[Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

ImpCaligula
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[Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von ImpCaligula » 08.01.2017 14:55

Salve!

Bist Du zu schwer, ist der Fischer Progressor F18 zu leicht für Dich! So oder so ähnlich kann man diesen Ski Tag mit meinem ersten Test Ski der Saison resümieren.

Ich... Das sind dato geballte 100 Kilo auf 184cm gewesen. Man mag es kaum glauben... Inzwischen sind es fast 10 Kilo weniger... aber zum Leidwesen des Fischer F18 war es damals eben mehr. Ausgeliehen habe ich den Fischer in 174cm - getestet bei einem Tagesausflug auf dem Kaunertaler Gletscher. Bedingungen teils harte eisige Pisten - neben den Pisten teils harter Tiefschnee. Am Nachmittag dann auch einige Pulverrisoerte Schnee Hügel.

Als erstes komplette umgewöhung vom breiten Brett Head Titanium auf diese zwei dünnen Latten unter mir. Fischer bewirbt den F18 ja mit Alleskönner und Multiradius Ski. Mit letzteren habe ich es nicht so... Erinnerungen an diverse ältere Elan Modelle und den berühmt berüchtigten Rossignol Mutex "ich renk Dir die Kniescheibe aus" 11 wurden wach.

Also erst einmal in Ruhe und Vorsicht die lange blaue Piste oben auf dem Gletscher runter und sich kennen lernen. Wobei ich bisher noch keinen garstigen hinterlistigen Fischer unter den Füßen hatte... Bei Rossignol bin ich da gleich vorsichtiger und angespannter .

Erster guter Eindruck. Harmlos. Dahin gleiten auf planer Ski Fläche auch bei höherer Geschwindigkeit ohne Probleme oder Zicken. Obwohl die Piste einige vereiste Rillen und Spuren hatte. Auch später links auf den steileren roten Pisten war ein schnelleres dahin gleiten auf planer Fläche ohne irgendwelche Überraschungen. Nur klappert es recht schnell vorne an der Schaufel...Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Ski generell vorne und hinten sich leicht nach oben bog von meinem Gewicht her.

Gut...Vertrauen aufgebaut und aufgewärmt die inzwischen alten Knochen und Bänder und es kann in die Schräglage gehen.

Auch das macht ordentlich Spaß mit dem Fischer F18. Spaß ja... sauber in den Kurven...Ja. Alles klappt irgendwie einfach und gut. Und die Betonung liegt auf einfach und gut. Der letzte Kick; der Kick der einen abholt und einen unter dem Helm ein grinsen verschafft ...Das fehlte irgendwie. Für mich machte der Ski einen SOLIDEN Eindruck ohne irgendwelche direkten Schwächen aber halt auch ohne Eigenleben ohne das letzte Stück zum Kick....

Ohne viel Kraftaufwand mit Freunden dahin gleiten. Gemächlich oder schnell mit Schuss? Gar kein Problem. Fun Carven gemäßigt oder oder zügig? Kein Problem. Irgendwie alles kein Problem... aber halt einfach so.

Und Multiradius? Ich hab es nicht nachgemessen. Aber der Ski ist sehr wendig. Ob am Nachmittag durch die ganzen Schneehügel herum gecarvt oder auf breiten Pisten lange Schwünge... wendig einerseits und auch schön sauber und ruhig auf langen Radien dahin gefahren.

Einzig bei fester Piste und in lang gezogener Schräglage rattert und bog sich der Ski doch etwas unter meinem Gewicht.

Fazit für mich. Ein solider Ski ohne Schwächen und herausragende Stärken. Ein absolut gutmütiger und sportlicher Ski ... bei dem mir aber irgendwie der Charakter bzw. der gewisse Kick fehlte. Zudem würde ich ihn eher leichteren Herren bzw Damen empfehlen die einen sportlichen Allround Ski suchen.

Mich erinnerte der Fischer Progressor F19 sehr stark an den Fischer Motive 80 vom Fahrstil her. Den alten 800er Progressor habe ich nie gefahren ausgiebig. Der alte 900er Progressor ist deutlich sportlicher und härter als der F18 aus meiner Sicht.

Natürlich ist dies eine reine subjektive Erfahrung. Jeder sollte sich selber ein Bild vom Ski erfahren ÷ sprichwörtlich.

