Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

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odenwälder
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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von odenwälder » 08.02.2017 17:03

extremecarver hat geschrieben:Der kommt als Kopie von kessler Racesnowboards -
Gut zu wissen. Das zeigt aber auch, wie langsam die Entwicklung bei den Skiern ist.
Ca. 2030 sehen wir dann, was aus dem dann durchentwickelten Rocker geworden ist ...

skifossil
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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von skifossil » 08.02.2017 17:27

odenwälder hat geschrieben:
elypsis hat geschrieben:Lass doch mal hören, aber vielleicht in einem gesonderten Thread!
Ich glaube schon, dass das hier her gehört.
In den 80ern waren Skier so gebaut, dass sie mit dem Gewicht des Fahrers gleichmäßig am Boten aufliegen und so eine gerade Kante haben. Dann kam die Innovation mit den gekrümmten Kanten, der Ski wurde entlang seiner Achse so verändert, dass der Ski in der Kurve ganz aufliegt.
Die Innovation hieß Taillierung. Ob das wirklich innovativ oder einfach vorher fertigungstechnisch zu aufwändig war ist ein anderes Thema. Ich habe meinen ersten nennenswert taillierten Ski in den 80ern in der von dir oben erwähnten Dauphiné erstanden.
Die Idee des Rockers war ursprünglich, eine kürzere effektive Kante mit einer großen Fläche zu kombinieren um Drehfreudigkeit und Auftrieb unter einen Hut zu bringen. Nach Belastung und Schräglage die Radien zu variieren war der konsequente nächste Schritt.

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Uwe
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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von Uwe » 08.02.2017 17:28

Ich kann mit gerockerten PISTENskiern (immer) noch nichts anfangen. Meiner Meinung nach ist das nur ein Marketingfeature, um neue Ski zu verkaufen. Bei den gerockerten Pistenski/Allmountainski, die ich bisher gefahren bin, war der Rocker - zum Glück - so minimal ausgeprägt, dass er sich nicht negativ ausgewirkt hat ... aber immerhin dann doch noch so weit vorhanden, dass man damit werben kann.

Warum sollen meine Pistenski gerockert sein? Ich will, dass die Schaufel vorne direkt greift ... deshalb breche ich auch vorne keine Kanten.

Bei Allroundcarvern für Einsteiger mag das anders sein, damit sie nicht so schnell verschneiden ... wie man so "behauptet" ... aber dann kann man auch gleich kürzere bzw. weniger taillierte Ski fahren, bzw. die Kanten vorne "abrunden".

Wie weit muss ich die gerockerten Pistenski eigentlich aufkanten, bis auch der gerockerte Teil der Schaufel greift? ... ich denke die meisten Durchschnittsfahrer kommen kaum an diese Schräglagen/Winkel ran.

Und welchen Sinn macht es, wenn der gerockerte Pistenski - PLAN aufliegend - eine kürzere Kante im Schnee hat, als der Angewinkelte? Sollte nicht gerade bei der Schussfahrt (plan aufliegend) MEHR richtungsstabilisierende Kante im Schnee sein?
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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von Mathi » 08.02.2017 17:35

Die Entwicklung, auf die die Schiindustrie aufgrund der momentan starken Nachfrage im Freeride- und Tourenbereich setzt, bleibt spannend.

Freeridefahrer, Freetourer und Tourengänger sind noch leidenschaftlichere Schifahrer und ein gutes Klientel.
Diese Gruppe leiht keine Schi sondern kauft, da sie auf gutes eigenes Schimaterial vertraut.
Selbst die Schimodeindustrie hat sich dem Trend längst angepasst.

Interessant ist aber auch die weitere Entwicklung der Snowboards. Im Moment kommt ja wesentlich neues in der Entwicklung mehr aus dem Offpisteschibereich. Das führt dazu, dass immer mehr Boarder zu den Schifahrern wechseln ( Splitboards mal außen vor ). Ob es in 2030 noch viele Boarder geben wird?

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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von odenwälder » 08.02.2017 18:02

Uwe hat geschrieben:Ich will, dass die Schaufel vorne direkt greift ...
Genau deshalb ein Pisterocker
http://www.kessler-swiss.com/de-CH/tech ... Technology

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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von extremecarver » 08.02.2017 18:06

Decambered Nose - Rocker bei Pistenski haben schon ein paar kleine Vorteile - man sollte es halt auch korrekt umsetzen wie Rossignol bei den Hero Modellen (vor allem FIS) - sprich die Schaufel im Gegenzug radikal verkürzen. Somit bekommt man dank Rocker einen Ski bei dem die effektive Kantenlänge in Relation zur Gesamtlänge sogar länger ist! Dazu ist der Ski ein klein bisserl weniger aggressiv wenn er flach aufliegt (verkantet viel weniger) - und wenn mal ordentlich Schläge in der Piste sind - dann läuft er einfach ruhiger - auch weil die unbelastete Schaufel deutlich kürzer ist - ergo weniger verschlagen werden kann.

