hier - ich würde sagen, New School betrifft nicht nur Sprünge!
Nicola: Das habe ich nach Absprache mit den Urhebern des Begriffs, also den Free- und Slopestylern so definiert. Ich würde mich über deine Definitionserweiterung sehr freuen.
Zitat Martina:
Driften: Ich würde ergänzen, dass dabei die Ski (tailliere Form) einen Teil der Steuerung übernehmen, aber nicht vorwiegend auf der Kante fahren. Oder eben: ist für dich driften nur rutschen? Genau das ist ja die Frage: ist ein gedrifteter Schwung nun nur gerutscht oder eben gesteuert (geschnitten d.h. gecarvt ja wohl nicht)
Nicola: Driften ist rutschen, Carven ist schneiden – egal ob mit Taillierung oder ohne. Da beides zugleich nicht geht, sage ich auch nie: „Ich gehe carven“, sondern „Ich gehe skifahren“ - wedeln tu ich allerdings kaum

. Den Steuerungsmechanismus der Ski werde ich aber gerne als Begriff definieren.
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Zitat Martina:
Carving: Ich würde darauf hinweisen, dass eben die Spur in den Schnee geschnitzt (also gecarvt) wird
Zitat Dixi: "To carve" heißt schneiden oder schnitzen, wobei erstes als Definitionsansatz der Sache am besten gerecht wird. Carving bedeutet also Schwingen mit intensiver Unterstützung durch Kante und Skiform.
Nicola: Machst du mir einen Gesamtvorschlag?
Zitat Martina:
360er: kann auch ein Sprung sein, dann auch als "Heli" bezeichnet
Nicola: In der Boardersprache, aus der die Bipedalisten viele Ausdrücke übernommen haben ist ein „Heli“ ein 360 - „threesixty“, der eingedeutschte Ausdruck 360er - "dreisechziger" soll meiner Meinung nach am Boden bleiben

. Den Heli definiere ich gerne sobald als möglich.
Zitat Martina:
Das Ganze ist bisher sicher ein gutes Nachschlagemittel für Durchschnittsskifahrer, aber die Begriffe, um die wir uns hier meist streiten, sind bisher nicht vorgekommen - ist aber vielleicht auch besser so, denn wir haben ja auch herausgefunden, dass diese regional und auch von verschiedenen Personen sehr unterschiedlich gebraucht werden.
Nicola: Dixi ist noch ein ganz kleines Baby und freut sich sehr über neue Begriffe, als Ergebnis von Streitgesprächen, die allerdings dann gemeinsam für O.K. befunden werden sollten
Zitat Martina:
Wichtig fände ich einen Hinweis darauf, das eben viele Begriffe nicht immer gleich verwendet werden, wie wir ja eben grad in österreich mit "carven" herausgefunden haben!
Nicola: O.K. Allerdings hat meine Definition von Carven nichts mit der Österreichischen zu tun, es ist meine eigene unpatriotische (höchstens Free Republic of Snow)
Zitat Martina:
Ein Hinweis auf die Herkunft bei jeder Definition wäre angebracht. z.T. ist sie ja drin, aber ich finde, es wäre auch notwendig, wenn die Definition von dir stammt.
Nicola: Ja klar!
Zitat Martina:
Bist du sicher, dass nur Walter Kuchler den Begriff "Bodycarve" geprägt hat?
Nicola: Ich habe diesen Begriff im Frühling 1995 von Walter zum ersten Mal gehört. Im Herbst hat er ihn dann publiziert. Kennst du andere Quellen?
Zitat Martina:
Noch einige Fragen zum Grounding:
Was unterscheidet für dich das Grounding vom Hüftknick? Wie du beschreibst, so ist der Hüftknick von Tal wegneigen, das Grounding aber nur ausgleichend. Ein richtiger Hüftknick ist aber genau eben das. Das Wort Hüftknick sagt ja nur, dass der Körper in der Hüfte einen Knick aufweist.
Nicola: Frage an alle: "Tut das nicht schrecklich weh, wenn der Körper an der Hüfte einen Knick aufweist?"
[ externes Bild ].
Der Ausdruck Hüftknick ist für mich ein Reptil aus längst vergangner Zeit, wo sich Skilehrer zumindest mit Damen noch nicht über alles unterhalten konnten.

2. Kein Mensch macht ihn instinktiv. 3. Ein Hüftknick ist keine Bewegung, sondern eine Haltung. 4. Der Hüftknick führt zur Aussenskibelastung. Grounding bedeutet für mich und noch ein paar andere: Verbindung mit der Erdanziehung aufnehmen, das tun wir immer wenn wir nicht (zu weit) hinausfliegen wollen.
Zitat Martina:
Was ich ziemlich anmassend finde, ist die Aussage
"Taillierte Skis werden, ausser in ganz besonders extremen Situationen, nicht mit Hüftknick gefahren." Warum nicht? Wir reden doch alle von "individuel", "situationsabhängig" etc. etc.. Also: Warum nicht? Wenn so was schon in dem Glossar steht, dann sollte es doch zumindest als deine Meinung gekenntzeichnet sein!
Nicola: Wo du recht hast, hast du recht! Ich habe das jetzt geändert:
„Rundes Carven ist mit Hüftknick nicht möglich.“ siehe Dixi oder sollen wir sagen:"Taillierte Skis eignen sich besser für Grounder als Knicker"? Begründung: Gehe ich richtig in der Annahme, dass wir beim Fahren mit taillierten Skis eine 50/50 Belastung beider Skis als Faustregel für eine ideale Ausgangssituation als positiv sehen? Gehe ich weiter richtig in der Annahme, dass für einen geschnittenen Schwung mit symmetrisch taillierten Skis eine rundere Fahrweise (ohne Driften und „Rattern“) besser möglich ist, wenn der Innenski mehr belastet wird als der Aussenski, da er den kürzeren Weg zurücklegt, deshalb einen kleineren gefahrenen Radius aufweisen soll und dieser durch mehr Druck (Gewicht) erreicht wird? Wenn nicht,

bitte um Richtigstellung!
Liebe Grüsse
Nicola