(Anschnallen heißt es dann im nächsten Bericht über die zwei getesteten Dynastar Speed Zone Modelle und dem angesprochenen Grinsen unter dem Ski Helm...)
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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von Zwigges » 09.01.2017 11:13

Hallo und danke für den tollen Bericht (und Feuer frei für eine neue Progressor-Diskussion :D ),

Deine Erfahrungen decken sich mit meinen, die ich mit dem alten Progressor 800 habe. Da ich ein paar Kilos weniger haben (Fahre ihn in 165 bei 172 cm und etwas über 80 kg) flattert es bei mir weniger bzw. gar nicht.

Ein toller Allrounder, der alles mitmacht. Ok, der letzte Kick mag ihm fehlen, aber das stört mcih nicht weiter - ich bin vielleicht auch schon aus dem Kickalter raus :wink: .

Ich werde ihn sicherlich noch zwei, drei Jahre fahren - dann wird´s vielleicht der Nachnachfolger.... :-D

Gruß
Zwigges

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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von ImpCaligula » 09.01.2017 12:25

Danke.

Möchte nochmals betonen das der Ski alles andere als schlecht oder nur Mittelmaß ist. Dass ich zu schwer bin - dafür kann der Ski ja mal gar nichts und dafür gibt es von Fischer ja den F19...

Mir hat auch der Motive 80 gut gefallen. Und den Fahreindruck hatte ich fast 1:1 beim neuen Progressor F18.

Immerhin ist der Ski komplett gutmütig ohne Zicken und taugt für Genusscaeven über den ganzen Tag. Und wenn man dann auch mal sportlich unterwegs ist - ohne Spirenzien und Zicken- macht er auch das mit. Ich musste mir nie groß Gedanken machen über den Ski unter mir und konnte mich voll drauf verlassen und mich auf die Piste konzentrieren.

Das mir der Kick gefehlt hat ist ein rein subjektives empfinden meinerseits. Aber ich fahr halt auch lieber ne zickende Ducatti lieber als eine zuverlässige Yamaha - wo andere darüber den Kopf schütteln.

Einzig was ich behaupten würde... Für kräftige schwere Leute - da sollte man wenn nach dem F19 greifen...
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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von latemar » 09.01.2017 12:46

Danke für diese iinteressanten Eindrücke.

Die Frage ist ja auch immer was macht bei einem Ski das besondere aus? Was gibt einem den Kick? Und wo muss man dafür an anderer Stelle Einbußen hinnnehmen?
Ich persönlich verwende immer das Wort "brave Ski". Das ist ja auch erstmal ein Lob.
Inzwischen fahre ich ganz gerne brave Ski.
Was aber auch daran liegt, dass ich finde, dass die Ski immer härter werden. Und das mag ich absolut nicht.


Gruß!
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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von ImpCaligula » 09.01.2017 12:54

Richtig. Ein gutmütiger Ski der brav ist und sich doch sportlich fahren lässt - ist doch schon mal was sehr gutes. Denn am Ende wollen wollen wir Spaß im Schnee haben und mit heilen Knochen runter kommen.

Nur wenige Hersteller bekommen Ski hin die höchst sportlich sind und dennoch den Spagat zwischen Wahnsinn und Fehlerverzeihend hingekommen- aus meiner Sicht die legendären Dynastar Speed Curse...

Oder aus meiner Sicht manche Rossignol Modelle wo Du höllisch aufpassen musst... Mutex 11 oder der R9S... hochsportlich aber ganz schnell der Fuß verdreht.
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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von hutzear » 15.01.2017 21:02

Habe den Progressor 800 und habe ihn bei 1,90m und ca 100kg gefahren. Kam wunderbar mit zurecht, da war nichts am rattern oder flattern. Er war allerdings nagelneu und war und ist ziemlich steif.

Zum Vergleich mal. Das Teil hat kein Titanal und ist dennoch steifer als mein Salomon XT 800 mit doppelt Titanal, wenn ich ihn zuhause mal etwas durchdrücke.

Was mir halt echt sofort auffiel, dass man sehr viel flotter unterwegs ist, ohne irgendwie Unsicherheiten zu haben. Also da muss ich jetzt im Nachhinein wirklich aufpassen und das Tempo drosseln, weil diese Sicherheit eben dazu einlädt schnell zu fahren.

Diesen Urlaub sollte mein Gewicht zwischen 87-90kg liegen, und damit noch besser zum Ski passen. Vor allem der Kantenwechsel ist wirklich super leicht.

Bei meinen Salomon XT 800 der ebenfalls vielfach empfohlen wurden, ist das ganze ne Ecke lahmer. Allerdings lässt dieser sich auch toll zu carven, wobei ich mit dem Gedanken spiele hinten die Kanten zu brechen, damit er spielerischer wird.