Bei Snowboards war in Rennen der Zeitvorteil 2-3% - dass ist eine Menge, je kaputter der Run desto mehr. Ich bin sicher bei Ski ist auch ein messbarer Zeitvorteil vorhanden - kam ja quasi via den FIS Ski zu den Pistenski.

Gleichzeitig bedeutet so ein Piste Rocker / Decambered Nose und Tail nicht höhere Tiefschneetauglichkeit - durch die kürzere Nose säuft er fast noch übler ab - ist zu aggressiv wenn man im Tiefschnee aufkantet. Aber auf kaputter Piste die in der früh mal hart war (egal ob dann Sulzig oder eisig mit Haufen) - da bringts halt was. Grad im GS bin ich mir sicher gibts keine WC/EC Fahrer mehr auf klassischem Camber. Auch im Slalom sind glaube ich alle decambered.

Ich hab das schon 2010 mal ausführlicher beschrieben: viewtopic.php?t=13095&start=10


Neben Kessler hatte Swoard sogar von Anfang an decambered Nose - sprich schon seit 2002 (jedoch Tail nochmal anders gestaltet wie die modernen - aber auch in die Richtung decambered vom Sidecut her ) - liegt halt am französischen Shaper. Evtl waren die sogar vor Kessler (gut möglich dass schon beim Vorgänger Wild Duck seit Beginn der 90er auf Decambered Nose gesetzt wurde - aber nicht Tail) - aber durch die Philosophie wo es nur um carven ging - von anderen nicht beachtet. Sprich das Konzept ist alles andere als Neu - nur hat es sich halt erst so seit 7-8 Jahren durchgesetzt bei Rennski - bei Pistenski sogar noch später.
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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von extremecarver » 08.02.2017 18:13

Oh - hab grad mal kurz gegoogled - das Wild Duck Kniver hatte rein von der Optik definitiv schon eine decambered Nose, war ein Modell der Saison 1994/95. Sprich 20 Jahre später hat es sich dann durchgesetzt - nicht immer setzt sich das bessere also schnell druch:
http://www.snowboardmuseum.de/board/show/id/190

Woran erkennt man die decambered Nose? Nun wenn da kein Rocker ist - muss man grad bei einem Snowboard die Schaufel deutlich länger ausführen - hier ist aber der Radius schon mehr oder weniger bis nach ganz vorne durchgezogen - dann sehr eckige Schaufel (und nicht spitz nach vorne zulaufen wie damals üblich - bzw rundlich spitz).
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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kont

Beitrag von Oski » 09.02.2017 00:45

Sehr unterhaltsam das Forum.
Erinneret mi an mini g´legentlich winterliche Pischte Usflüg über d´öschtliche Grenz´ is Rich vo de Habsburger.
Zu Mittag bei Sonnenschein auf der Hüttenterrasse, überwiegend theoretische Welt Cup Sieger, wassertrinkend, sich übers Material ereifernd, ohne alpenländischen Dialekt und meiner Erfahrung nach nur in Ausnahmefällen im Stande das Mittagsmal und die sich eigentlich von selbst aufdrängende Entspannung angemessen wahrzunehmen.

Seid mir nicht böse. Bin nicht der "Nullski" und hier nur rein gecarved, weil ich auf der Suche nach einem Telemark Skischuh Test war. Verrückt oder ... vor allem weil ich hier gar keinen Test fand. Naja wie dem auch sei. Am Freitag schnapp ich meine 208er Völk P9 und begebe mich in´s Département Haute Savoie, um dem norwegischen Stil zu fröhnen. Sehr angenehm dort, vor allem zur Mittagszeit :D
Vielleicht sollte mancheiner hier mal drüber nachdenken. "Ausfallschritt Fahren" geht auch mit Carvern super und mit Off Pist Schalungsbrettern sowieso.

Nüt für unguet.
Bhüet euch Gott

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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von Lothar » 09.02.2017 08:15

Mathi hat geschrieben: Sicher macht das Schifahren mit einem Slalom- oder GS-Carver auf einer harten eisigen Piste großen Spaß.
Die Hauptschiurlaubszeit liegt jedoch Mitte Februar bis Ende März. Wann hat man dann noch solche harten Schneeverhältnisse?
Da ist meine Wahrnehmung der Hauptferienzeit eine ganz andere. Nach Weihnachten bis heilige drei Könige ist DIE Ferienzeit, zumindest noch im Moment. In den letzten Jahren liegt da häufig sehr wenig Schnee, also fährt man überwiegend auf eher harten Kunstschneepisten und man wünscht sich einen entsprechenden Ski. Und blöd ist es, wenn man aufgrund der Schulferien keine andere Chance hat, die nächste Möglichkeit für mehr als ein Wochenende haben wir wieder an Ostern.

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Re: Das Ende des Pistenskis - eine Kontroverse

Beitrag von elypsis » 09.02.2017 11:09

Uwe hat geschrieben: Wie weit muss ich die gerockerten Pistenski eigentlich aufkanten, bis auch der gerockerte Teil der Schaufel greift? ... ich denke die meisten Durchschnittsfahrer kommen kaum an diese Schräglagen/Winkel ran.
Sehr gute Frage!
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