____

Der Fischer Motive 80 hat mich auch mal interessiert, und hatte überlegt mir diesen zu kaufen. Fährt er sich ähnlich wie der Progressor oder wie kann man sich das vorstellen?

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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von extremecarver » 15.01.2017 21:57

Rossignol/Dynastar Freeride Ski waren traditionell immer eher für sehr gute Skifahrer, um auch in Chamonix oder La Grave nicht falsch dazustehen. K2 dazu das krasse Gegenteil - Freeridskier für jeden Idioten - zumindest in den kurzen Längen.
Fischer kann ich da bei Freerideski schwer einschätzen.
Aber bei Pistenski/Rennski finde ich Rossi extrem gutmütig. Das Gegenteil wäre etwa Head mit dem Einzug ohne Erbarmen. Das ist IMHO auch der Grund warum die Rossi Rennski so wahnsinnig beliebt sind derzeit. Man kann einfach ein paar Fehlerchen machen, oder auch mal schnell noch etwas rutschen und wieder ins carven übergehen. Einfach Ski auf denen es leicht ist schnell zu sein - egal ob jetzt voll eisig oder sulzig. Fischer ist ähnlich Head immer eher auf Eis daheim gewesen bei RC4.
Bei den granzen Progressor Modellen ist es aber schwer den Überblick zu bewahren.
Sehr gute Skifahrer sieht man diese Saison wenns um Fischer geht ziemlich klar auf einem der Curve Modelle, und nicht am Progressor. Und Offpiste ist die Linie von Fischer irgendwie alles andere als klar - jeder Ski anders. Eine Philosophie dahinter kann ich nicht erkennen.
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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von Wünne » 16.01.2017 13:18

extremecarver hat geschrieben: Sehr gute Skifahrer sieht man diese Saison wenns um Fischer geht ziemlich klar auf einem der Curve Modelle, und nicht am Progressor.
Diese Aussage sollte dann schnellstens in die Beurteilung für den Ski-Level mit einbezogen werden
Zuletzt geändert von Wünne am 16.01.2017 16:45, insgesamt 1-mal geändert.
wichtig ist unter dem Ski und was man darauf macht

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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von ImpCaligula » 16.01.2017 13:23

extremecarver hat geschrieben: Aber bei Pistenski/Rennski finde ich Rossi extrem gutmütig. Das Gegenteil wäre etwa Head mit dem Einzug ohne Erbarmen. Das ist IMHO auch der Grund warum die Rossi Rennski so wahnsinnig beliebt sind derzeit. Man kann einfach ein paar Fehlerchen machen, oder auch mal schnell noch etwas rutschen und wieder ins carven übergehen. Einfach Ski auf denen es leicht ist schnell zu sein - egal ob jetzt voll eisig oder sulzig. Fischer ist ähnlich Head immer eher auf Eis daheim gewesen bei RC4.
Bei den granzen Progressor Modellen ist es aber schwer den Überblick zu bewahren.
So unterschiedlich sind die Meinungen und Geschmäcker ;)

Die Rossi Modelle (vielleicht hat sich da ja was getan) fand ich immer als sehr "linkisch" und nicht fehlerverzeihend. Der Mutex 11 war so eine "Sau" und der Rossi R9S ebenso. Aber vielleicht hat sich da ja was getan inzwischen.

Und den Fischer RC4 sehe ich dazu auch wieder genau im Gegenteil. Der Ski tut mE gar nichts. Nicht umsonst wird der in vielen Skigebieten als 0815 Standard Ski im Verleih jedermann in die Hand gedrückt.
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Re: [Ehrfahrungsbericht] Fischer Progressor F18 16/17

Beitrag von extremecarver » 16.01.2017 13:50

Rossi R9S war der letzte vor den Rockerski - mit denen hat sich die Abstimmung komplett geändert. Die Hero sind alle ziemlich fehlerverzeihend aber halt trotzdem noch ziemlich performant. Daher sieht man die jetzt ja auch überall (und früher die Rossi viel weniger). Grad bei den Jugendlichen Rennkids ist Rossi echt sauhoch im Kurs - kommt mir heuer so vor als würde jedes zweite Kid auf Rossi fahren.

Ist der RC4 RC/SC inzwischen echt nicht mehr gut auf Eis? RC4 SL/GS sind natürlich eh immer etwas anders.
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